Der italienische Komponist der Renaissance Luca Marenzio genoss zu Lebzeiten nicht nur in Italien, sondern in allen bedeutenden Musikzentren Europas hohes Ansehen. Davon zeugen nicht zuletzt die zahlreichen Nachdrucke seiner Werke. Alfred Einstein zählte ihn zusammen mit Carlo Gesualdo und Claudio Monteverdi zu den großen Madrigalisten, die die Gattung zu ihrem Höhepunkt führten. Marenzio wurde am 18. Oktober 1553 oder 1554 in Coccaglio bei Brescia geboren. Details sind aus seinem Leben nur wenige bekannt, über seine Kindheit gar keine. Vermutlich war er Chorknabe am Dom zu Brescia. Seine erste musikalische Anstellung hatte Marenzio ab 1574 in Rom bei Kardinal Cristoforo Madruzzo. Nach dessen Tod 1578 trat er in die Dienste von Kardinal Luigi d’Este, dem Bruder des Herzogs von Ferrara Alfonso II. d’Este. Nach dessen Tod 1586 wiederum ging er an den Hof der Medici nach Florenz, kehrte aber bereits nach einem Jahr wieder nach Rom zurück. Dort wurde er Mitglied der Vertuosa Compagnia die Musici und erwarb sich u.a. die Gunst und Protektion von Papst Clemens VIII. Im Sommer 1595 sollte er im Auftrag des Papstes die Hofkapelle des Königs Sigismund von Polen reorganisieren. 1596 hielt sich Marenzio in Warschau auf, 1598 ist sein Wirken wieder in Italien in Venedig bezeugt, ab 1599 war Marenzio wieder in Rom. Er sollte die von Palestrina begonnene Reform des Gregorianischen Gesanges nach dessen Tod (1594) fortsetzen. Die Aufgabe konnte Marenzio jedoch nicht vollenden. Er starb am 22. August 1599 in Rom. Marenzio hat u.a. 9 Madrigalbücher für 5 Stimmen und 6 Madrigalbücher für 6 Stimmen hinterlassen, daneben zahlreiche 4stimmige Madrigale, Madrigali spirituali für 6 Stimmen, 5 Bücher Villanellen und Canzonetten für 3 Stimmen, 4stimmige Motetten sowie Sacrae cantiones für 5 bis 7 Stimmen mit basso continuo.
»Luca Marenzio: Biographie und Einspielungen«
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