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[2016] Joseph Martin Kraus 260. Geburtstag

* 1756

20

Juni

vor 264 Jahren

in Miltenberg am Main


Joseph Martin Kraus war ein Zeitgenosse Mozarts, der vielfach auch als Odenwälder Mozart bezeichnet wird. Er war Kapellmeister am Hof des schwedischen Königs Gustav III. und Direktor der Königlich Schwedischen Musikakademie. Geboren wurde er am 20. Juni 1756 in Miltenberg, die Familie zog aber 1761 nach Buchen im Odenwald um, wo Kraus aufwuchs. Die besondere musikalische Begabung zeigte sich bei ihm schon frühzeitig, so dass er 1768 das Jesuitengymnasium und das Musikseminar in Mannheim besuchen durfte. Auf Wunsch des Vaters begann Kraus 1773 das Studium der Rechtswissenschaften in Mainz, Erfurt und Göttingen. Bereits während dieser Zeit komponierte er kirchenmusikalische Werke (ein Requiem, ein Te Deum, zwei Oratorien Die Geburt Jesu und Der Tod Jesu und eine Motette Fracto Demum Sacramento) und schrieb Gedichte, Dramen und Oratorien. Sein schwedischer Kommilitone Carl Stridsberg veranlasste ihn, 1778 nach Stockholm zu übersiedeln. Nach anfänglichen erheblichen finanziellen Schwierigkeiten war die Uraufführung seiner Oper Proserpin 1781 so erfolgreich, dass er zum zweiten Hofkapellmeister ernannt wurde und vom schwedischen König Gustav III. ein jährliches Gehalt von 300 Dukaten bekam. Am 7. Oktober 1782 trat er auf Veranlassung des Königs eine Reise durch Europa an, um die europäischen Theater kennenzulernen. In deren Verlauf lernte er u.a. Kaiser Joseph II., Joseph Haydn, Christoph Willibald Gluck, Antonio Salieri, Johann Georg Albrechtsberger sowie den Fürsten Nikolaus Esterházy kennen. Gemeinsam mit König Gustav III. reiste er weiter nach Rom zu Papst Pius VI. Von Neapel aus gelangte er nach Paris, wo er sich zwei Jahre aufhielt, bis er nach einem Abstecher über London wieder nach Stockholm zurückkehrte. Am 16. März 1792 wurde auf Gustav III. während eines Maskenballes ein Attentat verübt, bei dem der König lebensgefährlich verletzt wurde und wenige Tage später starb. Vom Tod „seines“ Königs, für dessen Trauerfeierlichkeiten er eine Trauersinfonie und eine Trauerkantate komponierte, schwer erschüttert, erlag er selbst am 15. Dezember 1792 in Stockholm der Tuberkulose, an der er seit seiner Studentenzeit gelitten hatte. Sein musikalisches Œuvre umfasst neben den frühen kirchenmusikalischen Werken eine ganze Reihe von Opern, Bühnen- und Ballettmusiken, Liedern, Arien und Kantaten in deutscher, schwedischer, italienischer und französischer Sprache, sowie Sinfonien und kammermusikalische Werke. Das von Bertil van Boer in den 1980er Jahren erstellte Werkverzeichnis umfasst mehr als 200 Nummern.

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