Der österreichische Komponist Ignaz Pleyel wuchs in bescheidenen Verhältnissen in einer großen Familie auf. Er wurde als achtes Kind der Eheleute Martin und Anna Theresia Pleyl am 18.6.1757 in Ruppersthal geboren. Er hatte noch neun Halbgeschwister aus zweiter Ehe seines Vaters, eines Schulmeisters, Mesners und Chorleites, die aber alle noch im Kindesalter starben. Sein Vater erkannte das besondere musikalische Talent seines Sohnes rasch. Er schickte ihn zur Ausbildung zu Johann Baptist Vanhal nach Wien, um 1772 kam Pleyel als Joseph Haydns Schüler für fünf Jahre in dessen Haushalt nach Eisenstadt. Sein Können stellte er als 19jähriger mit der Komposition von zwei Opern, einer Sinfonie und eines Violoncellokonzertes unter Beweis. Nach dieser Studienzeit wurde Pleyel Kapellmeister des Grafen Erdödy, bis er schließlich eine Studienreise nach Italien unternahm und im Anschluss daran 1784 die Stelle als Zweiter Kapellmeister unter Domkapellmeister Franz Xaver Richter in Straßburg antrat. 1789 übernahm er schließlich als Amtsnachfolger die Domkapellmeisterstelle. Infolge der Ereignisse der Französischen Revolution kam jedoch die Kirchenmusik fast zum Erliegen, so dass sich Pleyel trotz größter Anstrenungen, das Musikleben der Stadt aufrecht zu erhalten, gewzungen sah, die Stellung aufzugeben. 1791 erhielt er die Einladung zu einem Gastspiel nach London, um dort in Konkurrenz seines Lehrers und Freundes Joseph Haydn bei den „Professional Concerts“ aufzutreten. Pleyel nahm die Herausforderung mit großem Erfolg sowohl als Komponist als auch als Dirigent an, ohne dabei das freundschaftliche Verhältnis mit Joseph Haydn ernsthaft zu gefährden. 1795 ließ sich Pleyel in Paris nieder und gründete dort eine Musikalienhandlung zum Vertrieb seiner eigenen Kompositionen. 1807 folgte die Gründung einer Klavierfabrik. Der Verlag existierte nur bis 1834, in dieser Zeit brachte er allerdings etwa 4000 Werke von Komponisten von Beethoven über Boccherini, Clementi und Haydn bis Hummel, Mozart u.a. heraus. Die Klavierfabrik konnte sich als namhafter Instrumentenhersteller bis 2013 halten. So bevorzugte kein Geringerer als Frédéric Chopin zeitlebens Pleyel-Pianos. 1824 übergab Pleyel die Klavierfabrik an seinen Sohn und gründete am 19. Oktober 1827 einen Musiksalon in der Rue Cadet, aus dem sich der größte Konzertsaal von Paris, die Salle Pleyel, entwickeln sollte. Schließlich zog sich Pleyel, der in der Straßburger Zeit seinen Namen von ursprünglich Ignaz Pleyl zu Ignace Pleyel geändert hatte, auf sein Landgut bei Paris zurück. Dort widmete er sich der Landwirtschaft. Er starb am 14. November 1831 an den Folgen einer Bronchitis . Von seinen über 60 Sinfonien sind 33 gedruckt erschienen. Sein Œuvre umfasst außerdem acht Instrumentalkonzerte, Streichquartette, Quartette für Flöte und Streicher, 15 Streichquintette u.a. An Vokalmusik verfasste Pleyel mehrere Revolutionsgesänge, Kantaten und Lieder mit Klavierbegleitung sowie zwei Opern. Zu Lebzeiten waren seine Kompositionen sehr beliebt, was sich an Tatsache zeigt, dass sie von 200 Verlagen in etwa 50 europäischen und amerikanischen Städten veröffentlicht und viele Male transkribiert und arrangiert wurden. Noch im 20. Jahrhundert wurden etliche seiner Werke neu aufgelegt. Pleyel hat aber auch selbst seine Werke immer wieder neu transkribiert und für verschiedenste Besetzungen bearbeitet und selbst zur Verbreitung beigetragen. Das Interesse an seinen Werken ließ aber schon zu seinen Lebzeiten deutlich nach. In heutigen Konzertprogrammen spielen seine Werke nur noch eine untergeordnete Rolle.
»Ignaz Pleyel: Biographie und Einspielungen«
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