Am 25. Januar 2026 jährt sich zum 140. Mal der Geburtstag des Dirigenten Wilhelm Furtwängler. Der Dirigent und Komponist wird bis heute kontrovers beurteilt und diskutiert. Vielen gilt er als einer der größten Dirigenten aller Zeiten, andere sehen in ihm vor allem den "Vorzeigedirigenten des NS-Regimes". 1922 wurde er Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und formte dieses Orchester in 30jähriger Zusammenarbeit zu einem international gefeierten Eliteorchester, dessen Repertoireschwerpunkt bei der deutschen Klassik und Romantik lag. Furtwängler galt als genialer Interpret der Werke von Beethoven, Brahms, Bruckner, Strauss und Wagner. Als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker hatte er der Metropole Berlin zwar einen gewissen Vorzug gegeben, doch war Wien für ihn nie "zweite Wahl". Den Wiener Philharmonikern blieb Furtwängler bis an sein Lebensende eng verbunden. Bei der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien war er eine Zeitlang als Konzertdirektor auch offiziell die prägende künstlerische Persönlichkeit. Daß das Spannungsverhältnis mit seinem späteren Nachfolger Herbert von Karajan zuletzt die Beziehung zum Musikverein trübte, ist Teil einer vielschichtigen Geschichte. Wilhelm Furtwängler starb am 30. November 1954 in Baden-Baden.
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann war Jurist, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner und Karikaturist und einer der größten deutschen Erzähler, der großen Einfluss auf Heine, Hebbel, Balzac, Poe, Wilde, Gogol und andere Dichter ausgeübt hat. Zugleich hat er mit seinen phantastischen Erzählungen zahlreiche Komponisten angeregt (Schumann, Offenbach, Busoni, Hindemith u.a.). Er hatte viele Talente und eine Lebensgeschichte, die sich liest wie ein Abenteuerroman, Höhen und Tiefen lagen bei ihm sehr eng beieinander - ein ständiges Auf und Ab zwischen Erfolgen und Misserfolgen. Geboren wurde er am 21. Januar 1776 in Königsberg in Ostpreußen. Er studierte Rechte und widmete sich gleichzeitig der Musik und Malerei. Er war Regierungsrat in Warschau, Musikdirektor in Bamberg, Dirigent in Dresden und Leipzig, Richter am Kammergericht Berlin. Zu seinen bekanntesten schriftstellerischen Werken gehören Die Elixiere des Teufels, Klein Zaches, genannt Zinnober, Die Serapionsbrüder und Lebensansichten des Katers Murr. Als Komponist gehört er zu den frühesten Romantikern. Sein Hauptwerk ist die Zauberoper Undine, zu der de la Motte Fouqué das Libretto schrieb. Sie wurde 1816 in Berlin uraufgeführt. Daneben schrieb er Liebe und Eifersucht (1807/1808), Der Trank der Unsterblichkeit (1808), Aurora (1811/1812), außerdem eine Sinfonie, Klaviersonaten, Kammermusik, Messen, Kanzonetten und Chöre. In seinem letzten Lebensjahr, 1822, schrieb E.T.A. Hoffmann die Erzählung Meister Floh. Darin hatte er einige Umstände der Aufklärung des Mordes am Dichter August von Kotzebue im Jahr 1819 parodiert, so dass sich die Justizstellen des preußischen Staates, sogar König Friedrich Wilhelm III. persönlich, mit dem Werk befassten und seine Zensur veranlassten. Gegen Hoffmann wurde ein Disziplinarverfahren eröffnet, das erst nach seinem Tod Ende Juni 1822 eingestellt wurde. Zum ersten Mal vollständig gedruckt wurde das Werk im Jahr 1908. Obwohl er schwer von Krankheit gezeichnet war, waren Hoffmanns letzten Lebensjahre in Berlin seine künstlerisch fruchtbarsten. Er starb am 25. Juni 1822 im Alter von nur 46 Jahren.
Kein anderer deutscher Komponist hat ähnlich viele Evergreens für Opernwunschkonzerte geliefert wie Albert Lortzing. Obwohl er zu Lebzeiten als Sänger, Schauspieler und Komponist berühmt, beliebt und erfolgreich war, starb er im Alter von 49 Jahren trotzdem in ärmlichsten Verhältnissen, geplagt von Existenzsorgen und Sorgen um den Lebensunterhalt für seine große Familie. Geboren wurde Albert Lortzing am 23. Oktober 1801 in Berlin. Sein Vater Johann Gottlieb hatte als Lederhändler ursprünglich einen bürgerlichen Beruf. Im „Nebenberuf“ trat er aber regelmäßig zusammen mit seiner Frau Charlotte Sophie in der Privat-Theater-Gesellschaft „Urania“ auf, bis er schließlich seinen Beruf aus Leidenschaft für das Theater ganz aufgab. Vater und Mutter zogen als Schauspieler und Soubrette durchs Land und Albert stand dadurch schon als Fünfjähriger in Kinderrollen auf der Bühne. In diesem künstlerischen Umfeld lernte er, mehrere Instrumente zu spielen und begann, zu komponieren. Zu seinen ersten Kompositionsversuchen gehört eine Schauspielmusik von 1812 zu Schillers Die Bürgschaft. Einen geordneten Musikunterricht hat Lortzing nicht genossen, seine Fertigkeiten und Kenntnisse eigente er sich im praktischen Theaterleben an. Als Sänger und Schauspieler in jugendlichen Liebhaberrollen trat er zusammen mit seinen Eltern in Aachen und Köln und dann am Hoftheater zu Detmold auf. 1823 heiratete er die Schauspielerin Rosina Regina Ahles, mit der er elf Kinder hatte, von denen sechs das Kindesalter überleben sollten. Mit der Gründung einer eigenen Familie begann Lortzings selbständige Bühnenlaufbahn und schnell machte er sich einen Namen als Schauspieler und Sänger. 1824 komponierte Lortzing seine erste Oper Ali Pascha von Janina, die 1828 in Münster uraufgeführt wurde. 1829 schrieb er eine Schauspielmusik zu Christian Dietrich Grabbes Don Juan und Faust, und 1832 folgte eine Reihe von Singspielen: Der Pole und sein Kind, Der Weihnachtsabend, Andreas Hofer, Szenen aus Mozarts Leben. 1833 wure Albert Lortzing Tenorbuffo am Stadttheater in Leipzig. Hier lernte er Heinrich Marschner kennen, der ihn zusammen mit dem dortigen Prinzipal Friedrich Ringelhardt zur Komposition einer komischen Oper ermunterte. 1837 kam Die beiden Schützen auf die Bühne, mit Lortzing selbst in der Rolle des Peter. Der Erfolg der Uraufführung wurde noch im gleichen Jahr von der Uraufführung von Zar und Zimmermann übertroffen. Es entstanden in rascher Folge weitere erfolgreiche Werke: die große komische Oper Carano oder Das Fischerstechen (1839), Hans Sachs (1840), Casanova (1841) und 1842 Der Wildschütz. 1844 trat Lortzing erstmals als Dirigent in Erscheinung. Doch nach der Magdeburger Uraufführung seiner Undine (1845) erhielt Lortzing die Kündigung seines Leipziger Engagements. Insgesamt waren die Jahre in Leipzig die glücklichste Zeit seines Lebens. Ein Angebot als Kapellmeister am Theater an der Wien, wo 1846 Der Waffenschmied aus der Taufe gehoben wurde, schien die Rettung aus der sich anbahnenden beruflichen Krise. Das Engagement war allerdings glücklos, so dass Lortzing sich 1848 ohne feste Anstellung wieder in Leipzig fand. Er war gewzungen, wieder als reisender Schauspieler seine Familie durchzubringen. Endlich erreichte ihn im April 1850 ein Ruf als Kapellmeister an das Berliner Friedrich-Wilhelmstadt-Theater. Allerdings sollte dieser Vertrag auch nur bis Februar des folgenden Jahres laufen, so dass die Familie wieder vor dem Nichts zu stehen drohte, auch wenn Lortzings letzte Oper Die Generalprobe in Frankfurt ihre Premiere feiern konnte. Diesen Erfolg konnte der seit längerer Zeit kranke Komponist nicht mehr genießen. Albert Lortzing starb am 21. Januar 1851 in Berlin völlig überlastet und hoch verschuldet. Lortzing war, ähnlich wie Wagner, ein Dichterkomponist: Er verfasste alle Texte zu seinen Opern selbst. Er schuf mit seinen Werken die Form der komischen Oper mit Sprechtexten und teilweise sozialkritischen Untertönen, deren typisch deutsche Thematik allerdings einer Verbreitung im Ausland im Wege standen. Aber gemessen an dem Erfolg seiner unvergänglichen Melodien, der bis heute anhält, hätte Albert Lortzing ein glücklicheres und sorgenfreies Ende verdient gehabt.
Der Komponist Johann Hermann Schein war ein Zeitgenosse von Heinrich Schütz, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Zusammen mit Samuel Scheidt gehörte er zu den drei großen „Sch“, die die Musik ihrer Zeit wesentlich prägten. Geboren wurde Schein am 20. Januar 1586 in Grünhain bei Annaberg im Erzgebirge. Nach dem Tod des Vaters 1593 zog die Mutter in ihr Elternhaus nach Dresden zurück und Schein wurde Chorknabe in der Dresdner Hofkapelle. Später erhielt er ein Stipendium an der Klosterschule zu Pforta bei Naumburg. Nach der Schule begann er ein Jurastudium, das er aber bald aufgab, um sich ganz der Musik zu widmen. Er wurde Weimarer Hofkapellmeister und wurde schon mit dreißig Jahren Thomaskantor in Leipzig. Als Komponist war er bedeutend nicht nur wegen seiner kirchenmusikalischen Werke (Motetten, Cantional oder Gesangbuch Augspurgischer Confession 1627), sondern vor allem auch wegen seiner heiteren, frühbarocken Liedersammlungen (Venus-Kränzlein 1609, Musica boscareccia oder Waldliederlein 1621-1628, Studentenschmaus 1626), in denen er sich aus als Dichter hervortat. Von seinen Instrumentalwerken ist besonders die Sammlung Banchetto musicale (Variationssuiten 1617) erwähnenswert. Schein war zeitlebens kränklich, er litt an einem Lungenleiden und an Nierensteinen und starb nicht ganz 45jährig am 19. November 1630 in Leipzig.
Der deutsche Revue- und Tonfilmkomponist Friedrich Hollaender wurde am 18. Oktober 1896 als Einzelkind in London geboren. Sein Vater war der damals bekannte Operettenkomponist Victor Hollaender. Seine Mutter Rosa Perl war Revuesängerin im Zirkus. Um 1900 siedelte die Familie Hollaender wieder nach Berlin über, woher sie ursprünglich stammte. Der Vater war dort am Metropol-Theater am Nollendorfplatz tätig. Friedrich wurde Meisterschüler am Stern’schen Konservatorium bei Engelbert Humperdinck. Bereits als Jugendlicher verdiente er Geld, indem Stummfilme am Klavier begleitete. Nach dem Ersten Weltkrieg traf Hollaender mit Kurt Tucholsky, Klabund, Walter Mehring, Mischa Spoliansky, Joachim Ringelnatz und der jungen Schauspielerin Blandine Ebinger zusammen, um ein Kabarett zu gründen. Es trat im Schall und Rauch im Keller von Max Reinhardts Großem Schauspielhaus am Zirkusplatz, Friedrichstraße/Ecke Schiffbauerdamm auf. Nach dem Krieg wurde es als Friedrichstadtpalast genutzt. In den 1920er Jahren wurde Hollaender eine feste Größe in der Berliner Kulturszene. Er wirkte an verschiedenen Kabarett-Theatern, komponierte und textete Lieder und schrieb Revuen. In Charlottenburg eröffnete er seine eigene Bühne, das Tingel-Tangel-Theater. Daneben vertonte er Filme (Der blaue Engel: Ich bin Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt). 1933 musste Hollaender Deutschland wegen seiner jüdischen Abstammung verlassen. Über Paris ging er 1934 nach Hollywood. Dort eröffnete er zunächst die amerikanische Ausgabe seines Tingel-Tangel-Theaters, jedoch nur mit mäßigem Erfolg, so dass er wieder begann, Filmmusik zu schreiben. Nach dem Krieg kehrte er erst 1955 wieder nach Deutschland zurück, schrieb Revuen für Die Kleine Freiheit in München. Doch die Zeit des großen Kabaretts und seiner größten Erfolge war vorbei. 1960 wurde er mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, 1965 erhielt er das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film, 1972 den Schwabinger Kunstpreis. Hollaender starb am 18. Januar 1976 in München.