Der US-amerikanische Komponist und Pianist französischer Herkunft Louis-Moreau Gottschalk zählt heute nicht unbedingt zu den bekanntesten Komponisten, doch zu Lebzeiten war als Konzertvirtuose äußerst erfolgreich und sehr gefeiert. Er reiste in den USA sogar im eigenen Sonderzug, führte zwei Flügel mit samt Klavierstimmer und schickte bei Verspätungen seinem Publikum Telegramme. Aber auch seine Kompositionen fanden großen Anklang beim Publikum. Die Mischung aus spanischen, lateinamerikanischen und erstmals auch kreolischen Elementen war wurde vor allem in Europa als sensationell empfunden. Louis-Moreau Gottschalk wurde am 8. Mai 1829 als erstes von sieben Kindern in New Orleans geboren. Schon bald zeigte sich seine musikalische Begabung. Mit elf Jahren trat er zum ersten Mal öffentlich vor Konzertpublikum auf. 1842 begab er sich mit seinem Vater für eine fundamentale klassische Ausbildung nach Europa und bewarb sich am Pariser Konservatorium. Seine Bewerbung wurde aber abgewiesen, da er amerikanischer Staatsbürger war. So studierte er in Paris bei Jacques Fromental Halévy und Hector Berlioz und befreundete sich mit Geroges Bizet und Camille Saint-Saëns. Sieben Jahre später saß er am Konservatorium immerhin in der Jury für die Aufnahmeprüfungen. 1953 kehrte Gottschalk zurück in die USA, wo er seine erfolgreiche Karriere als Konzerpianist startete. Er war sehr umtriebig und ständig unterwegs. Angeblich hat er bei über 1000 Konzerten mehr als 150.000 km zurückgelegt. 1865 musste Gottschalk die Vereinigten Staaten wegen einer skandalösen Affäre mit einer Schülerin am Oakland Female Seminary (Kalifornien) verlassen. Er floh nach Südamerika und kehrte nie wieder in die Vereinigten Staaten zurück. Wärend eines Konzerts in Rio de Janeiro am 24. November 1869 brach er nach einem Malaria-Anfall zusammen und erholte sich von diesem Anfall nicht mehr. Er starb drei Wochen später, am 18. Dezember 1869 in Rio de Janeiro im Alter von erst vierzig Jahren. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Klavierstücke wie The Dying Poet („Der sterbende Dichter“), The Last Hope („Die letzte Hoffnung“), The Banjo, La Bamboula, La Savane, Le Bananier oder Le Mancenillier sowie auch die Sinfonie Nr. 1 (La nuit des tropiques). Die Klavierwerke liegen in Einspielungen u.a. bei Decca, Hyperion und Musicaphon vor. Viele der Kompositionen Louis-Moreau Gottschalks gingen allerdings nach seinem Tod verloren.
»Louis-Moreau Gottschalk: Biographie und Einspielungen«
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