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Interpreten: Aktuelle Infos

Interpreten

Elizabeth Wallfisch 70. Geburtstag

austral. Geigerin

* 1952

28

Januar

vor 70 Jahren

in Melbourne


Die australische Geigerin Elizabeth Wallfisch zählt seit Jahrzehnten zu den führenden Persönlichkeiten der sogenannten Alte Musik-Szene. Sie hat verschiedene Ensembles gegründet und viele renommierte Formationen und Orchester geleitet und gilt als ausgesprochene Sezialistin auf der Barockgeige. Geboren wurde sie am 28. Januar 1952 in Melbourne. Bereits mit zwölf Jahren trat sie als Konzertsolistin auf, ihre schulische Ausbildung erhielt sie an der St Cahterines School, Toorak in Melbourne. Die Schule schloss sie 1969 ab und studierte anschließend an der Royal Academy of Music in London. Sie nahm erfolgreich an zahlreichen Wettbewerben teil, u.a. gewann sie den Franco Gulli Senior Prize, den Mozart Memorial Prize sowie 1974 den Preis für die beste Bach-Interpretation beim Carl Flesch Wettbewerb. Bereits zu dieser Zeit spielte sie mit namhaften Orchestern wie den London Mozart Players und dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und etablierte sich in England als Solistin. Mit dem London Fortepiano Trio spielte sie ab 1978 das Repertoire der Wiener Klassik auf Originalinstrumenten in Großbritannien, Italien, Belgien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Anlässlich des 250. Geburtstags spielte sie 1982 in London sämtliche Klaviertrios von Joseph Haydn, 1987 spielte sie sämtliche Klaviertrios von Ludwig van Beethoven in der Wigmore Hall und in der Konzertsaison 1991 Mozart-Trios und -Quartette in London. Sie wandte sich jedoch immer stärker der Barockmusik zu und entwickelte sich durch ihre intensive Beschäftigung mit der Musik und der Spieltechnik der Barockzeit zur anerkannten Spezialistin und Koryphäe auf diesem Gebiet. Sie selbst spielt auf einer Barockvioline. Elizabeth Wallfisch leitete darüber hinaus eine Reihe von weltweit bekannten Alte Musik-Ensembles wie das Orchestra of the Age of Enlightenment, die Hanover Band und die Raglan Baroque Players, sowie das Australian Chamber Orchestra und das Australian Brandenburg Orchestra in ihrem Heimatland. Es liegen zahlreiche, von der Kritik stets bestens bewertete Einspielungen von Barockmusik bekannter wie auch weniger bekannter Komponisten mit Elizabeth Wallfisch vor, angefangen von Vivaldis Vier Jahreszeiten über Violinkonzerte von Locatelli op. 3 bis hin zu einer Ausgabe mit Telemann-Violinkonzerten (bis heute 7 CDs bei jpc) und weiteren Aufnahmen bei verschiedenen Labels. Elizabeth Wallfisch ist Professorin für Barockvioline am Königlichen Konservatorium in Den Haag, lehrt an der Royal Academy of Music in London und ist artist-in-residence an der Universität in Melbourne. Zur Förderung junger Nachwuchskünstler gründete sie 2008 die Wallfisch Band, ein in seiner Art einzigartiges Orchester bestehend aus international ausgewählten Musikstudenten, die in intensiven Proben zusammen mit ihr und erfahrenen Kollegen Konzertprogramme auf historischen Instrumenten erarbeiten und zur Aufführung bringen. Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt sie zuletzt 2021 den Georg-Philipp-Telemann-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg. Sie ist verheiratet mit dem britischen Cellisten Raphael Wallfisch.

Die besten Besprechungen mit Elizabeth Wallfisch

22.11.2021
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Georg Philipp Telemann, Complete Violin Concertos Vol. 7
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21.09.2004
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 / Hyperion
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17.11.2008
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 / cpo
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15.06.2004
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Georg Philipp Telemann Complete Violin Concertos Vol. 1 / cpo
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18.03.2010
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 / cpo
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»Elizabeth Wallfisch: Biographie und Einspielungen«

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Arthur Nikisch 100. Todestag

ungar. Dirigent

† 1922

23

Januar

vor 100 Jahren

in Leipzig


Der ungarische Dirigent Arthur Nikisch war unangefochten der führende Dirigent seiner Zeit. Er war 27 Jahre lang Leiter der Berliner Philharmoniker, begründete mit dem Gewandhausorchester Leipzig die Tradition, das Jahr am Sylvesterabend mit Beethovens 9. Sinfonie zu beenden und machte sich um die späte Anerkennung Anton Bruckners sehr verdient. Arthur Nikisch war ein prägendes Vorbild auch für Größen wie Toscanini, Stokowski und Furtwängler. Er wurde am 12. Oktober 1855 in Mosonszentmiklós geboren. Am Wiener Konservatorium studierte er Violine, Klavier und Komposition. Während seiner Studienzeit spielte er in verschiedenen Orchestern Geige, unter anderem unter Wagner, Verdi, Bruckner und Brahms. Von 1878 bis 1889 war Nikisch 1. Kapellmeister am Stadttheater in Leipzig und verhalf 1884 in dieser Position Bruckners 7. Sinfonie zur Uraufführung. An sein Leipziger Engagement schlossen sich vier Jahre als Leiter des Boston Symphony Orchestra an, danach übernahm Nikisch die Stellung als Direktor der Königlichen Ungarischen Oper bevor er 1895 in der Nachfolge von Carl Reinecke Kapellmeister des Gewandhausorchesters wurde. Im Herbst des selben Jahres wurde er auch zum Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker berufen als Nachfolger von Hans von Bülow. Beide Stellungen bekleidete er bis zu seinem Tod. 1913 machte Nikisch mit den Berlinern die erste komplette Tonaufnahme einer Sinfonie – es war Beethovens 5. Sinfonie. Neben seiner Dirigententätigkeit leitete Nikisch auch von 1902 bis 1907 das Leipziger Konservatorium und in der Spielzeit 1905/1906 die Oper. Nikisch revolutionierte den damaligen Dirigentenberuf. Er verfügte über ein so phänomenales Gedächtnis, dass er alle Werke stets auswendig dirigierte, mit sparsamen Bewegungen und Gesten, aber einem omnipräsenten Blick, der die Musiker in seinen Bann zog. Die Orchestermusiker verstand er als individuelle Künstler. Er nahm für die damalige Zeit neue Kompositionen von Tschaikowsky, Berlioz, Liszt, Strauss, Mahler und vor allem Bruckner in das Repertoire auf und machte das Orchester weithin bekannt durch zahlreiche Reisen. So gab er auch 1912 mit dem London Philharmonic Orchestra das erste Gastspiel eines europäischen Orchesters in den USA. Neben Orchesteraufnahmen existieren von Arthur Nikisch auch Einspielungen auf einem Welte-Mignon-Klavier mit Ungarischen Tänzen von Johannes Brahms und einer Valse aus dem Ballett Coppélia von Léo Delibes. Nikisch war als Befürworter, dass auch Frauen am Dirigierpult stehen sollten, seiner Zeit fast ein Jahrhundert voraus. Seine Absicht, die fis-Moll-Sinfonie der kroatisch-ungarischen Komponistin Dora Pejačević aufzuführen, konnte er leider nicht mehr in die Tat umsetzen. Arthur Nikisch starb unerwartet am 23. Januar 1922 in Leipzig an einer schweren Grippeerkrankung.

»Arthur Nikisch: Biographie und Einspielungen«

Alle Porträts im Januar

Uraufführungen im Januar

»Alle Porträts«

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