Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Komponisten: Aktuelle Infos

Steve Reich 90. Geburtstag

US-amer. Komponist


Am 3. Oktober 2026 feiert Steve Reich seinen 90. Geburtstag. Er zählt zu den wichtigsten amerikanischen Komponisten der Gegenwart und hat mit seinem umfangreichen Œuvre zahlreiche jüngere Komponisten stark beeinflusst. Um 1950 hörte er erstmals Werke von Johann Sebastian Bach und Neue Musik wie Le sacre du printemps von Strawinsky sowie Jazz (Charlie Parker, Miles Davis, Kenny Clarke). Dies beeindruckte ihn nachhaltig und führte dazu, dass er im selben Jahr Schlagzeugunterricht bei Roland Kohloff, dem späteren ersten Paukisten der New Yorker Philharmoniker, erhielt. 1953 beendete er die High School und gründete ein Bebop-Quintett, in dem er Schlagzeug spielte. Seine kompositorische Schaffenszeit begann um 1958. Er beschäftigte sich mit elektronischer Musik und experimentierte viel. Dass er als Kind viele Bahnfahrten zwischen New York und Los Angeles machen musste, weil seine Eltern sich getrennt hatten, schlug sich in seinem 1988 uraufgeführten Streichquartett Different Trains nieder, das für das Kronos Quartet entstand und als Meilenstein der Neueren Musik gilt. 2009 erhielt Reich für sein Werk Double Sextet den Pulitzer-Preis. 2013 erhielt er den Frontiers of Knowledge Award der BBVA Foundation in der Kategorie „Zeitgenössische Musik“. Die in Madrid beheimatete Stiftung verleiht diesen hochdotierten Preis seit 2008 und fördert bedeutende wissenschaftliche Forschungsprojekte und zukunftsweisende künstlerische Schöpfungen. 2014 erhielt Steve Reich im Rahmen des 58. Internationalen Festivals Zeitgenössischer Musik bei der Biennale Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk.

»Steve Reich: Biographie und Einspielungen«

<!--4DINCLUDE /inc_anzeige2.html--> : Das Dokument konnte nicht geöffnet werden.

Paul Lincke 80. Todestag

dt. Komponist


Was Johann Strauß für Wien und Jacques Offenbach für Paris ist, ist Paul Lincke für Berlin: Er ist der „Vater“ der Berliner Operette. Geboren wurde er am 7. November 1866 in Berlin. Sein Vater August Lincke war Magistratsdiener und spielte als Geiger in mehreren kleinen Orchestern. Er starb, als sein Sohn Paul erst fünf Jahre alt war. Nach der Realschule trat er in die Wittenberger Stadtmusikkapelle ein und erlernte dort mehrere Instrumente. Am Central-Theater in der Alten Jakobstraße erhielt er 1884 ein erstes Engagement als Fagottist. Nach einem Jahr wechselte er ins Orchester des Ostend-Theaters in der Großen Frankfurter Straße. Er verliebte sich in die 16-jährige Soubrette Anna Müller, die er 1893 heiratete. Bereits mit 19 Jahren wurde er Theaterkapellmeister und Musikverleger. Er sammelte Erfahrungen am Königsstädtischen Theater, dem Belle-Alliance-Theater und dem Parodie-Theater in der Oranienstraße, begleitete dort die Varieté-Programme und lieferte eigene Kompositionen für beliebte Couplet-Sängerinnen. 1897 entstand Venus auf Erden, ein revueartiger Einakter. Er verbrachte zwei Jahre am berühmtesten europäischen Varieté, den Folies Bergère in Paris und kehrte mit neuen Kompositionen an das Apollo-Theater zurück. 1899 wurde Frau Luna mit überwältigendem Erfolg uraufgeführt, im selben Jahr folgten Im Reiche des Indra und 1902 die Operette Lysistrata. 1908 verpflichtete ihn der Direktor des Apollo-Theaters als ersten Kapellmeister und Komponisten ans Metropol-Theater, dessen pompöse Ausstattungsrevuen zur größten Attraktion der Reichshauptstadt gehörten. 1937 erhielt er die Silberne Ehrenplakette seiner Heimatstadt, an seinem 75. Geburtstag wurde Lincke zum Ehrenbürger der Stadt Berlin ernannt. Während eines Gastspiels im böhmischen Marienbad 1943 wurden seine Wohnung und sein Verlag in der Berliner Oranienstraße ausgebombt. Nach Kriegsende erhielt er von den Alliierten keine Zuzugsgenehmigung nach Berlin mehr. Er zog zunächst in das oberfränkische Arzberg und von dort schließlich nach Hahnenklee im Harz. Am 3. Oktober 1946, kurz vor seinem 80. Geburtstag, starb Paul Lincke in Clausthal-Zellerfeld.

»Paul Lincke: Biographie und Einspielungen«

Gerald Finzi 70. Todestag

engl. Komponist


Gerald Finzi ist einer der bekanntesten englischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 14. Juli 1901 in London geboren und verbrachte dort auch seine frühe Kindheit. Bereits mit sieben Jahren verlor er seinen Vater. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges zog seine Mutter mit ihm nach Harrogate in Yorkshire. Dort nahm er Unterricht bei dem Komponisten Ernest Farrar und ab 1917 bei Edward Bairstow am York Minster. 1922 veröffentlichte er sein erstes Werk By Footpath and Style für Bariton und Streichquartett auf Texte von Thomas Hardy. 1926 zog er wieder nach London und nahm Unterricht bei R. O. Morris. In dieser Zeit lernte er Vaughan Williams kennen, der 1928 sogar sein Violinkonzert dirigierte. Außerdem machte er auch die Bekanntschaft von Holst, Bliss, Rubbra und Ferguson. 1930 vermittelte ihm Vaughan Williams einen Lehrauftrag an der Royal Academy of Music. Nach seiner Heirat mit der Künstlerin Joy Black 1933 gab er diesen wieder auf und zog nach Aldbourne in Berkshire. Im selben Jahr hatte Finzi mit der vollständigen Aufführung seines Liederzyklus A Young Man’s Exhortation seinen ersten größeren Erfolg in London. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges behinderte die weitere Entwicklung seiner Karriere, die gerade begonnen hatte, stark. Im Jahr 1939 zogen die Finzis auf die Ashmansworth Farm bei Newbury in Wiltshire. In den Kriegsjahren wurde Finzi ins Ministerium für Kriegstransporte einberufen und bot einer Anzahl deutscher und tschechischer Kriegsflüchtlinge in seinem Haus Unterkunft. Er gründete die Newbury String Players, anfangs mit Laienmusikern aus dem Ort, die er bis zu seinem Tod dirigierte. Nach Kriegsende erhielt Finzi eine Reihe wichtiger Kompositionsaufträge: 1946 die Festhymne Lo, the full, final sacrifice, 1947 die große Ode For Saint Cecilia, 1949 ein Klarinettenkonzert für Frederick Thurston und 1950 vollendete er sein Meisterwerk, Intimations of Immortality für Tenor, Chor und Orchester. Im Jahr 1951 wurde bei Finzi Morbus Hodgkin diagnostiziert, eine Form von Leukämie, mit einer Lebenserwartung von fünf bis zehn Jahren. Dies hemmte seinen Schaffensdrang allerdings keineswegs. Ein Finzi gewidmetes Konzert in der Royal Festival Hall im Jahr 1954 bedeutete die endgültige Anerkennung seiner Bedeutung für das britische Musikleben. Am 27. September 1956 erlag Gerald Finzi seiner Krankheit, nachdem er noch am Abend zuvor die Erstaufführung seines Cellokonzerts – entstanden nach einem Kompositionsauftrag von Sir John Barbirolli für das Cheltenham Festival 1955 – im Radio gehört hatte.

»Gerald Finzi: Biographie und Einspielungen«

Alle Porträts im Oktober

Uraufführungen im Oktober

Anzeige

»Alle Porträts«

▲

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige