Mit Goethe war er auf „Du und Du“, er war Ehrenmitglied der Königlichen Akademie der Künste und ein Musiker und Musikpädagoge, der größten Einfluss auf die kulturpolitischen Geschehnisse seiner Zeit ausübte. Sein Name allerdings ist heute nur noch Musikwissenschaftlern, musikgeschichtlich Interessierten oder auch Chorsängern ein Begriff. Doch aus Anlass seines 260. Geburtstages 2018 soll er posthum hochleben: Carl Friedrich Zelter wurde am 11. Dezember 1758 in Berlin geboren. Nichts deutete zunächst auf eine Musikerlaufbahn hin. Zelters Vater war Maurer und Carl Friedrich erlernte ebenfalls den Beruf seines Vaters. Nach Erlangung des Meisterbriefes trat er 1783 in das Geschäft des Vaters mit ein. Gleichzeitig bildete er sich aber musikalisch autodidaktisch weiter und wurde Mitglied des Orchesters von Karl Theophil Döbbelin. 1791 trat er in die Sing-Akademie zu Berlin ein, die sein Lehrer Carl Friedrich Christian Fasch gegründet hatte. Seine zweite Frau Julie wurde für ihn eine unerlässliche Stütze in der Sing-Akademie, da sie eine ausgezeichnete Sängerin war. Nach Faschs Tod übernahm Zelter 1800 die Leitung der Sing-Akademie, 1806 wurde er deren Ehrenmitglied und 1809 Professor der Königlichen Akademie der Künste. Aus der Begegnung mit Goethe 1802 entwickelte sich eine lebenslange, innige Freundschaft, aus dem sich über 30 Jahre hinweg ein reger Briefwechsel entspann. 1809 gründete Zelter die erste Berliner Liedertafel und 1820 das Königliche Institut für Kirchenmusik. Zelter wirkte auch als Musikschriftsteller und Musikpädagoge. Zu seinen prominentesten Schülern zählen Felix Mendelssohn-Bartholdy und dessen Schwester Fanny, sowie Otto Nicolai und Giacomo Meyerbeer. Zelter selbst komponierte Sinfonien, Kantaten, Motetten und Chormusik, vor allem aber vertonte er zahlreiche Gedichte von Goethe und anderen. Seine größten Verdienste erwarb er sich durch die Pflege und seine Bemühungen um das deutsche Volkslied. Am 7. August 1956 stiftete Bundespräsident Theodor Heuss ihm zu Ehren die „Zelter-Plakette“ für Chöre. Carl Friedrich Zelter starb am 15. Mai 1832 in Berlin.
»Carl Friedrich Zelter: Biographie und Einspielungen«
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