Hans Fährmann
Orgelwerke • Organ Works
Andreas Jetter
Ambiente-Audio ACD-2057
1 CD • 70min • 2025
24.05.2026
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Klassik Heute
Empfehlung
Der Schweizer Organist Andreas Jetter ist ein Mann für die ganz dicken Bretter: nachdem er das Orgelwerk von Franz Schmidt aufgenommen hat, widmet sich auf dieser CD nun zwei Orgelsonaten von Hans Fährmann, wie Schmidt spätromantische Kost, aber mit deutlich konservativerem Zuschnitt. Überspitzt formuliert müsste man bei Fährmann eigentlich von einem Zu-Spätromantiker sprechen, denn während die Tonalität schon munter in Auflösung begriffen war, huldigte er einem romantischen Stilideal – das allerdings durchaus originell, wie Jetter mit den beiden hier eingespielten Sonaten beweist. Die dreisätzige sechste und die viersätzige siebte Orgelsonate zeigen einen Komponisten, der einen durchaus individuellen Stil an den Tag legt und ebenso ungewöhnliche wie überzeugende Lösungen findet. Das zeigt sich sowohl hinsichtlich der Form als auch in Bezug auf Harmonik und – im Falle der siebten Sonate – beim ihr zu Grunde liegende Programm. Spannend ist diese Musik also in jedem Fall, obwohl sie mindestens eine Generation „zu spät“ komponiert wurde.
Grundstimmenteppich und virtuosestes Gewusel: Besser geht’s nicht
Genau richtig ist Andreas Jetter als Interpret dieser Musik. Als ausgebildeter Konzertpianist und Organist spielt er Fährmanns oft vollgriffige und gewiss nicht einfache Musik mit größtmöglicher Souveränität und darüber hinaus noch ungemein musikalisch und feinfühlig, mit einem Wort: brillant. Das Sprichwort vom Fisch im Wasser ist hier sicherlich nicht verkehrt, so vollendet und auch interpretatorisch rund erweckt Jetter diese Musik zum Leben. Dazu dient ihm die Goll-Orgel der Kollegiumskirche in Schwyz, ein romantisches Instrument von 1913, das 2012 von der Orgelbauwerkstätte Scheffler mustergültig rekonstruiert wurde. Der Klang der Orgel – sogar mit einer aparten Septime in der Hauptwerksmixtur! – ist ein Gedicht, man könnte ihn mit einer cremigen Sahnetorte vergleichen: rund, voll, unvergleichlich geschmeidig. Davon nimmt man gerne ein Stück mehr! Jetter registriert so geschickt, dass Fährmanns opulent klingende Musk selbst beim flauschigsten und dicksten Grundstimmenteppich oder virtuosesten Gewusel stets schön durchhörbar bleibt. Er vollzieht dramaturgische Bögen sinnfällig nach und bringt den individuellen Gestus dieser Musik vollumfänglich zur Geltung. Besser geht’s nicht.
Guido Krawinkel [24.05.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Hans Fährmann | ||
| 1 | Orgelsonate Nr. 6 G-Dur op. 24 | 00:21:42 |
| 4 | Orgelsonate Nr. 7 fis-Moll op. 25 | 00:48:05 |
Interpreten der Einspielung
- Andreas Jetter (Orgel)
