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Komponisten: Aktuelle Infos

Edouard Lalò 200. Geburtstag

frz. Komponist

* 1823

27

Januar

vor 200 Jahren

in Lille


Lalos Familie war spanischer Herkunft, aber bereits im 16. Jahrhundert nach Frankreich eingewandert. Édouard wurde am 27. Januar 1823 in Lille geboren. Seine musikalische Begabung zeigte sich schon früh. Er trat 1833 in das Konservatorium seiner Heimatstadt Lille ein und erhielt dort Violin-, Violoncello- und Kompositionsunterricht. 1839 zog er nach Paris, wo er bis 1847 am Konservatorium weiter Violine studierte. Da er einer Offiziersfamilie entstammte, war für ihn eigentlich eine Offizierslaufbahn vorgesehen, so dass er von seiten seiner Familie keinerlei Unterstützung erhielt. Er verdiente sich seinen Lebensunterhalt mit Unterrichten, als Orchestermusiker und als Kammermusiker. Ab 1870 hatte Lalo auch als Komponist allmählich Erfolg, besonders durch sein zweites Violinkonzert, das er Symphonie espagnole nannte, sowie mit dem 1877 komponierten Cellokonzert, das zu den bekanntesten und meistgespielten seiner Art zählt. In der Folgezeit fand er auch international verstärkt Anerkennung. Mit der Uraufführung seiner Oper Le roi d'Ys im Jahr 1888 feierte er seinen letzten und zugleich größten Erfolg. Seine kompositorische Bedeutung trat insgesamt allerdings erst nach seinem Tod zutage, zu Lebzeiten stieß seine Musik vielfach auf Unverständnis. Er war jedoch ein wichtiger Wegbereiter des Impressionismus und wurde von Claude Debussy aufgrund der Farbigkeit seiner Werke und seiner progressiven Harmonik sehr geschätzt. Neben den genannten Werken schrieb er noch zwei weitere Opern, ein Ballett, ein Klavierkonzert, sinfonische Werke, Kammermusik und Lieder. Édouard Lalo starb am 22. April 1892 in Paris.

Die besten Besprechungen mit Edouard Lalò

08.05.2009
»zur Besprechung«

 / BIS
/ BIS

18.06.2002
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Edouard Lalo Works for Violin and Orchestra Vol. 1 / Sony Classical
Edouard Lalo Works for Violin and Orchestra Vol. 1 / Sony Classical

09.05.2006
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 / BIS
/ BIS

30.12.2003
»zur Besprechung«

Edouard Lalo - Works for Violin and Orchestra Vol. II / Sony Classical
Edouard Lalo - Works for Violin and Orchestra Vol. II / Sony Classical

»Edouard Lalò: Biographie und Einspielungen«

Witold Lutoslawski 110. Geburtstag

poln. Komponist

* 1913

25

Januar

vor 110 Jahren

in Warschau


Am 7. Februar 1994 starb einer der bedeutendsten europäischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, der polnische Komponist und Dirigent Witold Lutosławski. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen und mehrere Ehrendoktorwürden und Ehrenmitgliedschaften unterstreichen seine internationale Bedeutung und Anerkennung. Lutosławskis Werk umfasst vier Sinfonien, ein Konzert für Orchester, mehrere Konzerte, ein Streichquartett, Instrumentalwerke und Liederzyklen mit Orchester. Lutosławski wurde am 25. Januar 1913 in Warschau geboren und erhielt schon im frühen Kindesalter Klavier- und Violinunterricht. Später studierte er am Warschauer Konservatorium Musiktheorie und Komposition. Gleichzeitig absolvierte er auch ein mathematisch-naturwissenschaftliches Studium, entschied sich aber doch für eine Laufbahn als Komponist. Mit den Sinfonischen Variationen 1938 machte er erstmals auf sich aufmerksam. In Paris wollte er seine Studien vertiefen, der Ausbruch des Ersten Weltkrieges vereitelte jedoch sein Vorhaben. Während des Krieges geriet er in deutsche Gefangenschaft. Nachdem ihm die Flucht gelungen war, schlug er sich in Warschau als Pianist durch. Er tat sich mit Andrzej Panufnik zusammen und als Klavierduo verdienten sich beide ihren Unterhalt durch Auftritte in Warschauer Cafés. Nach dem Krieg hielt er sich mit Gebrauchsmusik über Wasser und schrieb Werke für Rundfunk, Film und Theater und zahlreiche Werke für Kinder. Seine erste Sinfonie wurde von der stalinistischen Regierung als zu formalistisch und zu wenig staatskonform verboten. Als sich die politische Lage 1964 allmählich entspannte, verbesserte sich auch Lutosławskis Situation als Komponist. Mit seinem Konzert für Orchester, einem Auftragswerk durch den Dirigenten Witold Rowicki für das neu konstituierte Philharmonische Orchester Warschau, konnte sich Lutosławski als ernstzunehmender Komponist etablieren. 1962 lernte er während eines Aufenthalts in den USA auch Edgar Varèse kennen. 1963 hatte Lutosławski mit seinem ersten Auftragswerk aus dem Ausland Trois poèmes d'Henri Michaux für die Musikbiennale Zagreb auch international weiteren Erfolg. 1965 widmete er Peter Pears den Liederzyklus Quatre tapisseries pour la Châtelaine de Vergi, der ihn 1965 beim Aldeburgh Festival erstmals sang. Lutosławski gastierte regelmäßig beim Festival für zeitgenössische Musik „Warschauer Herbst“ und wurde Jurymitglied der Kompositionswettbewerbe in Moskau, Ost-Berlin, Helsinki, Salzburg, Straßburg, Donaueschingen, Rom und Lüttich. Er schrieb Werke für prominente Solisten wie Heinz Holliger, Anne-Sophie Mutter oder Krystian Zimerman und betätigte sich zunehmend auch als Dirigent. Trotz eines vollen Terminkalenders infolge von Reisen und Auftritten in den Vereinigten Staaten, England, Finnland, Kanada oder Japan vollendete er 1992 seine vierte Sinfonie und begann mit Skizzen zu einem Violinkonzert. Dieses konnte er jedoch nicht mehr vollenden. Die erste Woche des Jahres 1994 brachte die Gewissheit, dass er an Krebs erkrankt war. Von einer anschließenden Operation erholte er sich nicht mehr. Witold Lutosławski starb am 7. Februar im Alter von 81 Jahren.

»Witold Lutoslawski: Biographie und Einspielungen«

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Friedrich von Flotow 140. Todestag

dt. Komponist

† 1883

24

Januar

vor 140 Jahren

in Darmstadt


Obwohl Friedrich von Flotow ein umfangreiches Œuvre – vor allem Opern – hinterlassen hat (die Zahlenangaben in den verschiedenen Opernführern schwanken zwischen 25 und 40), wird sein Name fast auschließlich mit einem Werk in Verbindung gebracht: seiner Oper Martha oder Der Markt von Richmond, die sich bis heute einen Repertoireplatz auf den Opernbühnen sichern konnte. Allenfalls kommt gelegentlich noch Stradella zur Aufführung. Doch damit endet die Rolle, die Flotow im heutigen Musikleben noch spielt. Allerdings wurde ein Großteil des kompositorischen Nachlasses bei einem Brand im Archiv des Verlags Bote & Bock im Zweiten Weltkrieg zerstört. Sein persönlicher Nachlass ist bis auf wenige Ausnahmen verschollen. Ob die dadurch verloren gegangenen Werke an der Gesamtrezeption allerdings etwas geändert hätten, lässt sich natürlich nicht sagen. Flotow wurde am 26. April 1812 auf Gut Teutendorf als zweites von vier Kindern der Eheleute Wilhelm und Caroline Sophie Rahel geboren. Die Eltern waren beide musikalisch, der Vater spielte Flöte, die Mutter Klavier. Sie war es auch, von der Friedrich den ersten Musik- und Klavierunterricht erhielt. Der Vater hatte Friedrich eigentlich für eine Diplomatenlaufbahn vorgesehen und gab nur widerwillig der Neigung seines Sohnes zur Musik und zu einem Beruf als Musiker nach. 1828 reiste er mit ihm nach Paris, damit Friedrich die französische Sprache erlernen und sich mit dem großstädtischen Leben vertraut machen sollte, um so für eine Diplomatenlaufbahn besser gerüstet zu sein. Friedrich nutzte die Gelegenheit allerdings, um sich mit dem Stil der französischen Opéra comique vertraut zu machen. Er nahm Kompositionsunterricht bei Anton Reicha (1770-1836) und Klavierunterricht bei Johann Peter Pixis (1788-1874) und befreundete sich mit Charles Gounod und Jacques Offenbach. Mit den Opern Die Bergknappen und Alfred der Große (beide 1833) versuchte er, Anschluss an die großen Opernhäuser in Paris zu finden. Bis 1839 beschränkte sich sein künstlerischer und gesellschaftlicher Erfolg allerdings auf kleine Theater und auf private aristokratische Kreise. Mit Le Naufrage de la Méduse konnte er einen ersten namhaften Erfolg verzeichnen. Der erste große Erfolg stellte sich 1844 mit dem Pasticcio-Ballett Lady Harriette ou La servante de Greenwich ein, zu dem er den ersten Akt beigesteuert hatte. Dieses Werk öffnete ihm zwar den erhofften Zugang zu den großen Opernhäusern, berühmt wurde Flotow allerdings durch die beiden deutschsprachigen Opern Stradella (Hamburg, 1844) und vor allem Martha (Wien, 1847), die Flotow aus seinem Ballettbeitrag zu Lady Harriette umgearbeitet hatte. Infolge der revolutionären Ereignisse des Jahres 1848 musste Flotow nach Mecklenburg zurückkehren und widmete sich dort neben der Komposition der Bewirtschaftung des Gutes Wutzig, das ihm sein Vater vermachte hatte. 1855 wurde er zum Intendanten der Hofmusik und des Hoftheaters in Schwerin berufen, wo er sich um den Aufbau des Orchesters bemühte. 1863 gab er diesen Posten wegen Intrigen gegen seine Person auf. 1868 zog Flotow auf das Gut Reichenau bei Wien. Von hier aus unternahm er Reisen nach Paris, London, Hamburg, Berlin und Italien. 1870 erzielte er mit der Oper L'ombre seinen letzten großen Erfolg. 1873 kehrte Flotow nach Mecklenburg auf das väterliche Gut Teutendorf zurück. Die drei letzten Lebensjahre verbrachte er bei nachlassender Sehkraft auf Gut Heiligenkreuzberg bei Darmstadt. Er starb am 24. Januar 1883 fast völlig erblindet in Darmstadt. Nur wenige Tage vor seinem Tod schrieb er das Lied Der blinde Musikant.

»Friedrich von Flotow: Biographie und Einspielungen«

Henri Duparc 175. Geburtstag

frz. Komponist

* 1848

21

Januar

vor 175 Jahren

in Paris


Der Komponist Henri Duparc ist einer der bedeutendsten frazösischen Liedkomponisten, obgleich nur 17 Lieder von ihm erhalten sind. Speziell die Orchesterfassungen seiner „Mélodies“, unter welcher Bezeichnung sich das Lied unter dem Eindruck von Schuberts Liedschaffen in Frankreich etabliert hat, haben eine große Wirkung auf die Orchestration und auf die Komposition von Orchesterliedern ausgeübt. Der geringe erhaltene Werkbestand ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass Duparc eigenhändig teils aus übersteigerter Selbstkritik, teils aus einer veränderten moralischen und religiösen Einstellung heraus die meisten seiner Werke vernichtet hat. In einem Brief vom 19. Januar 1922 an seinen Komponistenfreund Jean Cras schreibt er: „... Der andere Grund für diese Zerstörung, die ich nicht bereue, war die völlige moralische Transformation, die Gott in mir vor 20 Jahren bewirkt hat und die in einer einzigen Minute mein ganzes vorheriges Leben auslöschte. Somit soll auch Roussalka nicht länger existieren, da sie keinerlei Verbindung zu meinem neuen Leben hat...“ Duparc wurde am 24. Januar 1848 in Paris geboren. Er war einer der ersten Schüler von César Franck am Pariser Collège Vaugirard. Im Gegensatz zu seinem Lehrer schätzte Duparc Liszt und Wagner, besuchte Liszt 1869 sogar in Weimar und fuhr 1870 zur Uraufführung der Walküre nach München. Auch nach Bayreuth ist Duparc mehrfach gereist. Der Einfluss dieser beiden Komponisten schlug sich auch in Duparcs Werken nieder. 1868 wurden erstmals Kompositionen von Duparc veröffentlicht. 1870/71 wurde seine Pariser Wohnung Treffpunkt von Literaten und Musikern wie Ernest Chausson, Gabriel Fauré und Camill Saint-Saëns. Aus diesen Zusammenkünften entstand 1871 die Idee zur Gründung der Societé Nationale de Musique zur Förderung der französischen Musik. 1871 heiratete Duparc Ellen MacSwiney aus Schottland. Im Alter von etwa 35 Jahren machte sich bei ihm ein Nervenleiden bemerkbar, das damals als „Neurasthenie“ diagnostiziert wurde und mit dem er bis zu seinem Lebensende zu kämpfen hatte. Die Erkrankung lähmte zunehmend seine Kompositionstätigkeit, bis er 1885 das Komponieren ganz aufgab. Von da an widmete er sich vor allem seiner Familie, der Literatur und der Malerei. Den größten Teil seines späteren Lebens verbrachte Duparc in La Tour-de-Peilz bei Vevey in der Schweiz. Im fortschreitenden Alter büßte er auch immer mehr seiner Sehkraft ein und erblindete schließlich am Grünen Star. Seine tiefe Religiosität half ihm, dieses Schicksal zu ertragen. Duparc starb am 12. Februar 1933 in Mont-de-Marsan im südwestlichen Frankreich. In Paris ist im 17. Arrondissement ein Platz nach ihm benannt.

»Henri Duparc: Biographie und Einspielungen«

Ermanno Wolf Ferrari 75. Todestag

ital. Komponist

† 1948

21

Januar

vor 75 Jahren

in Venedig


Ermanno Wolf-Ferrari wurde am 12. Januar 1876 als Sohn eines deutschen Kunstmalers und einer italienischen Mutter in Venedig geboren. Bereits seit früher Kindheit zeigte sich seine außerordentliche musikalische Begabung. Zunächst studierte er Malerei in Rom, siedelte aber nach München über, um an der Akademie der Tonkunst Komposition zu studieren. Dort war er Schüler von Joseph Rheinberger. Mit 21 Jahren wurde er Chordirektor in Mailand. 1902 entstanden sein Oratorium La vita nuova und seine erste Oper Aschenbrödel. Von 1902 bis 1909 war er Leiter des Konservatoriums in Venedig, anschließend zog er wieder nach Deutschland um und lebte bei München. Dort entstanden neben zahlreichen Orchester-, Kammer- und Vokalmusikwerken die heiteren Opern, die ihn berühmt machten: Die neugierigen Frauen (1903), Die vier Grobiane (1906), Susannens Geheimnis (1909), Die schalkhafte Witwe (1931), Campiello (1939) und Das dumme Mädchen (1939). Er gilt als Erneuerer der opera buffa. Wolf-Ferrari starb vor 75 Jahren, am 21. Januar 1948 in Venedig.

»Ermanno Wolf-Ferrari: Biographie und Einspielungen«

Alle Porträts im Januar

Uraufführungen im Januar

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