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Komponisten: Aktuelle Infos

Albert Lortzing 225. Geburtstag

dt. Komponist


Kein anderer deutscher Komponist hat ähnlich viele Evergreens für Opernwunschkonzerte geliefert wie Albert Lortzing. Obwohl er zu Lebzeiten als Sänger, Schauspieler und Komponist berühmt, beliebt und erfolgreich war, starb er im Alter von 49 Jahren trotzdem in ärmlichsten Verhältnissen, geplagt von Existenzsorgen und Sorgen um den Lebensunterhalt für seine große Familie. Geboren wurde Albert Lortzing am 23. Oktober 1801 in Berlin. Sein Vater Johann Gottlieb hatte als Lederhändler ursprünglich einen bürgerlichen Beruf. Im „Nebenberuf“ trat er aber regelmäßig zusammen mit seiner Frau Charlotte Sophie in der Privat-Theater-Gesellschaft „Urania“ auf, bis er schließlich seinen Beruf aus Leidenschaft für das Theater ganz aufgab. Vater und Mutter zogen als Schauspieler und Soubrette durchs Land und Albert stand dadurch schon als Fünfjähriger in Kinderrollen auf der Bühne. In diesem künstlerischen Umfeld lernte er, mehrere Instrumente zu spielen und begann, zu komponieren. Zu seinen ersten Kompositionsversuchen gehört eine Schauspielmusik von 1812 zu Schillers Die Bürgschaft. Einen geordneten Musikunterricht hat Lortzing nicht genossen, seine Fertigkeiten und Kenntnisse eigente er sich im praktischen Theaterleben an. Als Sänger und Schauspieler in jugendlichen Liebhaberrollen trat er zusammen mit seinen Eltern in Aachen und Köln und dann am Hoftheater zu Detmold auf. 1823 heiratete er die Schauspielerin Rosina Regina Ahles, mit der er elf Kinder hatte, von denen sechs das Kindesalter überleben sollten. Mit der Gründung einer eigenen Familie begann Lortzings selbständige Bühnenlaufbahn und schnell machte er sich einen Namen als Schauspieler und Sänger. 1824 komponierte Lortzing seine erste Oper Ali Pascha von Janina, die 1828 in Münster uraufgeführt wurde. 1829 schrieb er eine Schauspielmusik zu Christian Dietrich Grabbes Don Juan und Faust, und 1832 folgte eine Reihe von Singspielen: Der Pole und sein Kind, Der Weihnachtsabend, Andreas Hofer, Szenen aus Mozarts Leben. 1833 wure Albert Lortzing Tenorbuffo am Stadttheater in Leipzig. Hier lernte er Heinrich Marschner kennen, der ihn zusammen mit dem dortigen Prinzipal Friedrich Ringelhardt zur Komposition einer komischen Oper ermunterte. 1837 kam Die beiden Schützen auf die Bühne, mit Lortzing selbst in der Rolle des Peter. Der Erfolg der Uraufführung wurde noch im gleichen Jahr von der Uraufführung von Zar und Zimmermann übertroffen. Es entstanden in rascher Folge weitere erfolgreiche Werke: die große komische Oper Carano oder Das Fischerstechen (1839), Hans Sachs (1840), Casanova (1841) und 1842 Der Wildschütz. 1844 trat Lortzing erstmals als Dirigent in Erscheinung. Doch nach der Magdeburger Uraufführung seiner Undine (1845) erhielt Lortzing die Kündigung seines Leipziger Engagements. Insgesamt waren die Jahre in Leipzig die glücklichste Zeit seines Lebens. Ein Angebot als Kapellmeister am Theater an der Wien, wo 1846 Der Waffenschmied aus der Taufe gehoben wurde, schien die Rettung aus der sich anbahnenden beruflichen Krise. Das Engagement war allerdings glücklos, so dass Lortzing sich 1848 ohne feste Anstellung wieder in Leipzig fand. Er war gewzungen, wieder als reisender Schauspieler seine Familie durchzubringen. Endlich erreichte ihn im April 1850 ein Ruf als Kapellmeister an das Berliner Friedrich-Wilhelmstadt-Theater. Allerdings sollte dieser Vertrag auch nur bis Februar des folgenden Jahres laufen, so dass die Familie wieder vor dem Nichts zu stehen drohte, auch wenn Lortzings letzte Oper Die Generalprobe in Frankfurt ihre Premiere feiern konnte. Diesen Erfolg konnte der seit längerer Zeit kranke Komponist nicht mehr genießen. Albert Lortzing starb am 21. Januar 1851 in Berlin völlig überlastet und hoch verschuldet. Lortzing war, ähnlich wie Wagner, ein Dichterkomponist: Er verfasste alle Texte zu seinen Opern selbst. Er schuf mit seinen Werken die Form der komischen Oper mit Sprechtexten und teilweise sozialkritischen Untertönen, deren typisch deutsche Thematik allerdings einer Verbreitung im Ausland im Wege standen. Aber gemessen an dem Erfolg seiner unvergänglichen Melodien, der bis heute anhält, hätte Albert Lortzing ein glücklicheres und sorgenfreies Ende verdient gehabt.

»Albert Lortzing: Biographie und Einspielungen«

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Christopher Gibbons 350. Todestag

engl. Komponist


Christopher Gibbons war ein englischer Organist und Komponist. Er wurde am 22. August 1615 in London als Sohn des berühmteren englischen Komponisten Orlando Gibbons geboren (getauft). Bereits im Alter von elf Jahren wurde er Vollwaise und wurde von seinem Onkel Edward Gibbons, der Chorleiter am King's College in Cambridge war, in Obhut genommen. Ab 1638 war er Organist an der Kathedrale von Winchester, 1660 wurde er Organist in der Royal Chapel und in der Westminsterabtei. Dieses Amt hatte zuvor auch sein Vater bekleidet. Von Christopher Gibbons sind mehrere Anthems sowie Fantasien für Streicher erhalten. Er starb am 20. Oktober 1676 in London.

»Christopher Gibbons: Biographie und Einspielungen«

Berthold Goldschmidt 30. Todestag

dt. Komponist


Berthold Goldschmidt wurde am 18. Januar 1903 in Hamburg als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren. Er wuchs in Hamburg auf und ging als 19jähriger nach Berlin, wo er von 1922 bis 1924 zusammen mit Ernst Krenek, Alois Hába, Karol Rathaus und Ignaz Strasfogel an der Hochschule für Musik in der Kompositionsklasse von Franz Schreker studierte. Daneben nahm er auch Unterricht im Dirigieren. Sein Studium finanzierte er als Klavier- und Celestaspieler und als Korrepetitor. 1925 erhielt er eine Stelle als Korrepetitor an der Berliner Staatsoper unter Erich Kleiber. In dieser Eigenschaft war er unmittelbar an der Vorbereitung der Uraufführung von Alban Bergs Wozzeck beteiligt. Bei der Uraufführung selbst spielte er die Celesta. Die Uraufführung seiner eigenen Passacaglia op. 4 für Orchester durch Erich Kleiber im gleichen Jahr brachte ihm den Mendelssohn-Preis ein, ein von 1879 bis 1936 vom preußischen Staat gestiftetes jährliches Stipendium zur Förderung talentierter Musiker. 1926 erlebte sein erstes Streichquartett op. 25 seine Uraufführung. Dieses Werk erregte die Aufmerksamkeit von Arnold Schönberg, der daraufhin Goldschmidt einen Platz in seiner Kompositionsklasse anbot. Goldschmidt zog es allerdings vor, in Schrekers Klasse zu bleiben. 1927 holte Carl Ebert den vielversprechenden Studenten als musikalischen Berater und Dirigenten an das Landestheater in Detmold. Dort machte ihn der damalige Oberspielleiter Arthur Maria Rabenalt auf das Schauspiel Le cocu magnifique des flämischen Dichters Fernand Crommelynck aufmerksam. Dieses Stück inspirierte Goldschmidt zu seiner ersten Oper Der gewaltige Hahnrei, die 1932 in Mannheim uraufgeführt wurde. Als Ebert 1931 Generalintendant an der Städtischen Oper Berlin wurde, nahm er auch Goldschmidt als musikalischen Berater mit. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 beendete allerdings Goldschmidts beruflichen Aufstieg. Ebert und Goldschmidt wurden beurlaubt. Goldschmidt übernahm nun die Leitung eines Orchesters jüdischer Musiker, aus deren Kreis sich später das Israel Philharmonic Orchestra formierte. 1935 wurde er von den Nazis zum Verhör geladen. Er floh daraufhin nach England, nachdem ihm der Verhörbeamte dies insgeheim geraten hatte. Die Aufführung seiner Werke wurde von den Nazis verboten. So kam auch die geplante Aufführung von Der gewaltige Hahnrei an der Städtischen Oper Berlin nicht mehr zustande. Für Goldschmidt war es als Flüchtling sehr schwer, in London Fuß zu fassen und Arbeit zu finden. Immerhin wurde ihm 1944 die musikalische Leitung der Deutschen Sektion der BBC-Europa-Welle übertragen und er konnte sich wieder als Dirigent betätigen, u.a. in Glyndebourne und beim Edinburgh Festival. 1947 erhielt er die englische Staatsbürgerschaft. Er komponierte noch eine weitere Oper (Beatrice Cenci, erst 1994 szenisch aufgeführt) sowie drei Solokonzerte für Cello, Klarinette und Violine, dann verstummte Goldschmidt als Komponist resigniert für 24 Jahre, da die Musikwelt keinerlei Interesse an seinen Werken zeigte. Sein bedeutendster eigener musikalischer Beitrag während dieser Jahre war die Vervollständigung von Mahlers 10. Sinfonie in Zusammenarbeit mit Deryck Cooke, deren Premiere 1964 er auch dirigierte. Mit einer Reihe von Kammermusikwerken und Orchesterliedern begann Goldschmidt erst wieder 1982 zu komponieren. Es waren die Dirigenten Simon Rattle, Lothar Zagrosek, Charles Dutoit und Yakov Kreizberg sowie die Plattenfirmen Largo und Decca, die zur künstlerischen Rehabilitation des Komponisten und zur Wiederentdeckung seiner Werke beitrugen. Im hohen Alter von neunzig Jahren war es Goldschmidt schließlich vergönnt, Anerkennung und Wertschätzung für seine Werke bei Aufführungen in ganz Europa zu erleben. So fand auch Der gewaltige Hahnrei Eingang in den Opernspielplan in Berlin, Bern und Darmstadt als eine der wichtigsten Opern aus der Zeit der Weimarer Republik. Berthold Goldschmidt starb am 17. Oktober 1996 in London im Alter von 93 Jahren.

»Berthold Goldschmidt: Biographie und Einspielungen«

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