Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

Aktuelle Infos und Kurzporträts

UA vor 60 Jahren: Leonard Bernstein, West Side Story

Uraufführung vor 60 Jahren

UA 1957

19

August

Gut achteinhalb Jahre dauerte es von der Idee bis zur Uraufführung – dann konnte das Meisterwerk aus der Feder Leonard Bernsteins seinen Siegeszug um die Welt antreten. Seit seiner Uraufführung vor 60 Jahren am 19. August 1957 ist Bernsteins West Side Story zum Inbegriff des amerikanischen Musicals geworden. Tanz, Gesang und Schauspiel sind auf bisher nicht gebotenem Niveau miteinander verschmolzen. Die Verfilmung wurde mit zehn Oscars ausgezeichnet. Die Ursprungsidee hatte der Choreograph und Produzent Jerome Robbins. Er schlug im Januar 1949 Leonard Bernstein, der damals bereits recht bekannt war, vor, eine moderne Version von Romeo und Julia auf die Bühne zu bringen. Als Librettist schlug er den Schriftsteller, Regisseur und Broadway-Drehbuchautor Arthur Laurents vor. Man einigte sich schnell und Laurents und Bernstein machten sich an die Arbeit und legten auch rasch erste Ergebnisse vor. Die Songtexte steuerte Stephen Sondheim bei. Doch aus terminlichen Gründen musste ein erster Probentermin verschoben werden. Dann wurde aus der „East Side Story“, die Probleme zwischen jüdischen und christlichen Konfliktparteien thematisierte – was Bernstein dann zu altmodisch erschien – die „West Side Story“, die die Thematik auf Rassenkonflikte zwischen puerto-ricanischen und amerikanischen Jugendbanden verlagerte. Es kam zu weiteren Verzögerungen bis die West Side Story schließlich auf die Bühne kam. Am 19. August fand die erste „Vorpremiere“ National Theatre in Washington statt, die offizielle Uraufführung war am 26. September im Winter Garden Theatre in New York. Bernstein setzt in geniales Weise Stilmittel des Jazzs, der klassischen Oper und lateinamerikanischen Tanzmusik und Folklore ein und charakterisiert durch den Einsatz gezielter musikalischer Mittel die rivalisierenden Gruppen Jets und Sharks. Nicht nur Bernsteins Musik ist bis heute mitreißend und modern geblieben, sondern auch die Thematik des Rassenkonflikts hat in der 60jährigen Geschichte dieses Musicals (leider) nichts an seiner Aktualität eingebüßt. 1961 wurde das Musical mit Natalie Wood als Maria (Gesang: Marni Nixon), Richard Beymer als Tony (Gesang: Jim Bryant) und Rita Moreno als Anita verfilmt. Die erste deutschsprachige Aufführung fand 1968 in der Volksoper in Wien statt.

CD-Einspielungen

West Side Story

Erwin Schulhoff 75. Todestag

† 1942

18

August

Am 8. Juni 1894 wurde der Pianist und Komponist Erwin Schulhoff in Prag geboren. Er war einer der originellsten Komponisten seiner Zeit und hat in den wenigen Jahren, die ihm bis zu seinem frühen Tod als Opfer des Nazi-Regimes blieb, ein vielschichtiges Œuvre hinterlassen. 1928 wurde in Berlin seine erste Sinfonie von Erich Kleiber uraufgeführt, 1932 erlebte seine Oper "Flammen" in Brünn ihre Uraufführung. Nachdem ihm 1933 Auftrittsverbot in Deutschland erteilt wurde, beantragte er ein Visum für die Einreise in die Sowjetunion. Noch ehe er es erhielt erfolgte seine Verhaftung durch die Nazis während der Besetzung der Tschechoslowakei in Prag und seine Deportation nach Würzburg, wo er am 18. August an Tuberkolose starb.

Erwin Schulhoff – CD-Einspielungen

Tan Dun 60. Geburtstag

* 1957

18

August

Am 18. August feiert der chinesische Komponist und Dirigent Tan Dun seinen 60. Geburtstag. Er wurde 1957 in einem Dorf in der chinesischen Provinz Hunan geboren. Als Kind war er fasziniert von den Ritualen und Zeremonien des Dorfschamanen, die mit Klängen und Geräuschen von Naturobjeketen wie Steinen oder Wasser zelebriert wurden. Infolge der Kulturrevolution konnte er seine musikalischen Neigungen jedoch nicht weiterverfolgen, sondern musste ab 1974 als Reisbauer arbeiten. Er schloss sich aber einem Ensemble von Mitgliedern der Kommune an und lernte, traditionelle chinesische Streichinstrumente zu spielen. Durch ein tragisches Schiffsunglück, bei dem mehrere Mitglieder eine Peking-Oper-Gruppe ums Leben kammen, bot sich ihm die Chance, sich als Violinist und Arrangeur der Truppe anzuschließen. Dies wiederum ermöglichte es ihm, von 1977 bis 1983 am Zentralen Konservatorium in Peking Komposition zu studieren. Dort kam er in Kontakt mit namhaften Komponisten wie Toru Takemitsu, George Crumb, Hans Werner Henze, Isang Yun und Chou Wen-Chung. 1986 ging er als Doktorand nach New York City an die Columbia University und promovierte dort 1993. Maßgebliche Impulse für sein kompositorisches Schaffen gaben ihm Begegnungen mit Philip Glass, John Cage, Meredith Monk und Steve Reich. In seinen Kompositionen verbindet er klassische und moderne Stilmittel mit europäischen und asiatischen Musiktraditionen. 1996 beendete er seine erste, von der Kritik hoch gelobte Oper Marco Polo. Es folgten 1998 Peony Pavilion und 2006 die Uraufführung an der Met von The First Emperor unter James Levine mit Plácido Domingo in der Hauptrolle. Im Jahr 2000 fand zum 250. Todestag von Johann Sebastian Bach nach einem Auftrag der Internationalen Bachakademie die Uraufführung der Water Passion nach dem Matthäus-Evangelium statt. Im gleichen Jahr wurde er auch dem Filmpublikum durch seine Oscar-prämierte Filmmusik zur Tiger and Dragon bekannt. Weitere wichtige Daten sind die Uraufführung seines Klavierkonzerts Hear & Now 2008 mit Lang Lang unter Leonard Slatkin in der New Yorker Philharmonie, eine Internet Symphony No. 1 für das YouTube Symphony Orchester im Auftrag von Google 2008 und 2009 sein Earth Concerto for ceramic instruments and orchestra to commemorate the 150th anniversary of Gustav Mahler's birth als Auftragswerk des Musikfestivals Grafenegg. 2010 war er Kulturbotschafter für die Expo in Shanghai. Als Dirigent leitete er viele namhafte Orchester wie das Concertgebouw-Orchester, das London Symphony Orchestra, die Berliner Philharmoniker, die Münchner Philharmoniker, das New York Philharmonic, das Philadelphia Orchestra, das Orchestre National de France, das BBC Symphony Orchestra oder die Filarmonica della Scala.

Tan Dun – CD-Einspielungen

→ Alle Porträts


Empfehlung vom August 2012

CD der Woche am 06.08.2012

Ludwig van Beethoven

Complete Works for Solo Piano - Volume 11

Ludwig van Beethoven

Bestellen bei jpc

Ronald Brautigams musikalische und philologische Kompetenz für das Reich der Beethovenschen Klavierwerke ist mit der Gesamteinspielung der 32 Sonaten hinreichend und wohl kaum widersprochen belegt. Jetzt wechselt er das Terrain und widmet sich in Folge elf zum ersten Mal den Schätzen der [...]

Klassik Heute
Empfehlung

⇑ nach oben

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc