Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

Besprechungen der letzten 30 Tage

Travel Concertos

Bach • Pisendel • Kress • Heinichen • Durant
Ensemble Diderot

Audax Records ADX11204

1 CD • 76min • 2022

28.01.202310 10 10

Auf eine Virtuosenreise durch deutsche musikalische Landschaften am Anfang des 18. Jahrhunderts lädt Johannes Pramsohler mit seinem Ensemble Diderot seine Zuörer auf dieser CD ein. Dabei richtet er seine Aufmerksamkeit auf Werke, die Komponisten in der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert in ihr musikalisches Gepäck einsortierten, wenn sie sich auf Reisen begaben, um ihr Talent an anderen Wirkungsstätten vorzustellen und sich erhofften, für ihre Kunst Interesse zu wecken. Hier galt es also, zwei Zielvorgaben zu berücksichtigen: einerseits, seine Fertigkeiten in einer Weise zu präsentieren, dass aus dem Auftritt in der Fremde lukrative Aufträge für die eigene kompositorische Produktion gewonnen werden konnten und die Mühen und Kosten einer solchen Promotionstour in eigener Sache amortisiert werden konnten – andrerseits mussten die ins Gepäck genommenen Werke mit einem Minimum an Aufwand an Aufführungssituationen anderenorts anzupassen sein.

»zur Besprechung«

Frédéric Chopin

1st Piano Concerto and Mazurkas
Margarita Höhenrieder

Solo Musica SM 400

1 CD • 69min • 2021, 2022

27.01.202310 9 9

Die Pianistin Margarita Höhenrieder sucht nach dem authentischen Chopin-Klang. Der Komponist selbst bevorzugte Klaviere der Firma Pleyel. Für ihre Aufnahme wählte die Pianistin daher einen Pleyel-Hammerflügel, der um 1855 in Paris entstand und originalgetreu restauriert wurde – er ist absolut baugleich mit jenem Instrument, das Chopin besaß. So wird es im Beiheft von der Pianistin erklärt, die für ihre Aufnahme der Mazurken zudem einen kleineren Saal wählte. So kann der Hörer eine Zeitreise in die Salonkultur des 19. Jahrhunderts unternehmen.

»zur Besprechung«

Georg Philipp Telemann

Kantaten - Französischer Jahrgang Vol. 2

cpo 555 437-2

2 CD • 2h 13min • 2021

26.01.202310 10 10

Die zweite Folge aller Kantaten des „Französischen Jahrgangs 1714/1715“ von Georg Philipp Telemann ist wieder eine glorreiche Unternehmung. Und man ist erstaunt, ja verblüfft, ob der hohen, stets wortgezeugten Kompositionskunst Telemanns – vor allem in den Rezitativen, die ja schnell langweilen können – und ob der großen Vielfalt in einer kompakten, am Szenenaufbau der französischen Oper Lullys orientierten Struktur mit vielen französischen Tanzformen sowie der oft ausgefallenen Klangfarben. Demzufolge schwärmt das kenntnisreiche und ausführliche Booklet mit Recht und weist insbesondere darauf hin, dass die Bezeichnung „Französische Kantaten“ daher rührt, dass Telemann sich hier dem französischen Stil verschreibt, auch mit den typisch punktierten Ouvertüren.

»zur Besprechung«

Trio Imàge

Martin • Vladigerov • Turina
Piano Trios

CAvi-music 8553514

1 CD • 62min • 2021

25.01.20239 9 9

Das mehrfach preisgekrönte Klaviertrio Imàge musiziert seit 2008 in der aktuellen Besetzung. Auch auf seiner nunmehr vierten CD beweist es Mut zu unbekanntem Repertoire: Im Mittelpunkt steht das monumentale, hochromantische Klaviertrio b-Moll von Pantscho Wladigerow. Der bulgarische Komponist schrieb das Trio, sein Opus 4, während des Studiums in Berlin. Es lässt eine originelle Melodik und Harmonik sowie Spuren bulgarischer Folklore erkennen.

»zur Besprechung«

Dvořák

Slavonic Dances
Adrienne Soós • Ivo Haag

Prospero PROSP0047

1 CD • 69min • 2021

24.01.20238 8 8

Auf CD sind Antonín Dvořáks Slawische Tänze weitaus häufiger in der vom Komponisten besorgten Instrumentation, denn in der Originalversion für Klavier vierhändig zu finden. Deshalb ist zunächst einmal jede Neueinspielung dieser von der Nationalmusik- inspirierten Werke in dieser Besetzung verdienstvoll.

»zur Besprechung«

Johann Hermann Schein

Israels Brünnlein 1623

cpo 555 459-2

2 CD • 1h 41min • 2021

23.01.202310 10 10

Auch wenn der Thomaskantor Johann Hermann Schein (1586-1630) mit Schütz und Scheidt zu den drei großen „S“ des musikalischen Frühbarocks gehört, wird er im Konzertleben eher wenig berücksichtigt. Zu Unrecht, wenn man sein 1623 veröffentlichtes Israelsbrünnlein hört, diese Sammlung von „geistlichen Madrigalen“ in „Italian-Madrigalischer Manier“, wie Schein selber es ziemlich widersprüchlich formuliert. Das Booklet erklärt es kundig: Motetten sind geistliche Vokalwerke in lateinischer Sprache, die den Text auslegen. Madrigale sind weltliche Vokalwerke in deutscher Sprache, die die Musik zu emotionaler Sprache werden lassen, zu einer „rhythmisch einheitliche(n) Deklamation, um diese Rede textverständlich zu halten“.

»zur Besprechung«

Hélène de Montgeroult

études
Clare Hammond

BIS 2603

1 CD/SACD stereo/surround • 68min • 2021

22.01.20239 10 9

Angesichts der Zeitläufte ihrer Lebensspanne liest sich Hélène de Montgeroults (1764-1836) Biographie wie ein Abenteuerroman: Ein Wunderkind im Frankreich Ludwigs XVI.; dann zweimal während der Revolution inhaftiert, konnte sie während der Herrschaft des Terrors ihr Leben bewahren und wurde schließlich Professorin am 1795 gegründeten Conservatoire de Musique in Paris – als erste Frau in einer solchen Position. Obwohl nur acht Jahre jünger als Mozart, zeigt ihre Musik deutlich die Kennzeichen des romantischen Stils – es ist sicherlich zutreffend, ihrem Musikstil eine Brückenfunktion zwischen Mozart und Chopin zuzuschreiben, wie es verschiedentlich geschehen ist.

»zur Besprechung«

zala & val kravos

Piano Duet
Mozart Schubert Bizet Choveaux

Ars Produktion ARS 38 756

1 CD/SACD stereo/surround • 69min • 2021

21.01.20239 9 9

Gerade mal 17 und 19 Jahre alt waren das Geschwisterpaar Zala und Val Kravos aus Slowenien, als sie diese CD im Jahre 2021 aufnahmen. Die gemeinsame Spontaneität und Spielfreude und der juvenile Charme leuchten bei allen gespielten Stücken geradezu heraus. Frisch, immer vorwärtsdrängend, mit vollem Elan und Schwung und voll gespannter Intensität erklingt Mozarts Sonata KV 381, zart, zärtlich, ja zauberhaft, aber beileibe nicht weichlich und in großen melodieübergreifenden Bögen, in spannungsvoller Ruhe und mit klar gezeichneten und gleichmäßigen Verzierungen gespielt ist dessen langes Andante.

»zur Besprechung«

Edition Klavier-Festival Ruhr

Robert Schumann und York Höller

Initiativkreis Ruhr 8553519

2 CD • 2h 31min • 2022

20.01.20239 9 9

Seit rund 25 Jahren dokumentiert das Klavier-Festival Ruhr ausgewählte Konzerte in Rahmen einer umfangreichen CD-Edition, und so handelt es sich bei der vorliegenden Doppel-CD mit Mitschnitten des vergangenen Jahres bereits um die 41. Folge dieser Anthologie. Auf der ersten CD interpretieren die beiden Festival-Debütanten Elena Fischer-Dieskau und Giorgi Gigashvili Werke Robert Schumanns, während die zweite CD (u.a. mit Hanni Liang, Martin Helmchen sowie der Cellistin Marie-Elisabeth Hecker) dem Schaffen York Höllers (Jg. 1944) gewidmet ist. Im Falle seines Doppelkonzerts für Violoncello, Klavier und Orchester handelt es sich sogar um die Uraufführung eines Auftragswerks des Festivals.

»zur Besprechung«

Paul Paray

Œuvres pour piano Volume 2
Katia Krivokochenko

CiAr Classics CC 006

1 CD • 71min • 2020, 2021

19.01.20239 10 9

Der Franzose Paul Paray, Jahrgang 1886, machte sich als Dirigent einen Namen. Weniger bekannt ist, dass er zunächst die Laufbahn eines Komponisten einschlug. Als junger Mann von 25 Jahren gewann er 1911 sogar den prestigeträchtigen „Prix de Rome‟. Den damit verbundenen Aufenthalt in der Villa Medici musste er jedoch abbrechen, da der Erste Weltkrieg ausbrach und er eingezogen wurde.

»zur Besprechung«

Paweł Łukaszewski

Sacred Choral Works

Ondine ODE 1406-2

1 CD • 59min • 2021

18.01.20239 9 9

Zwei volle Seiten beansprucht die aus seiner englischen Homepage ins Booklet dieses Albums übernommene Vita des polnischen Komponisten Paweł Łukaszewski (Jg. 1968) – eine nicht enden wollende Aufzählung gewonnener Preise und leitender Funktionen im Universitäts- und Musikbetrieb. Ob er in Deutschland so bekannt ist wie in seiner Heimat oder in England, weiß ich nicht. In jedem Fall dürften die meisten hier vorgelegten Kompositionen für die Hörer neu sein, bei acht von den elf Titeln handelt es sich um Weltersteinspielungen.

»zur Besprechung«

Mily Balakirev

Dinara Klinton, Niederrheinische Sinfoniker, Mihkel Kütson

MDG 952 2236-6

1 CD/SACD stereo/surround • 68min • 2021

17.01.20239 9 9

Der berühmteste russische Komponist? Tschaikowsky natürlich! Auch wenn man sein OŒuvre und seine Bedeutung nicht schmälern will, so lohnt es sich doch auf jeden Fall, auch die Musik um Tschaikowsky herum zu entdecken. Hierzu gehört auch die Musik Mily Balakirevs, der seinerseits alles andere als ein Unbekannter war: Balakirev prägte die russische Musik im 19. Jahrhundert ganz entscheidend. Gemeinsam mit César Cui, Modest Mussorgsky, Nikolai Rimsky-Korsakov und Alexander Borodin bildete er die Gruppe „Das mächtige Häuflein“, das sich einer russischen Musik frei von westlichen Einflüssen und ohne die Einschränkungen durch ein akademisches Studium verschrieben hatte.

»zur Besprechung«

Grażyna Bacewicz

Complete Symphonic Works Vol. 1

cpo 555 556-2

1 CD • 54min • 2021

16.01.202310 10 10

Grażyna Bacewicz (1909-1969), die jugendliche Hochbegabung als Geigerin und Komponistin, erhielt nach frühen Abschlüssen in Polen bei Carl Flesch und Nadia Boulanger in Paris den letzten Schliff. Für die Förderung polnischer Komponistinnen wurde sie später zu Recht eine Ikone. Gerade ihr symphonisches Schaffen – in ihrer Heimat mittlerweile neben den Werken Lutosławskis oder Pendereckis Standardrepertoire – hat leider noch nicht so richtig den Weg in den Westen gefunden. Umso erfreulicher, dass cpo für seine nun begonnene Gesamtaufnahme unter Łukasz Borowicz das WDR Sinfonieorchester gewinnen konnte.

»zur Besprechung«

Luiz Costa

Poemas do Monte
Artur Pereira

Sonoris Causa SC004

1 CD • 50min • 2021

15.01.20239 9 9

An Klanglandschaften mangelt es nicht in der Musik, vor allem nicht, wenn mit diesem Begriff der Versuch unternommen wird, musikalische Erlebnisse mit Worten und Assoziationen zu beschreiben. Im Falle des portugiesischen Komponisten Luiz Costa darf so etwas ruhig einmal wörtlich genommen werden. Denn Costa ließ sich in seinen zwischen 1916 und 1931 entstandenen Poemas do Monte unmittelbar von Landschaft inspirieren, vor allem von der Bergwelt als ihrer mächtigsten Ausprägung.

»zur Besprechung«

Anzeige

The Essential Hebrew Violin

Anne Battegay

Ars Produktion ARS 38 348

1 CD/SACD stereo/surround • 49min • 2022

14.01.20239 9 9

Die vorliegende Neuerscheinung des Labels Ars Produktion ist „The Essential Hebrew Violin“ betitelt, wobei man bei näherem Hinsehen feststellt, dass es gar nicht so einfach ist, das recht bunte, insgesamt 50-minütige Programm kurz auf einen Nenner zu bringen. Konzipiert von der Schweizer Geigerin Anne Battegay, ist das verbindende Element aller zehn Stücke ein Bezug zu jüdischer Kultur. Fast alle Werke sind von jüdischer Musik inspiriert (nur bei Fritz Kreislers Marche miniature viennoise steht der Bezug zu Wien an erster Stelle), und die Mehrzahl der Komponisten hat einen jüdischen Hintergrund, es sind aber auch Werke von Ravel, Bruch und Prokofjew enthalten.

»zur Besprechung«

Feininger Trio

Brahms • Korngold
Piano Trios

CAvi-music 8553513

1 CD • 60min • 2020

13.01.20238 8 7

Wohl kaum jemand, der das Klaviertrio op. 1 von Erich Wolfgang Korngold zum ersten Mal hört, käme auf die Idee, dass es sich um eine Komposition handelt, die ein Dreizehnjähriger „seinem lieben Papa“ widmete. Deshalb hat es durchaus seine Berechtigung, dass das Feininger Trio diesen Geniestreich dem mittleren der drei Klaviertrios von Johannes Brahms gegenüberstellt.

»zur Besprechung«

Eberhard Klemmstein

Traumlieder

Thorofon CTH2679

1 CD • 73min • 2020

12.01.20238 8 8

Mehr als zwei Jahrzehnte war Eberhard Klemmstein (Jg. 1941) als freier Bratschist und Kammermusiker erfolgreich, als er 1985 neben diesen Tätigkeiten systematisch zu komponieren begann. Seither hat er ein reiches und vielseitiges Œuvre geschaffen, zu dem neben Kammermusik in verschiedenen Besetzungen auch Opern und Sinfonien zählen. Das Kunstlied nimmt in seinem Werkverzeichnis einen überschaubaren, aber dennoch gewichtigen Raum ein. Denn Klemmstein, der sich stilistisch selbst als „Expressionist mit weitgehend tonaler Prägung“ einordnet, greift wie seine großen Vorgänger des 19. Jahrhunderts literarisch zu den Sternen – zu Goethe, Eichendorff, Heine, Rilke und Hesse – und sucht ihnen musikalisch mit Respekt, aber auch eigenwillig nahe zu kommen, keineswegs epigonal, sondern immer um einen persönlichen Ton bemüht.

»zur Besprechung«

Mozart

Sonatas & Fantasies
Elena Bashkirova

CAvi-music 8553498

1 CD • 78min • 2020

11.01.202310 10 10

Bei soviel Musik in der Verwandt- und Partnerschaft muss Außerordentliches herauskommen: Die Pianistin Elena Bashkirova ist 1958 als Tochter des Pianisten Dmitri Bashkirov geboren, bei dem sie am Tschaikowski-Konservatorium auch studiert hat. Sie war mit Gidon Kremer und ist seit 1988 mit Daniel Barenboim verheiratet, ein Sohn ist Songwriter (David), einer Geiger (Michael). Elena Bashkirova ist 2018 mit dem Preis des Klavier-Festivals Ruhr ausgezeichnet worden, 1998 hat sie das International Jerusalem Chamber Music Festival gegründet, dessen künstlerische Leiterin sie ist. Regelmäßig gastiert sie bei den besten Orchestern – aber CDs hat sie bisher nur relativ wenige aufgenommen, diese ist die erste mit Musik von Mozart.

»zur Besprechung«

Beethoven-Liszt • Mozart-Alkan

BIS 2615

1 CD/SACD stereo/surround • 83min • 2021

10.01.20239 10 9

Auf seiner dritten Veröffentlichung für BIS kombiniert der hauptberuflich als Rechtsanwalt in London tätige, asiatisch-stämmige Paul Wee zwei der ambitioniertesten Klaviertranskriptionen des 19. Jahrhunderts. Bei aller Ernsthaftigkeit des Versuchs, die Illusion eines klassischen Symphonieorchesters auf den Konzertflügel zu bringen, gehen diese in der Wahl ihrer Mittel doch recht unterschiedlich vor. [...]

»zur Besprechung«

Adolf Busch

String Quartet • Flute Quintet • Pieces for String Quartet

cpo 555 279-2

1 CD • 72min • 2019

09.01.202310 10 10

Das soll dem Ehepaar Busch erst einmal jemand nachmachen: Zu Beginn des 20. Jahrhuderts allen sieben Kindern eine künstlerische Ausbildung zu ermöglichen, die bei Dirigent Fritz, Geiger Adolf und Cellist Hermann zu Weltkarrieren führte. Dass Adolf auch ein durchaus talentierter Komponist war, beweist diese Einspielung von Kammermusikwerken des Wahl-Schweizers durch das schweizerische Sarastro-Quartett.

»zur Besprechung«

Schumann • Prokofiev

Nenad Lečič

Kaleidos KAL 6361-2

1 CD • 68min • 2021

08.01.202310 9 10

Zwei Komponisten, zwei musikgeschichtliche Epochen, die fast ein Jahrhundert auseinander liegen und ein Interpret, der mit seiner engagierten Diktion genau weiß, was er mit seinem Instrument und dem zugrunde liegenden Notenmaterial anfängt. Dies alles bündelt sich auf attraktive Weise bei der Aufnahme des serbischen Pianisten Nenad Lečič für das Label Kaleidos. Robert Schumanns Fantasie C-Dur op. 17 und seine Arabeske C-Dur op. 18 auf der einen Seite, andererseits Sergej Prokofievs siebte Klaviersonate B-Dur op. 83 und ein eher selten gespieltes Werk, Erzählungen einer alten Großmutter, eröffnen Klangwelten, die vordergründig wenig miteinader zu tun haben.

»zur Besprechung«

Netzel • Sandström • Tarrodi

Piano Concertos

BIS 2576

1 CD/SACD stereo/surround • 80min • 2021

07.01.20238 10 8

Drei sehr unterschiedliche Werke für Klavier und Orchester in Deutschland kaum gespielter schwedischer Komponisten stellt das BIS-Label zur Diskussion. Laura Netzel (1839-1927), die ihre Werke unter dem Pseudonym N. Lago herausgab, hatte unter anderem bei Charles-Marie Widor studiert und gehörte um 1900 zu den am häufigsten aufgeführten Komponistinnen, gerade in Deutschland und Frankreich. Sven-David Sandström (1942-2019) kennt man vor allem wegen seiner großen Kirchenmusikkompositionen, insbesondere der High Mass, die in die Formen von Bachs h-Moll Messe ganz neue Musik gießt. Neu für den Rezensenten ist Andrea Tarrodi (Jahrgang 1981), zumindest in ihrer Heimat bereits mit diversen Preisen ausgezeichnet. Sie war Schülerin von Jan Sandström – nicht mit dem Namensvetter verwandt.

»zur Besprechung«

Ludwig Güttler

In allen meinen Taten

Berlin Classics 0302826BC

2 CD + DVD • 2h 30min • 2022

06.01.202310 10 10

„In allen meinen Taten“ – so das Motto, das der Trompeter, Musikforscher und Kulturmanager Ludwig Güttler seinem Künstlerleben gegeben und als Titel für seine Abschieds-CD gewählt hat. Auch wenn es kaum zu glauben ist, da Güttler bis heute eine enorme Leistung bringt, so hat er für sich entschieden, nach einer über 65-jährigen weltweiten Karriere diese mit dem Ende des Jahres 2022 zu beenden. Was er in diesen 65 Jahren geschafft hat, lässt sich kaum niederschreiben, so umfangreich ist sein Tun

»zur Besprechung«

Jazzissimo

Jazz in Classic Music

Genuin GEN 22972

1 CD • 49min • 2021, 2022

05.01.202310 9 9

„Frei sein. Sich selbst und andere befreien, um nicht nur die Einmaligkeit des Künstlers zu dokumentieren, sondern im und aus dem Moment heraus über sich hinaus zu verweisen“ – so definiert Ralf Dombrowski in den Linernotes zur dieser CD das, was Musikmachen und noch mehr die künstlerische Freiheit dabei ausmacht. Es dürfte kein Zufall sein, dass der Geiger Matthias Well und die Pianistin Lilian Akopova dieses Statement im Booklet ihrer CD „Jazzissimo“ ausgewählt haben.

»zur Besprechung«

Scriabin

The Poem of Ecstasy • Prometheus

BIS 2362

1 CD/SACD stereo/surround • 56min • 2017, 2006

04.01.202310 10 10

Wenn es Stücke gibt, in welchen sich die phänomenalen Qualitäten der BIS-Aufnahme- und Abmischungstechnik ganz besonders lohnen, sind es die beiden wichtigsten Orchesterwerke Alexander Skriabins, die hier in sehr hochkarätigen Darbietungen mit sensationellem Klangbild dokumentiert sind. Das Album könnte ohne jede Prätention auch schlicht ’Scriabin the Ecstatic’ heißen. [...]

»zur Besprechung«

Quer Bach 3

Slixs

Hey!Classics HCL-022948

1 CD • 49min • [P] 2022

03.01.202310 9 10

Vokalensembles liegen im Trend und wetteifern intensiv um die Gunst des Publikums – nicht einfach bei dem hervorragenden Niveau und so viel Kreativität der vielen Sängerinnen und Sänger, die sich einem gemeinsamen rein vokalen Programm widmen. Sehr weit vorn ist hier das professionelle Vokalensemble Slixs, das von den King's Singers geschätzt wurde, was auch der gefeierte Bobby McFerrin erkannt und die hochtalentierten Stimmartisten mit auf Tour genommen hat. Wenn man schon derartige Lorbeeren errungen hat, darf man es auch mit „der besten Musik der Welt“ aufnehmen. Dieses Prädikat klingt natürlich vermessen und wird hier auch mit einem Augenzwinkern bedacht.

»zur Besprechung«

Franz Xaver Richter

Six Sinfonias op. 2

cpo 777 991-2

1 CD • 57min • 2019

02.01.202310 9 10

Der berühmte Musikhistoriker Hugo Riemann beschrieb 1902 im einleitenden Essay zu dem von ihm herausgegebenen Band VII, 2 der „Denkmäler der Tonkunst in Bayern“ mit „Sinfonien der pfalzbayerischen Schule“ Franz Xaver Richter (1709-1789) als den eigentlichen Senior der Mannheimer Schule. Gut also, dass Johannes Moesus mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester in einer Gesamteinspielung der Sinfonien op. 2 diese hohe Wertschätzung verifizierbar macht.

»zur Besprechung«

New Vivaldi

Lautten Compagney Berlin, Wolfgang Katschner

deutsche harmonia mundi 19658724862

1 CD • 64min • 2022

01.01.202310 9 9

Vor fast vier Jahrzehnten entstand die Lautten Compagney Berlin. Gründer und Leiter des Ensembles ist der Lautenist Wolfgang Katschner, der bei seinen Barock-Projekten immer wieder Dialoge mit anderen Stilen und Kulturen sucht. Diesmal wird Antonio Vivaldi gegen den Strich gebürstet. Werke des venezianischen Barockkomponisten treffen auf Einflüsse aus Blues, Jazz, Klezmer oder arabische Klänge.

»zur Besprechung«

Viola à L'École de Paris

Martinů • Tcherepnin • Harsányi • Tansman • Mihalovici

CAvi-music 8553028

1 CD • 72min • 2019

31.12.202210 10 10

Wie aufregend, wenn der ARD-Preisträger 2018 und seit Februar 2022 erster Solo-Bratschist der Berliner Philharmoniker, Diyang Mei, mit dem wohl besten deutschen Kammer-Pianisten und Repertoire-Enzyklopäden Oliver Triendl ein Album mit Stücken erarbeitet, die bisher wohl kaum einer je im Konzertsaal gehört hat. Nämlich Werke von osteuropäischen Komponisten, die in den 1890er Jahren geboren wurden und später zu Wahl-Parisern wurden.

»zur Besprechung«

Sinfoniettas

Poulenc • Prokofiev • Britten

BIS 2601

1 CD/SACD stereo/surround • 63min • 2021

30.12.20229 9 9

Unter der Leitung ihres langjährigen russischen Chefdirigenten Dima Slobodeniouk hat die Sinfonia Lahti an sechs Tagen im Januar 2021 drei zwischen 1909 und 1947 entstandene Sinfonietten eingespielt, in welchen das finnische BIS-Stammorchester seine hohe instrumentale Klasse auf den individuellen Positionen und seine synchrone Disziplin tadellos unter Beweis stellt. Es handelt sich um technisch sehr heikle Partituren, die sich mit relativ kleiner Streicherbesetzung realisieren lassen und klanglich dadurch recht nah an den heute wieder aus Kostengründen in Mode gekommenen Kammerorchester-Besetzungen stehen.

»zur Besprechung«

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige