Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

Aktuelle Infos und Kurzporträts

Dizzy Gillespie 100. Geburtstag

* 1917

21

Oktober

Einer der Giganten und eine der populärsten Figuren der Jazzwelt hat 100. Geburtstag: am 21. Oktober 1917 wurde Dizzy Gillespie als John Birks Gillespie in Cheraw, South Carolina geboren. Sein Vater, ein Bauarbeiter, der sich selbst als Amateur-Bandleader betätigte, förderte Dizzy in seiner musikalischen Entwicklung von Anfang an. Mit vier Jahren begann Dizzy, Klavier zu spielen, aber noch bevor er zwölf Jahre alt war, wechselte er zur Trompete. Bereits in jungen Jahren spielte er in zahlreichen Swing-Bands, so bei Frank Fairfax, Teddy Hill, Cab Calloway oder Earl Hines. Er spielte quasi mit allen Größen der Jazz-Szene wie Charlie Parker, Thelonious Monk, Duke Ellington, Kenny Clarke, Oscar Pettiford, Coleman Hawkins und vielen anderen zusammen Für die Entwicklung des Bebop war er eine prägende Figur. Im Jahre 1945 nahm er beim Plattenlabel Guild seine ersten historischen Bebop-Platten auf und gründete ein Jahr später sein eigenes Orchester, die Dizzy Gillespie Big Band. Mit dieser Formation unternahm er 1948 eine Tournee durch die USA, Frankreich und Belgien. Die Band wurde 1950 wieder aufgelöst. Als einer der ersten Jazzgrößen übernahm Dizzy Gillespie auch lateinamerikanische, afrokubanische und afrikanische Elemente in seine Musik. 1956 bewirkte sein Auftritt in Athen einen Abbau der amerikanischen Spannungen im Zypernkonflikt. 1964 kandidierte er sogar – erfolglos – für das Amt des amerikanischen Präsidenten. 1988 gründete er das United Nation Orchestra, mit dem er Ägypten, Marokko sowie etwas später Kanada und Südamerika bereiste und in dem sowohl frühere Weggefährten als auch Schüler von ihm mitwirkten. Typisch für ihn war die Trompete mit nach oben gebogenen Schalltrichter und die froschartig aufgeblasenen Backen, die sogar einen eigenen medizinischen Fachbegriff erhielten: „Gillespie pouch“. 1979 erschien seine Autobiografie mit dem Titel To Be or not to Bop, 1988 dokumentierte John Holland in dem Film „Dizzy Gillespie – a Night in Havanna“ einen Auftritt Dizzy Gillespies. Sein letztes öffentliches Konzert gab er im Februar 1992 in Seattle. Er starb am 6. Januar 1993 in Englewood, New Jersey.

Dizzy Gillespie – CD-Einspielungen

UA vor 175 Jahren: Rienzi (Richard Wagner)

Uraufführung vor 175 Jahren

UA 1842

20

Oktober

Zwei Opern, Die Feen und Das Liebesverbot, hatte Wagner bereits komponiert, als er sich 1838 entschloss, eine große Oper nach dem Vorbild der französischen Grand Opéra zu schreiben. Die Feen erlebten ihre Uraufführung allerdings erst nach Wagners Tod 1888 in München, Das Liebesverbot konnte Wagner 1836 einmal in Magdeburg aufführen, jedoch ohne Erfolg. Mit den Bedingungen als Kapellmeister in Riga unzufrieden, wollte er sein Glück mit einer großen Oper versuchen. Die beiden ersten Akte vertonte er noch in Riga, vollendet wurde das Werk 1840 in Paris. Wie bei allen seinen Opern hatte er das Libretto selbst verfasst. Die Uraufführung am 20. Oktober 1842 am Königlichen Hoftheater in Dresden bescherte Wagner einen triumphalen Erfolg, der ihn nicht nur schlagartig berühmt machte, sondern ihm auch die Stellung eines sächsischen Hofkapellmeisters verschaffte. Dies verlieh ihm mehr Freiheit und regte ihn zu weiterem Schaffen an. Rienzi, der letzte der Tribunen erfüllt alle Voraussetzungen einer großen Oper, wie sie durch Auber, Meyerbeer und vor allem Spontini zur damaligen Zeit repräsentiert wurde. Der Held, der päpstliche Notar Cola di Rienzi (1313-1354), ist eine historische Figur, der im Jahre 1347 durch einen Handstreich Rom zur Republik machte, aber von seinen Anhängern verlassen und ermordet wurde. Die historische Grundlage, die eingeflochtene Liebesgeschichte, die Einteilung in fünf Akte, die Bevorzugung von großen Aufzügen und Massenszenen, alle diese Merkmale der Großen Oper jener Zeit finden sich wieder und auch musikalisch wandelt Wagner auf den Spuren der Meister jener Epoche. Während Wagner selbst seinen Rienzi später als „Jugendsünde“ und „Schreihals“ bezeichnete, weil er mit Chor- und Massenszenen überladen und aufdringlich instrumentiert ist, zeigt die Oper doch schon wesentliche Züge wie sie später für den Personalstil Wagners charakteristisch sind, u.a. starke Kontrastwirkungen und seine Begabung, Themen und Motive zu erfinden, die in Ohr bleiben. Der Höhepunkt in der Oper ist die großangelegte Schlachtszene des 3. Aktes. Einst sehr beliebte Glanzstücke des Werkes sind auch der Chor der Friedensboten und der Huldigungsmarsch im 2. Akt, der Schlachthymnus Sancto spirito cavaliere im 3. Akt, Rienzis Noch gibt’s ein Rom im 4. Akt, sein Gebet im 5. Akt und die Ouvertüre.

CD-Einspielungen

Rienzi (Große tragische Oper in fünf Akten)

Étienne-Nicolas Méhul 200. Todestag

† 1817

18

Oktober

Am 18. Oktober vor genau 200 Jahren starb der französische Komponist Etienne Nicolas Méhul. Er war der bedeutendste französische Komponist zur Zeit der Revolution in der unmittelbaren Nachfolge von Christoph Willibald Gluck. Geboren wurde er am 22. Juni 1763 in Givet/Dpt. Ardennes. Im Franziskanerkloster seines Heimatortes erhielt er seinen ersten Orgelunterricht. 1779 ging er nach Paris und nahm dort Kompositionsunterricht bei Jean Frédéric Edelmann. Im weiteren Verlauf gab er Klavierunterricht und veröffentlichte zwei Bände mit Klaviersonaten. Er begeisterte sich für die Ideale der Revolution und komponierte Hymnen und Kantaten auf die Vernunft, die Freiheit und die Siege des Volkes. Sein Chant national du 14 Juillet 1800, von Napoleon nach der Schlacht von Marengo bei ihm bestellt, wurde so etwas wie eine zweite Nationalhymne. 1794 entstand seine Revolutionsoper Horatius Coclès. 1795 wurde er Inspektor des Conservatoire und Mitglied der Académie des beaux-arts. Méhul schrieb mehr als 50 Opern, in denen er mit kühnen Neuerungen in der Orchestrierung aufwartete. Seine Oper Uthal von 1806 beispielsweise verzichtet auf die Violinen. Er gilt auch als Pionier in der Verwendung von Leitmotiven. Carl Maria von Weber war von Méhuls dramatischer Musik stark beeindruckt, die mit den einfachsten Mitteln große Effekte erreicht. Seine bekannteste und so ziemlich einzige Oper, die heute noch gespielt wird, ist Joseph in Ägypten, 1807 in Paris uraufgeführt. Die Oper verdankt ihre Entstehung einem Streigespräch, ob ein Bühnenstück ohne Liebeshandlung Erfolg haben könne. Der Librettist Alexandre Duval und Méhul vollendeten in kurzer Zeit eine biblische Oper, die nicht nur auf Liebesintrigen, sondern überhaupt ganz auf Frauenrollen verzichtet – bis dahin eine noch nie dagewesene Besonderheit. Lediglich Pfitzner in Palestrina und Britten in Billy Budd haben später ebenfalls je eine Oper ohne Liebesverstrickungen geschrieben. Neben den Opern komponierte Méhul aber auch Klaviersonaten, drei Ballette, sechs Sinfonien, Bühnenmusiken und Messen.

Étienne-Nicolas Méhul – CD-Einspielungen

Johann Nepomuk Hummel 180. Todestag

† 1837

17

Oktober

Der Komponist Johann Nepomuk Hummel gilt als der letzte Vertreter der Wiener Klassik. Er wurde am 14.11.1778 in Preßburg geboren, 1786 zog die Familie nach Wien. Von Mozart erhielt der junge Johann Nepomuk kostenlos Unterricht. Bereits mit zwölf Jahren war er einer der besten Klavierspieler Wiens. Von 1788 bis 1793 war er als Virtuose in Begleitung seines Vaters auf Konzertreisen bis nach England. Nach seiner Rückkehr nach Wien erhielt er Unterricht bei Albrechtsberger und Salieri. Auf Empfehlung Haydns wurde er 1804 dessen Nachfolger beim Fürsten Esterházy. Die Anstellung wurde 1811 wegen Unstimmigkeiten gekündigt. Hummel kehrte nach Wien zurück, wo er sich eng mit Beethoven befreundete, den er später auch vielfach finanziell unterstützte. 1813/1814 wirkte er bei einigen Aufführungen von Werken Beethovens mit. Im Jahr 1816 trat er die Stelle als Hofkapellmeister in Stuttgart an, ging aber bereits 1819 als Hofkapellmeister nach Weimar. Dort erwarb er sich hohes Ansehen und wurde – ähnlich wie Goethe – zu einer Art Institution: Wer Weimar besuchte, musste Goethe gesehen und Hummel gehört haben. Zum Antritt seiner Stelle hatte er sich große Freiheiten ausbedungen. Er war zu lediglich neun Monaten Anwesenheit verpflichtet, den Rest der Zeit hielt er sich für Konzertreisen frei und bereiste so von 1819 bis 1834 ganz Europa. Er gab auch Klavierunterricht und war in den 1820er Jahren der gefragteste und teuerste Klavierpädagoge Europas. Unter anderen unterrichtete er auch Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach, die spätere Königin von Preußen und deutsche Kaiserin. Seine Klavierschule (Ausführliche Anweisung zum Pianofortespiel, 1828) war lange Zeit die Standard-Klavierschule und wurde erst durch Czernys Etüdenwerk allmählich verdrängt. Hummel setzte sich auch maßgeblich für einheitliche Urheberrechtsgesetze innerhalb der Staaten des Deutschen Bundes ein. Gegen Ende seines Lebens verblasste sein Ruhm merklich, dennoch starb Johann Nepomuk Hummel am 17.10.1837 in Weimar als einer der ersten reichen Komponisten der Musikgeschichte. Die meisten seiner über hundert Werke – hauptsächtlich Werke für Klavier – sind in Vergessenheit geraten. Am bekanntesten sind seine Klaviersonate fis-Moll op. 81 und sein Klavierkonzert h-Moll op. 89.

Johann Nepomuk Hummel – CD-Einspielungen

Ralph Benatzky 60. Todestag

† 1957

16

Oktober

Ralph Benatzky wurde am 5. Juni 1884 als Sohn eines Gymnasiallehrers in Mährisch-Budweis geboren. Zunächst strebte er eine militärische Laufbahn an, wurde jedoch 1909 krankheitsbedingt in den Ruhestand versetzt. Er studierte Germanistik und Philosophie und nahm Musikunterricht bei Antonín Dvořák in Prag und bei Felix Mottl in München. Benatzky gilt als einer der originellsten Operettenkomponisten. Seine Karriere begann er mit der Kleinform von Liedern und Chansons für das Kabarett und für die Kleinkunstbühne. Bald weiteten sich seine Kompositionen zu Musikrevuen und Operetten aus. Seinen größten Erfolg feierte er mit der Operette Im weißen Rößl, er schrieb aber auch Filmmusiken - u.a. für Zarah Leanders ersten Musikfilm Zu neuen Ufern mit den Evergreens Ich steh im Regen und Yes Sir!. Sein bewegtes Leben führte ihn nach Berlin, in die Schweiz, nach Hollywood und wieder zurück in die Schweiz, wo er am 16. Oktober 1957 starb. Begraben wurde er auf eigenen Wunsch in St. Wolfgang im Salzkammergut, dem Spielort seiner bekanntesten Operette Im weißen Rößl.

Ralph Benatzky – CD-Einspielungen

→ Alle Porträts


Empfehlung vom Oktober 2011

CD der Woche am 24.10.2011

F. Liszt

hänssler CLASSIC 3 CD 98.627

Bestellen bei jpc

Die Années de pèlerinage zählen zwar gemeinhin zu Liszts bedeutenden Werken, werden aber gleichzeitig vom Nebel des Halbwissens umwabert. Selbst in Pianistenkreisen kennt man oft nur Vallée d'Obermann, die Petrarca-Sonette, die Dante-Sonate, Venezia e Napoli und die Jeux d'eau à la Villa d'Este. [...]

Klassik Heute
Empfehlung

⇑ nach oben

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc