Philipp Scharwenka war ein deutscher Komponist und Musikpädagoge, der zusammen mit seinem jüngeren Bruder Xaver das Musikleben Berlins in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mitprägte. Er wurde vor 170 Jahren, am 16. Februar 1847, in Samter bei Posen geboren, besuchte das Gymnasium und studierte ab 1865zusammen mit seinem Bruder an der Neuen Akademie der Tonkunst in Berlin. Nach dreijähriger Studienzeit wurde er dort als Dozent für Theorie und Komposition übernommen. In dieser Zeit entstanden seine ersten Kompositionen. Mit der Aufführung einer Ouvertüre und einer Sinfonie trat er 1874 zum ersten Mal auch als Komponist öffentlich in Erscheinung. 1881 eröffnete sein Bruder Xaver das Scharwenka-Konservatorium und übertrug ihm die Leitung des Theorie- und Kompositionsunterrichts. 1893 fusionierte das Scharwenka-Konservatorium unter seiner Leitung mit der Musikschule Karl Klindworths zum Konservatorium der Musik Klindworth-Scharwenka, das über Jahrzehnte hinweg ein hervorragendes internationales Renommée als Ausbildungsstätte für sich in Anspruch nehmen konnte. Er leitete das Konservatoriums bis zu seinem Tod im Jahre 1917 und genoss hohes Ansehen als Musikpädagoge. Zu seinen bedeutendsten Schülern zählt Otto Klemperer. Auch als Komponist war er zu Lebzeiten sehr geachtet: Max Reger widmete ihm 1898 seine Phantasiestücke op. 26 und namhafte Dirigenten wie Arthur Nikisch führten seine Werke auf. Im heutigen Konzertrepertoire finden Scharwenkas Werke allerdings nur noch wenig Beachtung. Sein kompositorisches Schaffen umfasst drei Sinfonien, Symphonische Dichtungen, ein Violinkonzert, einige Chorwerke, von denen Sakuntala große Anerkennung fand, die vieraktige Oper Roland, sowie Kammermusiksonaten, Quartette, Capricen und Tänze. Vor hundert Jahren, am 16. Juli 1917, starb Philipp Scharwenka in Bad Nauheim.
»Philipp Scharwenka: Biographie und Einspielungen«
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