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[2021] Franz Vinzenz Krommer 190. Todestag

† 1831

8

Januar

vor 190 Jahren

in Wien


Der Komponist Franz Vinzenz Krommer (Fratišek Vincenc Kramář) wurde am 27. November 1959 in Kamenice bei Třebíč im südwestlichen Mähren als Sohn eines Gastwirts geboren. Mit etwa vierzehn Jahren ging Krommer zu seinem Onkel Antonín Matýaš Kramář, einem Kirchenmusiker, nach Tuřany bei Brno, um bei ihm Violine und Orgel zu erlernen. Bald konnte er seinen Onkel bei Gottesdiensten an der Orgel vollwertig vertreten. Da die Möglichkeiten und Aussichten für einen ambitionierten jungen Musiker in Brünn und Umgebung allerdings ziemlich begrenzt waren, begab sich Kramář 1785 nach Wien, wo neben Gluck, Haydn und Mozart noch viele andere zur damaligen Zeit berühmte Musiker wie Florian Gassman, Jan Křitel Vańhal oder Leopold Koželuh wirkten. Hier sah Krommer (Kramář) für sich wesentlich bessere Berufschancen als Musiker. Eine Anstellung in Wien fand er jedoch lange Zeit nicht. So trat er zunächst als 1. Violinist in die Dienste des Grafen Styrum in Simonthurn (Ungarn), wo er zum Musikdirektor aufrückte. 1790 wurde er Chorregent am Dom zu Fünfkirchen, 1793 übernahm er die Leitung der Regimentskapelle des Grafen Karolyí. Nach dessen Tod 1795 leitete er die Kapelle des Fürsten Anton Grassalcovich de Gyarak in Wien, wo er bis zu seinem Lebensende blieb. Als der Fürst starb, versuchte Krommer, seinen Lebensunterhalt als Komponist und Musiklehrer zu bestreiten und war vor allem als Violinlehrer sehr gefragt. Für ein gesichertes Einkommen versuchte er mehrmals vergeblich, eine Anstellung an der Wiener Hofkapelle zu erhalten. Schließlich wurde er 1815 zum Kaiserlichen Kammertürhüter ernannt und begleitete in dieser Funktion Kaiser Franz I. auf seinen Reisen nach Frankreich und Italien. 1818, nach dem Tod Koželuhs, erhielt Krommer auch das Amt des kaiserlichen Kammerkapellmeisters und Hofkompositeur. Diese Stellung behielt er nicht nur bis zu seinem Tod am 8. Januar 1831 inne, sondern er war damit auch der letzte Hofkompositeur. Krommer hinterließ über 300 Werke, die aber heute vielfach nicht zugänglich sind. Zu seinen Lebzeiten war jedoch eine große Anzahl seiner Werke im Druck erschienen, so dass sich seine Werke damals allgemein großer Beliebtheit erfreuten. An der Vielzahl der Ehrungen, die ihm zuteil wurden, lässt sich eine große Wertschätzung ablesen, wenngleich auch die bedeutenderen Komponistenkollegen ihn als oberflächlichen Vielschreiber abqualifizierten. Nach Krommers Tod gerieten seine Werke rasch in Vergessenheit, lediglich seine Violinduette erhielten sich für den praktischen Unterrichtsgebrauch. Krommer pflegte außer der Klaviermusik alle Gattungen der Instrumentalmusik: Sinfonien, Konzerte für ein und mehrere Soloinstrumente, Musik für Bläser, Kammermusik vom Duett bis zum Quintett sowie wie in seinen späteren Lebensjahren einige kirchenmusikalische Werke. Die Oper und das Lied sparte er hingegen ganz aus. Besondere Bedeutung kommt den Konzerten für ein Blasinstrument zu. Exemplarisch ist hier das Klarinettenkonzert Es-Dur op. 36, das vermutlich wie Mozarts Klarinettenkonzert für den damals in Wien wirkenden berühmten Klarinettisten Anton Stadler bestimmt war.

»Franz Vinzenz Krommer: Biographie und Einspielungen«

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