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[2017] Georg Philipp Telemann 250. Todestag

† 1767

26

Juni

vor 253 Jahren

in Hamburg


Mit Georg Philipp Telemann ist am 25. Juni vor 250 Jahren ein „Großmeister“ der deutschen Musik gestorben. Er galt zu Lebzeiten nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa als „der“ Meister schlechthin. Der Pfarrerssohn wurde am 14. März 1681 in Magdeburg geboren und studierte zunächst Jura und Philosophie in Leipzig. In Halle hatte er den 16jährigen Händel kennengelernt und mit diesem eine lebenslange Freundschaft geschlossen. Bald schon prägte Telemann das Musikleben Stadt: Er gründete ein studentisches Amateurorchester, das „Collegium musicum“, mit dem er öffentliche Konzerte gab und leitete nicht nur Aufführungen des Opernhauses, sondern war auch selbst der Hauptkomponist. 1704 wurde er Musikdirektor an der Neukirche, der damaligen Universitätskirche der Stadt. Im gleichen Jahr übernahm er dann die Hofkapellmeisterstelle in Sorau, wechselte 1708 nach Eisenach und ging 1712 als Städtischer Musikdirektor nach Frankfurt/M. 1721 trat er schließlich in Hamburg seine Lebensstellung als Kantor und Kirchenmusikdirektor der fünf Hauptkirchen an. Eine Berufung zum Thomaskantor lehnte er ab, der Rat der Stadt musste mit Johann Sebastian Bach „vorlieb nehmen“. Auch mit Bach war Telemann befreundet, Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel war sogar Telemanns Patenkind. In Hamburg hat Telemann als erster regelmäßige öffentliche Konzerte ins Leben gerufen, die von Anfang an starken Zuspruch fanden. Seine Produktivität übertrifft sogar noch die von Bach und Händel: Wie er selbst humorvoll sagte, hat er sich an etwa 700 Arien und 600 Konzerten für jegliche Besetzung, an über 40 Opern und 46 Passionen „ganz marode melodiert“. Alle Gattungen der Instrumentalmusik sind in seinem umfangreichen Œuvre vertreten, außerdem Kantaten, Oratorien und Opern. Es existieren allein an die 1000 Orchestersuiten und über 23 Kantatenjahrgänge. Eine Vielzahl seiner Werke hat er überdies mit eigener Hand in Zinn gestochen und im Eigenverlag herausgebracht. Bei allem Erfolg blieb er vor persönlichen Schicksalsschlägen nicht verschont. Seine erste Frau verstarb zwei Jahre nach der Heirat im Kindbett, seine zweite Frau, mit der er neun Kinder hatte, hat ihn durch heimliches Glücksspiel an den Rand des Bankrotts gebracht. Dennoch behielt Telemann stets seine liebenswürdig gesellige Art. Wo er auftrat, stand er im Mittelpunkt, er war Musikant, Komponist und Organisator in einem. Nach seinem Tod wurde Telemann für lange Zeit zu Unrecht als „Vielschreiber“ und typischer Gebrauchskomponist abgetan. Die Telemann-Renaissance im 20. Jahrhundert machte eine Fülle seiner Werke wieder lebendig und zeigte ihn als wichtiges Bindeglied zwischen Hochbarock und dem „galanten“ Stil, der den Übergang zur Klassik vorbereitete. Seit 1944 erscheint eine Telemann-Gesamtausgabe.

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