Am 22. Dezember 2016 jährt sich der Todestag der russischen Komponistin Galina Ivanovna Ustvolskaya zum 10. Mal. Geboren wurde die Künstlerin am 17. Juni 1919 in Petrograd. Ihre Kindheit war geprägt von materiellen Schwierigkeiten. Schon früh zeigte sie eine ausgeprägte Eigenwilligkeit, so blieb sie trotz Tadels oft dem Schulunterricht fern. Als Kind fühlte sie sich unverstanden und war daher die meiste Zeit allein. Sie lernte Violoncello spielen und von 1926 an erhielt sie Musikunterricht an der Leningrader Chorfachschule. Von 1937 bis 1947 studierte sie am Konservatorium in Leningrad (dem späteren Konservatorium Rimsky Korsakov) bei Dmitri Schostakowitsch Komposition.Nach ihrem Abschluss unterrichtete sie dort selbst in Komposition. Von Schostakowitsch erhielt sie während der Sowjetzeit viel Unterstützung gegen die Angriffe von Komponistenkollegen. Außer einigen patriotischen Stücken für offizielle Zwecke wurden bis 1968 keine Werke von ihr aufgeführt. Lediglich ihre Violinsonate von 1952 wurde gelegentlich gespielt. Erst seit etwa den 1990er Jahren wurden ihre Werke immer populärer und fanden besonders im Westen große Verbreitung. 1992 erhielt Ustvolskaya den Heidelberger Künstlerinnen-Preis. Aufführungen ihrer eigenen Musik besuchte sie jedoch nur selten, ins Ausland reiste sie zunächst gar nicht. Erst nach einer Reise nach Amsterdam 1995 unternahm sie auch vereinzelt Reisen in den Westen, war aber nur selten auf Festivals und Konzerten anzutreffen. Sie gab kaum Interviews und lebte äußerst zurückgezogen und vertieft in ihr musikalisches Schaffen. Ihre Heimatstadt St. Petersburg hat sie fast nie verlassen. Sie gilt neben Sofia Gubaidulina als bedeutendste Komponistin Russlands im 20. Jahrhundert. Galina Ustwolskaja komponierte eigentlich zum Selbstzweck. Auftragskompositionen lehnte sie im Prinzip ab, verfasste aber „für Geld‟ Gelegenheitskompositonen, die sie aber nicht als ihre Kompositionen im eigentlich Sinn gelten ließ und nicht in ihren Werkkatalog aufnahm. Insgesamt war sie sehr selbstkritisch und vernichtete auch eigene Werke wieder, wenn sie mit diesen nicht mehr zufrieden war. Auf diese Weise enthält das Gesamtœuvre ihres Werkkataloges nur 25 Werke mit einer Spieldauer von insgesamt ca. sieben Stunden. Über ihr Werk sagt Galina Ustvolskaya selbst: „Meine Werke sind nicht religiös, aber definitiv spirituell, weil ich alles von mir gegeben habe. Meine Seele, mein Herz“. Galina Ustwolskaja war sehr bescheiden, zurückhaltend, beinahe ängstlich. Sie starb am 22. Dezember 2006 in Sankt Petersburg im Alter von 87 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.
»Galina Ustvolskaya: Biographie und Einspielungen«
Anzeige
Alle Porträts im April
- 01.04.2016 → Ferruccio Busoni 150. Geburtstag
- 01.04.2017 → Scott Joplin 100. Todestag
- 01.04.2024 → Glenn Miller 120. Geburtstag
- 02.04.2023 → Johann Christoph Bach 320. Todestag
- 03.04.2018 → Franz Berwald 150. Todestag
- 03.04.2025 → Mario Castelnuovo-Tedesco 130. Geburtstag
- 03.04.2025 → Kurt Weill 75. Todestag
- 04.04.2017 → Salvatore Sciarrino 70. Geburtstag
- 05.04.2024 → Louis Spohr 240. Geburtstag
- 06.04.2020 → Johann Kuhnau 360. Geburtstag
- 06.04.2021 → Igor Strawinsky 50. Todestag
- 07.04.2018 → Cesar Bresgen 30. Todestag
- 07.04.2018 → Anton Diabelli 160. Todestag
- 08.04.2022 → Nicolaus Bruhns 325. Todestag
- 08.04.2022 → Giuseppe Tartini 330. Geburtstag
- 08.04.2023 → Gaetano Donizetti 175. Todestag
- 09.04.2017 → Matthias Georg Monn 300. Geburtstag
- 09.04.2023 → Sigfrid Karg-Elert 90. Todestag
- 10.04.2019 → Nino Rota 40. Todestag
- 10.04.2024 → Eugène d' Albert 160. Geburtstag
- 13.04.2017 → Guillaume de Machaut 640. Todestag
- 13.04.2024 → Siegfried Matthus 90. Geburtstag
- 14.04.2017 → Mikhail Pletnev 60. Geburtstag
- 14.04.2023 → Josef Lanner 180. Todestag
- 14.04.2025 → Alexander Scriabin 110. Todestag
- 15.04.2018 → Johann Friedrich Fasch 330. Geburtstag
- 16.04.2023 → Federico Mompou 130. Geburtstag
- 16.04.2024 → Henry Mancini 100. Geburtstag
- 16.04.2025 → Leó Weiner 140. Geburtstag
- 17.04.2022 → Harald Saeverud 125. Geburtstag
- 17.04.2023 → Gregor Piatigorsky 120. Geburtstag
- 17.04.2024 → Johann Mattheson 260. Todestag
- 18.04.2015 → Giacomo Carissimi 410. Geburtstag
- 18.04.2017 → Miklós Rózsa 110. Geburtstag
- 18.04.2019 → Franz von Suppé 200. Geburtstag
- 18.04.2024 → Cécile Louise Chaminade 80. Todestag
- 19.04.2022 → Germaine Tailleferre 130. Geburtstag
- 20.04.2019 → Carl Loewe 150. Todestag
- 22.04.2022 → Edouard Lalò 130. Todestag
- 23.04.2017 → Ruggero Leoncavallo 160. Geburtstag
- 23.04.2021 → Sergej Prokofjew 130. Geburtstag
- 25.04.2020 → Gottlieb Muffat 330. Geburtstag
- 26.04.2024 → William "Count" Basie 40. Todestag
- 27.04.2017 → Andreas Romberg 250. Geburtstag
- 27.04.2021 → Sigismund Thalberg 150. Todestag
- 27.04.2022 → Friedrich von Flotow 210. Geburtstag
- 27.04.2022 → Olivier Messiaen 30. Todestag
- 29.04.2022 → Manfred Gurlitt 50. Todestag
- 29.04.2022 → Carl Millöcker 180. Geburtstag
- 29.04.2024 → Duke Ellington 125. Geburtstag
Uraufführungen im April
- 08.04.2016 → UA vor 140 Jahren: A. Ponchielli, La Gioconda
- 09.04.2016 → UA vor 100 Jahren: M. de Falla, Noches en los jardines de España
- 19.04.2016 → UA vor 80 Jahren: A. Berg, Violinkonzert
- 24.04.2020 → UA vor 220 Jahren: J. Haydn, Die Jahreszeiten
- 27.04.2016 → UA vor 90 Jahren: G. Puccini, Turandot
- 27.04.2017 → UA vor 150 Jahren: Ch. Gounod, Roméo et Juliette
Anzeige
