Johann Joachim Quantz ist bekannt als Flötenlehrer von König Friedrich dem Großen. Als solcher musste er sich einmal bei einer Kontrolle des Vaters Friedrich Wilhelm I. sogar im Schrank verstecken, da dieser die musikalischen Neigungen seines Sohnes ganz und gar nicht duldete. Geboren wurde Quantz am 30. Januar 1697 in Scheden als fünftes Kind des Hufschmieds Andreas Quantz. Bereits als Kind verlor er seine Mutter Anna Ilse († 1702) und seinen Vater († 1707). Sein Onkel Justus, ein Stadtmusikus in Merseburg, und der Ehemann seiner Cousine, ein Organist, übernahmen seine Erziehung und Ausbildung. 1714 wurde er Stadtpfeifer in Pirna und erlernte in dieser Position eine Vielzahl von Instrumenten: Violine, Oboe, Trompete, Zink, Waldhorn, Posaune, Blockflöte, Fagott, Violoncello, Gambe und Kontrabass. Nach Abschluss der Ausbildung bekam er im März 1716 eine Anstellung in der Stadtkapelle Dresden (Oboe und Flöte) und wechselte nach zwei Jahren Dienst als Oboist an die Polnische Kapelle Augusts II. 1717 begab er sich nach Wien, um sich bei Jan Dismas Zelenka und Johann Joseph Fux weiter auszubilden. Im Jahr darauf nahm er in Dresden Querflötenunterricht beim französischen Flötisten Pierre-Gabriel Buffardin und begann zu komponieren. Von 1724 bis 1726 unternahme er eine Reise nach Italien und studierte Kontrapunkt bei Francesco Gasparini, dem Konzertmeister des Lateran in Rom, in Neapel begegnete er Alessandro Scarlatti und dem Kastraten Farinelli, mit dem er Freundschaft schloss, und in Venedig schließlich lernte er sein musikalisches Vorbild Vivaldi kennen. Von 1726 bis 1727 hielt er sich in Paris und London auf und traf auch Georg Friedrich Händel, der ihn drängte, in England zu bleiben. Er kehrte jedoch nach Deutschland zurück und wurde 1728 Flötist bei der Kurfürstlich-Sächsischen und Königlich-Polnischen Kapelle in Dresden. Dort lernte er den damaligen preußischen Kronprinzen Friedrich kennen, dem er gegen alle Verbote des Vaters zunächst heimlich Flötenunterricht erteilte. 1741, nachdem Friedrich König geworden war, machte dieser Quantz 1741 zu seinem Kammermusikus und Hofkomponisten. Diese Position behielt Quantz bis zu seinem Tod inne. Am preußischen Hof in Berlin und Potsdam erteilte er Friedrich täglich Unterricht, leitete Hauskonzerte und komponierte und durfte sogar das Spiel des Königs kritisieren. Quantz betätigte sich außerdem als Flötenbauer, verbessert das Instrument durch Hinzufügung der zweiten Klappe und schrieb 1752 das Flöten-Lehrbuch Versuch einer Anweisung die Flöte traversiere zu spielen. Die Kompositionen von Quantz sind zum größten Teil für Querflöte bestimmt. Insgesamt finden sich mehr als 200 Flöten-Solosonaten, etwa 300 Flötenkonzerte, 45 Triosonaten und 9 Hornkonzerte. Quantz starb am 12. Juli 1773 in Potsdam.
»Johann Joachim Quantz: Biographie und Einspielungen«
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