Louise Farrenc war eine französische Pianistin und Komponistin, die zwar zu ihren Lebzeiten sehr bekannt und geschätzt war, deren Werke aber im Gegensatz zu ihren Zeitgenössinnen Clara Schumann und Fanny Hensel nach ihrem Tod völlig in Vergessenheit gerieten. Sie wurde am 31. Mai 1804 in Paris als Jeanne Louise Dumont geboren. Schon früh erhielt sie Klavierunterricht und begann im Alter von 15 Jahren ihr Studium in Komposition, Instrumentation und Musiktheorie bei Anton Reicha. Bereits mit 17 Jahren heiratete sie den Flötisten und Musikverleger Aristide Farrenc, der ihre künstlerischen Fähigkeiten und Aktivitäten vorbehaltlos unterstützte und förderte. Er sorgte auch für die Drucklegung von zahlreichen ihrer Werke. 1926 kam die gemeinsame Tochter Victorine zur Welt, die das pianistische Talent ihrer Mutter geerbt hatte und ebenfalls eine erfolgreiche Pianistin wurde. 1842 wurde Louise Farrenc Professorin für Klavier am Pariser Konservatorium. 1849 konnte sie mit der Uraufführung ihrer 3. Sinfonie op. 36 durch die Société des concerts du Conservatoire ihren größten Erfolg feiern. Ein Jahr später erfolgte die Uraufführung ihres Nonetts op. 38 durch Joseph Joachim. 1859 verlor Louise Farrenc ihre Tochter, die an Tuberkulose verstarb. 1861 begann sie zusammen mit ihrem Mann eine Anthologie für Tasteninstrumente, die Werke von 1500 bis 1850 in 23 Bänden erfasste. Jedes Stück wurde darin mit biographischen, historischen und musikwissenschaftlichen Angaben versehen. Als ihr Mann über dieser Arbeit 1865 starb, führte sie die Anthologie alleine zu Ende. Nach dem Tode ihrer Tochter und ihres Mannes komponierte Louise Farrenc kaum noch. Sie starb zehn Jahre nach ihrem Mann, am 15. September 1875 in Paris. 1861 und 1869 war ihr der Prix Chartier der französischen Akademie der Künste für ihre Kammermusik verliehen worden.
»Louise Farrenc: Biographie und Einspielungen«
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