Obwohl Friedrich von Flotow ein umfangreiches Œuvre – vor allem Opern – hinterlassen hat (die Zahlenangaben in den verschiedenen Opernführern schwanken zwischen 25 und 40), wird sein Name fast auschließlich mit einem Werk in Verbindung gebracht: seiner Oper Martha oder Der Markt von Richmond, die sich bis heute einen Repertoireplatz auf den Opernbühnen sichern konnte. Allenfalls kommt gelegentlich noch Stradella zur Aufführung. Doch damit endet die Rolle, die Flotow im heutigen Musikleben noch spielt. Allerdings wurde ein Großteil des kompositorischen Nachlasses bei einem Brand im Archiv des Verlags Bote & Bock im Zweiten Weltkrieg zerstört. Sein persönlicher Nachlass ist bis auf wenige Ausnahmen verschollen. Ob die dadurch verloren gegangenen Werke an der Gesamtrezeption allerdings etwas geändert hätten, lässt sich natürlich nicht sagen. Flotow wurde am 26. April 1812 auf Gut Teutendorf als zweites von vier Kindern der Eheleute Wilhelm und Caroline Sophie Rahel geboren. Die Eltern waren beide musikalisch, der Vater spielte Flöte, die Mutter Klavier. Sie war es auch, von der Friedrich den ersten Musik- und Klavierunterricht erhielt. Der Vater hatte Friedrich eigentlich für eine Diplomatenlaufbahn vorgesehen und gab nur widerwillig der Neigung seines Sohnes zur Musik und zu einem Beruf als Musiker nach. 1828 reiste er mit ihm nach Paris, damit Friedrich die französische Sprache erlernen und sich mit dem großstädtischen Leben vertraut machen sollte, um so für eine Diplomatenlaufbahn besser gerüstet zu sein. Friedrich nutzte die Gelegenheit allerdings, um sich mit dem Stil der französischen Opéra comique vertraut zu machen. Er nahm Kompositionsunterricht bei Anton Reicha (1770-1836) und Klavierunterricht bei Johann Peter Pixis (1788-1874) und befreundete sich mit Charles Gounod und Jacques Offenbach. Mit den Opern Die Bergknappen und Alfred der Große (beide 1833) versuchte er, Anschluss an die großen Opernhäuser in Paris zu finden. Bis 1839 beschränkte sich sein künstlerischer und gesellschaftlicher Erfolg allerdings auf kleine Theater und auf private aristokratische Kreise. Mit Le Naufrage de la Méduse konnte er einen ersten namhaften Erfolg verzeichnen. Der erste große Erfolg stellte sich 1844 mit dem Pasticcio-Ballett Lady Harriette ou La servante de Greenwich ein, zu dem er den ersten Akt beigesteuert hatte. Dieses Werk öffnete ihm zwar den erhofften Zugang zu den großen Opernhäusern, berühmt wurde Flotow allerdings durch die beiden deutschsprachigen Opern Stradella (Hamburg, 1844) und vor allem Martha (Wien, 1847), die Flotow aus seinem Ballettbeitrag zu Lady Harriette umgearbeitet hatte. Infolge der revolutionären Ereignisse des Jahres 1848 musste Flotow nach Mecklenburg zurückkehren und widmete sich dort neben der Komposition der Bewirtschaftung des Gutes Wutzig, das ihm sein Vater vermachte hatte. 1855 wurde er zum Intendanten der Hofmusik und des Hoftheaters in Schwerin berufen, wo er sich um den Aufbau des Orchesters bemühte. 1863 gab er diesen Posten wegen Intrigen gegen seine Person auf. 1868 zog Flotow auf das Gut Reichenau bei Wien. Von hier aus unternahm er Reisen nach Paris, London, Hamburg, Berlin und Italien. 1870 erzielte er mit der Oper L'ombre seinen letzten großen Erfolg. 1873 kehrte Flotow nach Mecklenburg auf das väterliche Gut Teutendorf zurück. Die drei letzten Lebensjahre verbrachte er bei nachlassender Sehkraft auf Gut Heiligenkreuzberg bei Darmstadt. Er starb am 24. Januar 1883 fast völlig erblindet in Darmstadt. Nur wenige Tage vor seinem Tod schrieb er das Lied Der blinde Musikant.
»Friedrich von Flotow: Biographie und Einspielungen«
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