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UA 1871
24
Dezember
vor 155 Jahren
in Kario
Verdis Aida ist ohne Frage eine der bekanntesten Opern überhaupt. Schon allein wegen der Kürze und Prägnanz des Titels ist Aida ein Begriff, den jeder kennt und auch mit dem Namen Verdi in Verbindung bringt. Der Titel allein hat Aida freilich nicht berühmt gemacht. Es ist natürlich die wirkungsvolle und überwältigende Musik: die eindrucksvollen Massenszenen, aber auch die innigen, stimmungsvollen und atmosphärisch dichten Einzelszenen sowie der exotische Reiz der altägyptischen Kultur, die Verdi musikalisch nachzeichnet. In Verdis Opernschaffen stellt Aida eine Wende dar, indem er nicht mehr nur einseitig die Gesangspartien in den Vordergrund stellt, sondern dem Orchester eine neue und entscheidende Rolle zuweist. Zu verdanken haben wir Aida dem damaligen ägyptischen Vizekönig Ismail Pascha, der versuchte, für sein Land den Anschluss an europäische Standards herzustellen. So ließ er Eisenbahnlinien bauen, installierte ein Telegraphennetz, sorgte für Straßenbeleuchtungen, führte soziale und politische Reformen durch, setzte sich für den Bau des Suezkanals ein und war nicht zuletzt auch eine kulturell treibende Kraft. Auf sein Betreiben hin wurde das erste Opernhaus auf afrikanischem Boden errichtet, das am 6. November 1969 in Kairo feierlich mit Verdis Rigoletto eröffnet wurde. Dazu und für die Eröffnung des Suezkanals hatte er zuvor bei Verdi die Komposition einer passenden Hymne bestellt, was Verdi allerdings abgelehnt hatte, da er keine Gelegenheitskompositionen verfassen wollte. Ismail wollte das Opernhaus jedoch unbedingt mit einer Uraufführung aus der Feder Verdis eröffnen. Über mehrere Umwege gelangte schließlich die Vorlage für ein Libretto an Verdi, die tatsächlich Verdis Interesse erregte. In enger Zusammenarbeit mit dem Librettisten Antonio Ghislanzoni und unter Mithilfe seiner Frau Giuseppina wurde im Sommer 1870 das Libretto fertiggestellt. Am 29. Juli 1870 unterschrieb Verdi den Vertrag zur Komposition, für die er die sagenhafte Summe von 150000 Goldfrancs forderte und erhielt! Die Uraufführung sollte im Januar 1871 erfolgen, sie verzögerte sich allerdings durch den Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges. Nachdem die deutschen Truppen in Frankreich einmarschiert waren und Paris im Belagerungszustand war, konnte an den Kostümen und Bühnenbildern nicht weitergearbeitet werden. Daher wurde die Premiere auf das Ende des Jahres verschoben. Am 20. September 1871 übergab Verdi eine Kopie der fertigen Partitur. An Heilig Abend 1871 fand schließlich die Uraufführung von Aida in Abwesenheit des Komponisten unter der Leitung von Giovanni Bottesini statt, einem Freund Verdis. Verdi hatte zuvor jedoch in regem schriftlichem Austausch alle Details für die Uraufführung geregelt. Die Oper wurde begeistert aufgenommen, 15 weitere Vorstellungen erfolgten allein in der ersten Saison. Für die europäische Erstaufführung an der Mailänder Scala am 8. Februar 1872 kümmerte sich Verdi persönlich um alle Einzelheiten und wurde mit 32 Vorhängen belohnt. Von da aus unternahm Aida ihren Siegeszug rund um die ganze Welt. Am 2. März 1912 wurde Aida unter freiem Himmel bei den Pyramiden von Gizeh aufgeführt, 1987 erstmals am „Originalschauplatz“ vor dem Tempel in Luxor.
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