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UA 1890
19
Dezember
vor 136 Jahren
in St. Petersburg
Das Libretto zu Pique Dame geht auf die gleichnamige Novelle Alexander Puschkins zurück (erschienen 1834). Tschaikowskys jüngerer Bruder Modest, der Schriftsteller war, hatte daraus bereits 1878 ein Ballettlibretto erstellt, das eigentlich der Komponist Nikolaj Klenowsky im Auftrag des St. Petersburger Theaterdirektors Wsewolosschsky vertonen sollte. Dieser nahm jedoch davon Abstand, so dass Tschaikowsky 1889 mit der Vertonung beauftragt wurde. Tschaikowsky war von dem Stoff derart gefesselt, dass er den Klavierauszug der Oper in der unglaublich kurzen Zeit von 44 Tagen in Florenz Anfang 1890 fertigstellte, die Instrumentation der Partitur schloss Tschaikowsky im Juni in Frolowskoje in der Unkraine ab. Im Unterschied zur Originalvorlage hat Modest Tschaikowsky das Geschehen aus dem frühen 19. Jahrhundert in die Spätzeit Katharinas der Großen verlegt und die Szene an der Newa hinzugefügt. Der entsprechende Text dazu stammt wiederum größtenteils vom Komponisten selbst. Auch die Figur des Fürsten Jeletzky ist neu. Und geändert ist auch der Schluss: in der Oper ersticht sich Hermann, in der Novelle endet er im Irrenhaus und Lisa heiratet einen „netten jungen Mann“. Bei der Generalprobe gab sich das Zarenpaar die Ehre, die Uraufführung am 19. Dezember 1890 am Mariinsky-Theater und die Erstaufführung in Moskau wurden in Russland zu Tschaikowskys größtem Opernerfolg. Auch im Ausland wurde Pique Dame begeistert aufgenommen, Eugen Onegin konnte sie hier aber an Beliebtheit nicht übertreffen. Die deutsche Erstaufführung fand 1900 in Darmstadt statt. Die Rolle der Gräfin war eine der Glanzrollen der großen Martha Mödl.
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