Am 1. November – dem kirchlichen Feiertag Allerheiligen – jährt sich der Todestag des deutschen Organisten, Chordirigenten und Komponisten Hugo Distler. Das Todesdatum ist sicherlich kein Zufall – Distler war ein gläubiger Protestant: die Verfemung seiner Musik durch die Nazis als „entartete Kunst“ haben ihn in die Verzweiflung und in den Selbstmord getrieben. Geboren wurde Hugo Distler am 24. Juni 1908 in Nürnberg. Von 1927 bis 1931 besuchte das Leipziger Konservatorium und studierte bei Günter Ramin (Orgel) und Hermann Grabner (Harmonielehre). Eingeschrieben war er ursprünglich als Dirigierstudent mit Nebenfach Klavier, auf Rat seiner Lehrer hin wechselte er zu Komposition und Orgel. 1931 wurde er Organist an St. Jacobi in Lübeck. 1933 trat er widerwillig der NSDAP bei, da seine Weiterbeschäftigung davon abhing. Im selben Jahr wurde er Leiter der Kammermusikabteilung am Lübecker Konservatorium. Gleichzeitig begann er eine Lehrtätigkeit an der Spandauer Kirchenmusikschule. 1937 erhielt er eine Berufung an die Hochschule für Musik in Stuttgart und wechselte drei Jahre später an die Musikhochschule Berlin. Seinen ersten großen öffentlichen Erfolg feierte Distler bei den Kasseler Musiktagen 1935. Seinen größten Erfolg hatte er jedoch 1939 beim Chormusikfestival in Graz mit dem Chor der Stuttgarter Hochschule: Die Aufführung von Teilen aus seinem Mörike-Chorliederbuch gestaltete sich zum Höhepunkt des Festivals. Der Verlust von Freunden infolge des Krieges, drohende Arbeits- und Auftrittsverbote, die Luftangriffe, die Angst, zur Wehrmacht eingezogen zu werden und die offizielle Ablehnung seiner Musik machten ihn zunehmend depressiv. Auch der Widerspruch, gleichzeitig Gott und den Nazis dienen zu müssen, war für ihn nicht lösbar, so dass er sich schließlich 1942 das Leben nahm. Heute ist Hugo Distler als der herausragendste deutsche Komponist seiner Generation anerkannt. Sein Mörike-Chorliederbuch gilt als die bedeutendste Sammlung weltlicher a cappella-Chormusik des 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus bekannt sind ferner die Choralmotette für 2 gemischte Chöre (Herzlich lieb hab ich dich, o Herr 1931), seine Choralpassion (1933), Die Weihnachtsgeschichte (1933), die Deutsche Choralmesse für 6stg. gem. Chor (1932), die Geistliche Chormusik (9 Motetten 1934-1941) und auch sein Oratorium Das Lied von der Glocke (posth. 1956). Seine besondere Leistung liegt in der Erneuerung der evangelischen Kirchenmusik aus frühbarockem Stil und zeitgenössischem Geist. 1992 wurde ihm zu Ehren eine Hugo Distler-Briefmarke herausgegeben.
»Hugo Distler: Biographie und Einspielungen«
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Uraufführungen im März
- 04.03.2017 → UA vor 140 Jahren: P. Tschaikowsky, Schwanensee op. 20
- 06.03.2021 → UA vor 190 Jahren: V. Bellini, La Sonnambula
- 07.03.2021 → UA vor 310 Jahren: G.F. Händel, Rinaldo HWV 7
- 09.03.2022 → UA vor 180 Jahren: G. Verdi, Nabucco
- 09.03.2024 → UA vor 180 Jahren: G. Verdi, Ernani
- 14.03.2022 → UA vor 175 Jahren: G. Verdi, Macbeth
- 17.03.2019 → UA vor 140 Jahren: P. Tschaikowsky, Eugen Onegin op. 24
- 19.03.2019 → UA vor 160 Jahren: Ch. Gounod, Faust
- 19.03.2019 → UA vor 220 Jahren: J. Haydn, Die Schöpfung Hob. XXI:2
- 30.03.2021 → UA vor 80 Jahren: B. Britten, Sinfonia da Requiem op. 20
- 31.03.2021 → UA vor 180 Jahren: R. Schumann: Sinfonie Nr. 1 op. 38 B-Dur
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