Der italienische Komponist Ercole Nisini lässt sich von Alter Musik und historischer Aufführungspraxis inspirieren. Seine Neukompositionen führt er mit dem sechsköpfigen „Ercole Nisini Ensemble“ auf, das er von der Renaissance-Posaune aus leitet. Hier vereinen sich neben dem Namensgeber der Tenor Wolfram Lattke sowie Musiker an Theorbe, Harfe, Orgelpositiv und historischem Schlagwerk. 2024/25 wurde Nisini als Artist in Residence auf das mecklenburgische Gut Hohen Luckow eingeladen. Dort steht ein prachtvolles Herrenhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert, in dessen Rittersaal vorliegendes Album aufgenommen wurde. In vier neobarocken Kompositionen erweckt Nisini die Stuck-Figuren an den Wänden und Decken von Gut Hohen Luckow zu neuem Leben. Er verwendet dabei barocke Formen als kreatives Sprungbrett und verbindet sie mit heutigen Rhythmen und Akkordfolgen.
Wolfram Lattke (Tenor)
Thor-Harald Johnsen (Theorbe, Chitarra)
Peter Kuhnsch (Schlaginstrumente)
Zita Mikijanska (Truhenorgel)
Johanna Seitz (Harfe)
Ercole Nisini (Posaune, Leitung)
Alle drei Orgel-Finalisten mussten im Herkulessaal der Münchner Residenz das Orgelkonzert g-Moll für Orgel, Streicher und Pauke von Francis Poulenc spielen. Partner dabei war das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das unter der Leitung von Bar Avni, die mit ebenso einfühlsamen wie elegant-suggestiven Gesten dirigierte und alle drei Finalisten gleich engagiert begleitete. [10.09.2026]
Das Semifinale erwies sich für die sechs Preis-Kombattanten als echter Härtetest hinsichtlich Konzentration und Ansatz. Diesmal galt es, die gestrenge Jury mit zwei Konzerten und der Auftragskomposition Settling von Nina Ŝenk zu überzeugen. Bezüglich der Konzerte von Antonio Vivaldi bestand die Auswahlmöglichkeit aus einer Liste von 10 Werken. Hinzu kam das 1979 vollendete Konzert für Fagott und 11 Streichinstrumente von Jean Françaix. [09.09.2026]
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.
Finale im Fach Fagott heute beim ARD-Musikwettbewerb
Enrico Bassi, Jappe Dendievel und Laure Thomas wetteifern um die begehrten Preise
Jappe Dendievel ist einer der drei Finaisten im Fach Fagott., Foto: Daniel Delang
Nachdem Enrico Bassi, Jappe Dendievel und Laure Thomas die ersten beiden Wettbewerbsrunden sowie das Semifinale erfolgreich absolviert haben, findet heute ab 16 Uhr im Herkulessaal der Residenz das Finale zusammen mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Bar Avni statt. Die Finalisten haben die Wahl zwischen dem Konzert B-Dur KV 191 von W.A. Mozart, dem Konzert von Johann Nepomuk Hummel F-Dur oder dem Konzert F-Dur op. 75 von Carl Maria von Weber. Nach dieser letzten Herausforderung berät sich die Jury und verkündet, wenn sie zu einem Ergebnis gekommen ist, die namentliche Reihenfolge der Preisträger. [11.09.2026]
Stefan Herheims preisgekrönte „Don Giovanni“-Inszenierung zum 20-jährigen Jubiläum wieder im Aalto-Theater
Szene aus Stefan Herheims Don Giovanni-Inszenierung am Aalto Theater Essen. Foto: Bjoern Hickmann
Seit 20 Jahren ist Stefan Herheims Inszenierung von MozartsDon Giovanni am Aalto Musiktheater Essen ein Publikumsrenner. Für seine spannende Deutung der Oper wurde Herheim 2007 von der Zeitschrift „Opernwelt“ als Regisseur des Jahres ausgezeichnet. Die Wiederaufnahme im Aalto-Theater findet am Sonntag, 13. September 2026, um 18:00 Uhr statt. Weitere Vorstellungen folgen am 20. September sowie am 01. und 28. November. Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Andrea Sanguineti wirken mit: Tijl Faveyts (Komtur), Massimo Cavalletti (Don Giovanni), Baurzhan Anderzhanov/Almas Svilpa (Leporello), Idil Kutay (Donna Anna), Mykhailo Kushlyk (Don Ottavio), Jingjing Xu (Donna Elvira), Karel Martin Ludvik (Masetto), Liliana de Sousa (Zerlina). [11.09.2026]
Auszeichnungen beim 14. Österreichischen Musiktheaterpreis 2026
Erfolgreiche Produktionen des Tiroler Landestheaters und der Volksoper Wien
Das Leading-Team des Tiroler Landestheater wurde für "Brundibar" als beste Gesamtpodurktion Jugend ausgezeichnet. Foto: Christian Jobst
„Fünf Nominierungen, zwei Auszeichnungen – einen beglückenderen Start in die neue Theatersaison kann man sich gar nicht ausmalen“, jubelte die Intendantin des Tiroler Landestheaters, Irene Girkinger, bei der Verleihung des 14. Österreichischen Musiktheaterpreises am 8. September in der Votivkirche gemeinsam mit ihren Musiktheater- und Tanz-Co-Direktorinnen und dem ebenfalls angereisten Brundibár-Leading-Team. „Wir sind alle überwältigt und freuen uns unglaublich, dass unser programmatischer Mut und Anspruch im Musiktheater mit diesen beiden Auszeichnungen eine so wunderbare überregionale Würdigung erfahren hat. [11.09.2026]
Sieben Leipziger Bühnen zeigen sich unter einem gemeinsamen Namen
Der Leipziger Westen macht seine Theaterdichte sichtbar
Oper Leipzig, Foto: Andreas Schmidt
Sieben Theater im Leipziger Westen treten ab sofort unter dem Namen „Theaterquartier West“ auf. Lofft– Das Theater, die Musikalische Komödie, das Neue Schauspiel Leipzig, die Residenz des Schauspiel Leipzig, die Schaubühne Lindenfels, das Theater der Jungen Welt und das Figurentheaterzentrum Westflügel Leipzig machen mit dem Motto „1 Viertel. 7 Theater.“ sichtbar, was in den Stadtteilen Lindenau und Plagwitz über Jahrzehnte gewachsen ist: eines der theaterreichsten Quartiere Deutschlands. [11.09.2026]
Die Michaelskirche war gut gefüllt: Groß war die Freude darüber, dass nach 18 Jahren wieder die Orgel als Wettbewerbs-Instrument zugelassen war. Aus zwanzig Bewerbern hatte die siebenköpfige Jury unter der Leitung von Andres Uibo (Estland) sechs Semifinalisten ausgewählt, die sich an zwei Abenden an der großen Rieger-Orgel mit ihren 4 Manualen und 75 Registern präsentieren durften. Alles wurde auf eine Leinwand ins Kirchenschiff übertragen. Dabei musste jeder die Auftragskomposition spielen: Das Glasperlenspiel für Orgel Solo von Enjott Schneider. [06.09.2026]
Vor 240 Jahren, am 11. September 1786, wurde der deutsch-dänische Komponist Friedrich Daniel Rudolf Kuhlau in Uelzen geboren. Er war eine der zentralen Figuren des dänischen „Goldenen Zeitalters“ und machte sich mit der Schauspielmusik zum Drama Elverhøj (deutsch: Der Elfenhügel) in Dänemark unsterblich. Zu Lebzeiten war Kuhlau hauptsächlich als Konzertpianist und Opernkomponist bekannt. Als bewunderer Beethovens führte er viele seiner Werke in Kopenhagen auf. Er hinterließ mehr als 200 veröffentlichte Werke aller Genres, obwohl viele seiner bis dahin unveröffentlichten Werke durch einen Brand vernichtet wurden.