Rudolf Serkin ist eine der großen Pianistenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 28. März 1903 in Eger (Böhmen) geboren. Schon als Fünfjähriger galt er als Wunderkind. Sein Talent konnte er unter seinem prägendsten Lehrer Arnold Schönberg voll entwickeln und debütierte 1915 mit den Wiener Philharmonikern in Wien mit Mendelssohns Klavierkonzert g-Moll. Mit 17 Jahren lernte er den Geiger Adolf Busch kennen, eine Begegnung, die seine weitere Entwicklung entscheidend beeinflussen sollte. Zusammen mit dessen Bruder Hermann Busch spielte Serkin regelmäßig Kammermusik. 1933 wandern die Buschs und Serkin wegen des aufkommenden Nationalsozialismus in die Schweiz aus, im gleichen Jahr debütiert Serkin in den USA. Dort wird er 1934 und 1936 von Arturo Toscanini engagiert. 1939 lässt sich Serkin schließlich in den Vereinigten Staaten nieder und nimmt die amerikanische Staatsbürgerschaft an. 1950 wird er von Pablo Casals zur Eröffnung der ersten Festspiele in Prades eingeladen. Er gründet das Marlboro Festival samt Musikschule zusammen mit Adolf Busch, der seit 1935 sein Schwiegervater ist. Ab 1939 unterrichtet er am Curtis Institute of Philadelphia und übernimmt von 1968 bis 1977 die Leitung des Instituts. Unter Claudio Abbado nahm Serkin Anfang der achtziger Jahre in London einen Zyklus der Klavierkonzerte Mozarts auf, der jedoch unvollendet blieb. Serkin war nie an Virtuosität interessiert. Aus diesem Grunde spielte er so gut wie keine Werke von Franz Liszt. Bohuslav Martinu widmete ihm seine Sonate für Klavier, die Serkin 1957 uraufführte. Serkin gilt als „Poet“ unter den Pianisten. Er starb am 9. Dezember 1991 in Guilford, Vermont, USA.
»Rudolf Serkin: Biographie und Einspielungen«
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