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CD-Besprechung

Joseph Martin Kraus Viola Concertos

Ondine ODE 1193-2

1 CD • 62min • 2011

16.05.2012

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Mit Bratschen-Konzerten ist das Repertoire nicht gerade reich gesegnet. Deshalb sind die drei hier in Ersteinspielung vorgelegten virtuosen Konzerte, die fast 250 Jahre im Verborgenen geschlummert haben, hochwillkommen. Lange Zeit wurden sie dem Benediktiner-Pater Roman Hoffstetter zugeschrieben, der als möglicher Autor der Streichquartette op. 3 von Joseph Haydn gilt. Erst aufgrund neuer Quellen-Funde im Jahr 2010 konnte Joseph Martin Kraus als Komponist identifiziert werden, der aufgrund fast identischer Lebensdaten gelegentlich als „Schwedischer Mozart" bezeichnet wird. Kraus wurde in Miltenberg am Main geboren, studierte in Mannheim, Erfurt und Göttingen und ging 1778 nach Stockholm, wo er als Kapellmeister am Hof des schwedischen Königs Georg III. und Direktor der königlichen Musikakademie wirkte. Ausgehend von der Mannheimer Schule stand er der Bewegung des „Sturm und Drang" nahe und war als einer der vielseitigsten und progressivsten Komponisten seiner Zeit ein Vorläufer der Romantik. Seine hochvirtuosen Konzerte für Viola und Orchester (im G-Dur-Konzert tritt ein solistisches Cello unterstützend hinzu) sind von ihrem Umfang wie von ihrer Substanz her bedeutend und geben Zeugnis von Kraus' genauer Kenntnis des Solo-Instruments ebenso wie von seinem geschickten Umgang mit dem thematischen Material, seinem Sinn für Kontraste und seinem Einfallsreichtum. Die Orchesterparts sind plastisch gestaltet und erhalten durch die Einbeziehung zweier Flöten (neben den üblichen Oboen und Hörnern) eine aparte Färbung.

Der vielfach ausgezeichnete amerikanische Shooting-Star der Viola, David Aaron Carpenter, behandelt sein Instrument mit faszinierender Beweglichkeit und präsentiert die Konzerte lebendig, mit schlankem Ton und spielerischer Eleganz. Er befindet sich in bestem Einvernehmen mit der von Konzertmeisterin Janne Nisonen geführten Tapiola Sinfonetta aus dem finnischen Espoo, die wesentlich dazu beiträgt, die Veröffentlichung zu einer echten Repertoire-Bereicherung zu machen. Gleiches Lob gilt der Cellistin Riitta Pesola, die den exponierten Part im Doppelkonzert souverän bewältigt und nur aufnahmetechnisch etwas benachteiligt erscheint.

Sixtus König † [16.05.2012]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Joseph Martin Kraus
1Konzert Es-Dur VB 153c für Viola und Orchester 00:20:25
4Konzert C-Dur VB 153b für Viola und Orchester 00:17:36
7Konzert G-Dur VB 153a für Viola und Orchester 00:23:26

Interpreten der Einspielung

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