Internationale Maifestspiele Wiesbaden 2026
Vom 1. bis 31. Mai feiert das Festival sein 130-jähriges Bestehen
Zum Festivalstart laden die Maifestspiele Wiesbaden für alle zum großen kostenlosen Open-Air-Event am Warmen Damm. Herzstück ist die Live-Übertragung der Festivaleröffnung mit Richard Wagners Tristan und Isolde mit einer Galabesetzung mit internationalen Opernstars aus dem Großen Haus. Vor der Vorstellung und während der Pausen mischen sich an diesem Abend Wagner-Experten unter das Publikum, die sich als „wandelnde Archive“ den Fragen der Besucher stellen.
Zwei Gala-Vorstellung bringen international gefeierte Stars nach Wiesbaden. In La traviata (22.05.) brilliert Rachel Willis-Sørensen, „eine der beeindruckendsten Stimmen der Opernwelt“ (Le Monde) in der Titelpartie. Mit ihr singen Saimir Pirgu als Alfredo und Quinn Kelsey als Giorgio Germont, die weltweit auf den großen Opernbühnen gastieren. Als Carmen (31.05.) ist Victoria Karkacheva zu erleben, die mit dieser Partie bereits an der Wiener Staatsoper und der Opéra National de Paris erfolgreich war. Die Mezzosopranistin gastiert an der Mailänder Scala, der Met, in München und Paris. Auch Dumitru Mîţu begeisterte bereits als Don José, u. a. beim Wiener Opernsommer. Byung Gil Kim, ebenfalls 1. Preisträger bei internationalen Wettbewerben, sang Escamillo zuletzt an der Deutschen Oper Berlin.
Konzerte und Liederabende
Pene Pati, Shooting Star der Opernszene, bringt mit dem Programm „Serenata a Napoli“ (13.05.) seine unverwechselbare Wärme in eine typisch italienische Kunstform ein: das neapolitanische Lied. Für authentische Atmosphäre sorgt das Ensemble Il Pomo d’Oro unter der Leitung des in Neapel geborenen Gitarristen Antonello Paliotti.
Auch der legendäre spanische Sänger Plácido Domingo zeigt sich mit einem Gala-Liederabend (19.05.) in einem ganz nahbaren Format. Neben den großen Arien seines Repertoires singt er Highlights der Zarzuela, der spanischen Operette, die ihm als Sohn zweier Zarzuela-Sänger besonders am Herzen liegt. Statt großer Orchesterbesetzung begleitet ihn James Vaughan am Flügel für ein unmittelbares, kammermusikalisches Konzerterlebnis.
Jonathan Nott ist einer der faszinierendsten zeitgenössischen Dirigenten und auf den großen Konzertpodien der Welt zuhause. Für das 7. Sinfoniekonzert Der Titan (20.05.) kehrt der ehemalige Wiesbadener GMD zurück an den Ort, wo seine Karriere begann. Auf dem Programm stehen mit Mahlers 1. Sinfonie und Beethovens 2. Sinfonie zwei große Werke der Konzertliteratur. Der sonnige Charakter seiner 2. Sinfonie täuscht darüber hinweg, dass Beethoven bei ihrer Entstehung bereits mit Gehörverlust kämpfte. Mahlers Erste sprengte zu ihrer Zeit den bekannten Rahmen der Gattung.
Katharina Konradi begeistert das Publikum normalerweise mit den großen Opernpartien. Aus ihrer besonderen Liebe zum Lied und Chanson entwickelte sie eigens für die Maifestspiele ein Programm, mit dem sie nach Wiesbaden zurückkehrt. „Wahnsinns Frauen” (03.05.) porträtiert große Frauenfiguren im Ausnahmezustand. Ophelia, Gretchen oder Mignon stürzen sich in große Gefühle, kämpfen sich durch die Stürme des Lebens und lassen in den Kompositionen die Extreme der Empfindungen spüren. Joseph Middleton, einer der international führenden Liedbegleiter, begleitet sie am Klavier.
Wiener Burgtheater zu Gast
Nach dem großen Erfolg in der letzten Ausgabe, kehrt das Burgtheater Wien nach Wiesbaden zurück. Im Großen Haus kommt die Dramatisierung von Thomas Manns Der Zauberberg (28.05.) auf die Bühne. Mit dem großartigen Ensemble spürt das Werk im metaphorischen Mikrokosmos eines Schweizer Sanatoriums dem Zeitgeist am Vorabend des heraufziehenden Ersten Weltkriegs nach. Begleitend wird im Kino Caligari die 1982er-Romanverfilmung (27.05.) in der Regie von Hans W. Geißendörfer gezeigt.
Intrernationale Tanz-Compagnien
Der Tanz zeigt bei den Maifestspielen stilistische Facetten, die im Repertoire sonst rarer
vertreten sind. So kommen alle Fans des neoklassischen Balletts auf ihre Kosten, wenn das
renommierte Malandain Ballet Biarritz den Abend Les Saisons (16./17.05.) u. a. mit Musik vonAntonio Vivaldi präsentiert. Weit über den Tellerrand blickt die Neuinterpretation von William Shakespeares Hamlet (21.05.) durch die vielfach ausgezeichnete südafrikanische
Choreografin Dada Masilo. Und die kanadische Gruppe People Watching bringt mit Play
Dead (27./28.05.) an der Schnittstelle von zeitgenössischem Zirkus, Tanz und physischem
Theater eine weitere Farbe ins Programm.
Das gesamte Programm ist veröffentlicht unter www.staatstheater-wiesbaden.de/festivals/internationale-maifestspiele/

