Vor zehn Jahren starb der deutsche Pianist Peter Schmalfuss in Darmstadt. Er wurde am 13. Januar 1937 in Berlin geboren und zeigte schon in jungen Jahren großes Talent für das Klavier. Als Teenager war er bereits ein ausgezeichneter Pianist. Seine Fertigkeiten vervollkommnete er u.a. bei Walter Gieseking, Adrian Aeschbacher und Wilhelm Kempff. Seine internationale Pianistenkarriere startete er 1960 mit Tourneen durch Europa, Nordafrika und Asien. Schmalfuss war ein exzellenter Vom-Blatt-Spieler und war geschätzt als Einspringer und Ersatz, wenn andere das Handtuch warfen. Entsprechend groß war auch sein Repertoire, zu dem auch zeitgenössische Werke gehörten. So nahm er beispielsweise 1989 das Klavierwerk von Akin Euba auf und brachte eine Klaviersonate von Salvatore Sciarrino bei den Darmstädter Ferienkursen zur Aufführung. Seine Schwerpunkte lagen aber bei Beethoven und Chopin. Beethovens Klaviersonaten spielte er in einem Zyklus von mehreren Konzertabenden und auf Einladung der Chopin-Gesellschaft in Warschau, deren Mitglied er auch war, reiste er eigens nach Zelazowa Wola nach Polen, um in Chopins Geburtshaus zu spielen. Schmalfuss organisierte auch verschiedene kleinere Festivals, bei denen er die Aufmerksamkeit auf die vernachlässigte Kammermusik von Carl Maria von Weber lenkte. Zusammen mit seiner Konzerttätigkeit entfaltete er auch im Tonstudio eine rege Aufnahmetätigkeit für zahlreiche kleinere europäische Labels. Lange Zeit galten seine Aufnahmen jedoch eher als Geheimtipp, eine größere Verbreitung und Bekanntheit erreichten sie erst in den 80er Jahren. Daneben unterrichtete Peter Schmalfuss 24 Jahre lang an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt. In seinem letzten Lebensjahr zwang ihn ein Handleiden, alle Konzerttermine abzusagen. Peter Schmalfuss starb am 23. Oktober 2008. Die Stadt Darmstadt ehrte ihn mit einer Bronze-Gedenktafel.
»Peter Schmalfuss: Biographie und Einspielungen«
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