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Komponisten: Aktuelle Infos

Eugène Bozza 30. Todestag

frz. Komponist

† 1991

28

September

vor 30 Jahren

in Valenciennes


Vor 25 Jahren starb der französische Komponist Eugène Bozza. Als Sohn eines italienischen Musikers und einer Französin wurde er am 4. April 1905 in Nizza geboren. Sein Vater war Geiger und bestritt seinen Lebensunterhalt durch Engagements in französischen Casinos entlang der Mittelmeerküste. Mit fünf Jahren erhielt Bozza den ersten Geigenunterricht durch seinen Vater. Später nahm ihn der Vater gelegentlich zu Auftritten mit. 1915 zog der Vater mit seinem Sohn wieder nach Italien, um den Unruhen des ErstenWeltkriegs zu entkommen. In Rom studierte Bozza Violine und Klavier an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia und machte sein Abschlussdiplom als Violinprofessor 1919. Er kehrte nach Frankreich zurück und schrieb sich 1922 am Pariser Konservatorium ein, wo er weiter Violine bei Edouard Nadaud studierte. Nach zwei Jahren Studium errang er den Ersten Preis für Violine am Konservatorium und sicherte sich so 1925 eine Stellung als erster Konzertmeister beim Orchestre Paseloup. 1924 heiratete er Juliette Arnaud. Fünf Jahre tourte er mit dem Orchester durch Europa, dann zog er sich zurück, um erneut am Konservatorium Dirigieren bei Henri Rabaud zu studieren. Erneut gewann er 1931 den Ersten Preis am Konservatorium, diesmal im Fach Dirigieren. Er wurde als Dirigent für die Ballets Russes in Monte Carlo engagiert. Dort blieb er jedoch nur ein Jahr, um erneut ans Konservatorium zurückzukehren. Diesmal studierte er Komposition bei Henri Büsser, und wieder gewann er den Ersten Preis des Konservatoriums im Fach Komposition. 1934 gewann er den Prix de Rome für seine Kantate La Légende de Roukmani. Die folgenden viereinhalb Jahre verbrachte er als Preisträger in der Villa de Medici in Rom. Hier komponierte er mehrere groß angelegte Werke wie seine Oper Leonidas, seine Psalmen sowie seine Introduction und Toccata für Klavier und Orchester. Anschließend kehrte er nach Paris zurück, wo er von 1938-1948 die Opéra Comique leitete. 1950 wurde er zum Direktor der École Nationale de Musique in Valenciennes ernannt. Diese Stellung behielt er bis zu seiner Pensionierung 1975 inne. 1956 wurde er außerdem Ritter der Ehrenlegion. An der École Nationale war Bozzar äußerst produktiv tätig. Er komponierte mindestens 18 Etüdensammlungen und Solowerke für viele verschiedene Instrumente für die Studierenden und die Lehrenden an seinem Institut, die heute noch geschätzt und weit verbreitet sind. Obwohl er selbst Geiger war, ist ein Großteil seiner Werke für Bläser gesetzt. Eugène Bozza starb am 29. September 1991 in Valenciennes.

Die besten Besprechungen mit Eugène Bozza

24.02.2010
»zur Besprechung«

Petite Pièce French Miniatures for Clarinet and Piano / Pan Classics
Petite Pièce French Miniatures for Clarinet and Piano / Pan Classics

»Eugène Bozza: Biographie und Einspielungen«

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Engelbert Humperdinck 100. Todestag

dt. Komponist

† 1921

27

September

vor 100 Jahren

in Neustrelitz


Engelbert Humperdinck teilt mit Georges Bizet das Schicksal, dass sie beide zwar berühmte Opernkomponisten sind, aber eigentlich nur durch ein einziges Werk. Humperdinck gelang mit seiner Märchenoper Hänsel und Gretel 1893 auf Anhieb ein Welterfolg, an den er mit keinem anderen Werk mehr anknüpfen konnte. Bis heute zählt dieses Werk zu den am häufigsten aufgeführten Opern. Humperdinck wurde am 1. September 1854 in Siegburg am Rhein als Sohn eines Gymansiallehrers geboren. Seine Mutter erkannte und förderte die musikalische Begabung Engelberts. Mit sieben Jahren erhielt er Klavierunterricht und bereits mit vierzehn Jahren hatte er schon einige Operversuche vorzuweisen. Die meisten seiner Jugendwerke wurden allerdings bei einem Dachstuhlbrand am 3. November 1874 ein Raub der Flammen und sind verloren. Nach dem Abitur sollte Humperdinck Architektur studieren, wandte sich aber gegen den Willen des Vaters der Musik zu und studierte von 1872 bis 1876 am Konservatorium in Köln bei Ferdinand Hiller. Von Atemwegserkrankungen geplagt, musste er zwischenzeitlich das Studium immer wieder kurz unterbrechen. Nach Studienabschluss erhielt er den Preis der Frankfurter Mozart-Stiftung, der ihm den Lebensunterhalt für vier Jahre sicherte. Humperdinck übersiedelte nach München, wo er an der Musikschule bei Joseph Rheinberger und auf Empfehlung Hillers hin privat bei Franz Lachner studierte. Dort beeindruckte ihn die Aufführung des Ring des Nibelungen 1878 dermaßen, dass er dem Wagner-Verein „Orden vom Gral“ beitrat. 1881 erhielt er das Mendelssohn-Reisestipendium der Stadt Berlin, das ihm ein Studienjahr in Italien ermöglichte. Bei dieser Gelegenheit begab er sich nach Neapel, wo er am 9. März 1880 Richard Wagner treffen konnte. Nach anfänglicher Zurückhaltung war Wagner jedoch von Humperdinck so angetan, dass er ihn als Assistenten zur Vorbereitung der Uraufführung des Parsifal einlud. Nach Wagners Tod 1883 hielt Humperdinck den Kontakt zur Familie aufrecht und übernahm später sogar den Unterricht für Siegfried Wagner im Tonsatz. In den Folgejahren unternahm Humperdinck eine ausgedehnte Reise durch Spanien, an die sich eine entmutigende Suche nach einer auskömmlichen Festanstellung anschloss. Als bekanntem und bekennenden „Wagnerianer“ blieben ihm dabei viele Türen verschlossen. Zwischenstationen auf seiner Suche waren 1885 eine Stellung am Konservatorium in Barcelona, 1886 am Konservatorium in Köln, als Lektor beim Musikverlag B. Schotts Söhne in Mainz und als Musikkritiker bei der Bonner Zeitung. 1890 zog er nach Frankfurt am Main, um eine Stelle als Dozent am Hoch'schen Konservatorium anzutreten und als Opernreferent der Frankfurter Zeitung zu arbeiten. Seine Schwester Adelheid bat ihn, ein von ihr für ihre Kinder verfasstes Märchenspiel Hänsel und Gretel in Musik zu setzen. Dieses musikalische Märchenspiel im Familienkreis faszinierte Humperdinck selbst so sehr, dass er das Werk nach und nach zu einer großen Oper erweiterte, mit deren Uraufführung sich Humperdincks Situation schlagartig veränderte. Die Uraufführung fand am 23. Dezember 1893 in Weimar unter der musikalischen Leitung von Richard Strauss statt. Der Erfolg des „Kinderstuben-Weihfestspiels“ brachte ihm völlige finanzielle Unabhängigkeit. Er kaufte sich in Boppard ein Landhaus (das „Humperdinck-Schlösschen“) und konnte sich fortan ganz seinem Schaffen widmen. 1896 wurde ihm der Titel eines Professors verliehen und im Jahr 1900 folgte Humperdinck einer Berufung in den Senat der Akademie der Künste. Er zog mit seiner Familie nach Berlin, um die Meisterschule für musikalische Komposition an der Akademie zu übernehmen. Ab 1905 schrieb er auch Bühnenmusiken für Inszenierungen von Max Reinhardt am Deutschen Theater, hauptsächlich für Shakespeare-Produktionen, Am 28. Dezember 1910 feierte seine Oper Die Königskinder als Auftragswerk ihre erfolgreiche Premiere an der Met, ein dauerhafter Erfolg war dem Werk allerdings nur im angelsächsischen Raum beschieden. 1911 erlitt Humperdinck einen Schlaganfall, von dem er sich nie mehr richtig erholte. Bei einem Besuch seines Sohnes Wolfram in Neustrelitz, der dort als Regisseur die Oper Der Freischütz inszenierte, erlitt Humperdinck einen weiteren Schlaganfall, an dessen Folgen er am 27. September 1921 starb. Neben Hänsel und Gretel hinterließ Humperdinck noch ein Streichquartett, eine Maurische Rhapsodie, mehrere Schauspielmusiken, die Chorwerke Das Glück von Edenhall und Die Wallfahrt nach Kevelaar sowie die Opern Dornröschen (1902), Heirat wider Willen (1905), Die Königskinder (1910), Die Marketenderin (1914) und Gaudeamus (1919).

»Engelbert Humperdinck: Biographie und Einspielungen«

Alle Porträts im September

Uraufführungen im September

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