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UA 1928
22
November
vor 98 Jahren
in Paris
Maurice Ravels Bolero ist heute eines der bekanntesten und meistgespielten Orchesterwerke überhaupt. Zum ersten Mal erklang das Stück vor genau 90 Jahren, am 22. November 1928 in Paris. Die Komposition entstand in den Monaten Juli bis Oktober auf Anfrage der Tänzerin Ida Rubinstein, die sich ein Orchesterstück in der Form eines spanischen Balletts von Ravel wünschte. Ursprünglich wollte Ravel einige Tänze aus Ibéria von Isaac Albéniz umschreiben, wegen urheberrechtlicher Probleme entschied er sich dann jedoch für eine ganz eigene und einzigartige Form der Komposition: „Ein einsätziger Tanz, sehr langsam und ständig gleich bleibend, was die Melodie, die Harmonik und den ununterbrochen von einer Rührtrommel markierten Rhythmus betrifft. Das einzige Element der Abwechslung ist das Crescendo des Orchesters.“ Die Uraufführung in der Pariser Oper unter der Leitung von Walther Straram und in der Choreographie von Bronislava Nijinska bestritt die damals 43-jährige Ida Rubinstein höchstpersönlich, umgeben von 20 jungen Tänzern. Das Werk gelangte in kürzester Zeit zu größter Popularität und hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren. Jedes namhafte Orchester hat das Stück im Repertoire und es dürfte kaum einen prominenten Dirigenten geben, der das Werk nicht dirigiert hätte. Überliefert ist ein heftiger Disput zwischen Toscanini und Ravel, der mit der Tempowahl Toscaninis überhaupt nicht einverstanden war. Der Streit gipfelte in dem trotzigen Ausruf Ravels: „Gut, dann spielen Sie den Bolero eben nicht!“ Zu seinem Boléro sagte Ravel selbst eher lapidar: „Ich habe nur ein Meisterwerk gemacht, das ist der Bolero; leider enthält er keine Musik.“
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