Die Auseinandersetzung mit der Musik von Komponistinnen hat in den letzten Jahren zum Glück stark zugenommen. Die Harfenistin Anne-Sophie Bertrand widmet sich auf ihrer neuen CD „Amalie’s Cosmos“ jedoch einem ganz anderen Frauentyp. Denn hier handelt es sich nicht um eine Komponistin, sondern Amalie Beer gehörte zu den wichtigsten Frauen des 18. und 19. Jahrhunderts in Berlin, hatte sie dort doch einen bedeutenden Salon. In den Salons trafen sich unter anderem Künstler, Gelehrte, aber auch Interessierte. Somit boten sie eine wichtige Möglichkeit des Austausches in einem kleinen Rahmen: Hier konnten Kompositionen ausprobiert werden, bevor sie der großen Öffentlichkeit präsentiert wurden. In der Semi-Öffentlichkeit des Salons konnten auch Frauen auftreten – in einer Zeit, in der dies noch nicht selbstverständlich war. Gastgeberinnen der Salons waren in der Regel Frauen, die ein besonderes Händchen dafür hatten oder bis heute haben, ein Netzwerk aufzubauen und Menschen unterschiedlicher Couleur zusammenzubringen.
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.
Podium Gegenwart: 40 Jahre Edition Zeitgenössische Musik
Imposante Dokumentation der Musik unserer Zeit
Ensemble Musikfabrik und die Komponistin Milica Djordjeic im Deutschlandfunk.,Foto: Barbara Frommann
Über 125 Komponisten-Porträts, Aufnahmen mit über 100 verschiedenen Interpreten – die Edition Zeitgenössische Musik (EZM) macht Musikgeschichte erlebbar. Podium Gegenwart, ein Projekt des Deutschen Musikrats, fördert mit den Porträt-Alben aufstrebende Komponist:innen aus Deutschland. Diese werden einmal im Jahr von einer Fachjury ausgewählt. Seit 1986 gibt Podium Gegenwart die Porträt-Alben als CDs beim Label Wergo und seit Kurzem auch als Online-Veröffentlichung mit Print-Booklet heraus. [08.04.2026]
Die Hamburgische Staatsoper, Foto: Niklas Marc Heinecke
Die Hamburgische Staatsoper startet mit der Spielzeit 2026/27 in eine neue Phase programmatischer Erneuerung. Aufbauend auf dem Programm der vergangenen Saison setzt die Spielzeit 2026/27 unter dem Führungsquintett Tobias Kratzer, Lloyd Riggins, Nicolas Hartmann, Dr. Matthias Schloderer sowie Omer Meir Wellber auf innovative Inszenierungen, außergewöhnliche Konzertformate, partizipative Vermittlungsangebote und ein starkes Profil in Oper, Ballett und Orchester. Aufgrund der Sanierung des Orchestergrabens zieht die Staatsoper am Ende der Spielzeit für einige Wochen – vom 22. Mai bis 04. Juli 2027 – in die Zeltlandschaft der Kuppel Hamburg, die als spektakuläre Außenspielstätte den Rahmen für ein ebenso außergewöhnliches Programm bietet. [08.04.2026]
Sächsische Bläserphilharmonie auf Konzertreise in New York
Vier Tage in New York - Drei Konzerte
Sächsische Bläserphilharmonie, Foto: Marco Kitzing
Die Sächsische Bläserphilharmonie aus Bad Lausick, Deutschlands einziges professionelles Orchester in reiner Bläserbesetzung und Preisträger des OPUS KLASSIK 2023, trat am Ostermontag, 6. April 2026, in der Carnegie Hall in New York auf. Das Ensemble präsentiert beim New York International Music Festival ein Programm, das sächsische Musiktradition auf Weltniveau bringt – von Bach über Wagner. Sachsens Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch, begleitet die Delegation persönlich. [08.04.2026]
Wolfgang Amadeus Mozart schuf diese Oper im Alter von 18 Jahren. Nun kommt sie erstmals am Stadttheater Gießen auf die Bühne: Die Gärtnerin aus Liebe feiert am Samstag, 11. April 2026 in einer Inszenierung von Ute M. Engelhardt Premiere und Gießener Erstaufführung. Die musikalische Leitung hat Vladimir Yaskorski. [08.04.2026]
Auch das Jahr 2025 hat wieder zahlreiche empfehlenswerte Einspielungen hervorgebracht. Alle "CDs der Woche" und alle "Klassik Heute-Empfehlungen" finden Sie aufgelistet unter dem Menüpunkt "Medien -> Empfehlungen". Außerdem haben wir wieder eine Best of-Liste mit 30 Einspielungen des Jahres 2025 zusammengestellt, die unsere Rezensenten persönlich ganz besonders beeindruckt haben - besser geht's nicht!
György Kurtág
Complete Flute Music Markus Brönnimann and friends
Tacet 1 CD 281
Er ist der größte lebende Meister der Miniatur und ein Genie der Andeutung und Aussparung: György Kurtág – der am 19. Februar dieses Jahres hoffentlich 100 Jahre alt wird – hat der Flöte einige seiner tiefschürfendsten Gedanken anvertraut. Der Flötist Markus Brönnimann und seine Mitstreiter entlocken Kurtágs musikalischen Konzentraten im wahrsten Sinne des Wortes spielend auch ihre „allerkleinsten“ Geheimnisse.
Von 1721 bis zu seinem Tod am 25. Juni 1767 war Georg Philipp Telemann in Hamburg Kantor am Johanneum und Director Musices der Hansestadt: Als Hamburgischer Musikdirector hatte er auch für die geistliche Musik an den fünf Hauptkirchen der Stadt zu sorgen – ähnlich wie es dem Kollegen Bach in Leipzig oblag, der neben der Musik für St. Thomas auch die übrigen Kirchen der Messestadt mit geistlicher Musik zu versorgen hatte. Telemann hatte sich von Hamburg ja auch 1723 neben J. S. Bach um die Stelle als Thomaskantor in Leipzig beworben; allerdings hatte er diese Bewerbung vielleicht nur lanciert, um sein Hamburger Gehalt zu verbessern, was ihm zwei Mal gelang.
Johanna Winkel (Sopran)
Margot Oitzinger (Alt)
Georg Poplutz (Tenor)
Peter Kooij (Bass)
Die Kölner Akademie
Michael Alexander Willens (Leitung)