Giuseppe Sammartini hinterließ vor allen Dingen Sonaten für Oboe, Flöte oder Violine, 24 Concerti grossi, Konzerte für Klavier sowie für Oboe, 16 Ouvertüren, Sonaten für Violoncello sowie Duette für Flöte. Er war der ältere Bruder des bekannteren Giovanni Battista Sammartini, der in Mailand wirkte. Giuseppe wurde am 6. Januar 1695 in Mailand geboren. Sein Vater, Alexis Saint-Martin, war Oboist und stammte aus Frankreich. Von ihm erhielten beide Brüder Oboenunterricht. Giuseppe avancierte zu einem gefeierten Virtuosen auf der Oboe und wurde später als „der größte Oboist, den die Welt je gekannt hat“ bezeichnet. Charles Burney nannte ihn „celebrated“ – gefeiert. Er war ab 1720 Oboist am Mailänder Teatro Regio Ducal, ging aber um 1728 nach London, wo er bis zu seinem Tod lebte. Ähnlich wie bei den Bach-Söhnen wurde er daher später zur besseren Unterscheidung als der „Londoner Sammartini“ bezeichnet, während sein Bruder Giovanni in Mailand wirkte und folglich der „Mailänder Sammartini“ war. In London war er als Oboenvirtuose ungewöhnlich erfolgreich. Er spielte u.a. unter Händel am King's Theatre. Mit seiner Anstellung als Musiklehrer für den Prince of Wales, Frederick, seine Frau Augusta und deren Kinder von 1736 bis zu seinem Tod 1750 etablierte er sich schließlich auch als Komponist. Er schrieb zahlreiche Werke für Kammermusik, die er den einzelnen Familienmitgliedern widmete (12 Sonaten op. 1 an Frederick, 12 Trios op. 3 an Augusta). Etliche seiner Werke für Kammermusik wurden zu seinen Lebzeiten viel gespielt und sogar mehrfach veröffentlicht, seine Concerti und Overtures hingegen wurden hauptsächlich erst nach seinem Tod veröffentlicht, wurden dann aber zum Teil sogar populärer als die von mancher seiner italienischen Zeitgenossen wie Corelli. Eines seiner bis heute bekanntesten Werke ist das Concerto in F-Dur für Blockflöte, Streicher und basso continuo. Giuseppe Sammrtini starb zwischen dem 17. und 23. November 1750 in London.
»Giuseppe Sammartini: Biographie und Einspielungen«
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