Am 28. Mai 2026 vor 190 Jahren verstarb der böhmische Komponist, Musikpädagoge und Flötist Anton Reicha. Er wurde am 26. Februar 1770 in Prag geboren. Sein Vater, der ebenfalls Musik war, starb zehn Monate nach Antons Geburt. Ausgebildet wurde Reicha von seinem Onkel Joseph Reicha, der Cellist und Kapellmeister der Oettingen-Wallersteiner Hofkapelle war. 1785 zog Anton Reicha nach Bonn, als sein Onkel dort Kapellmeister der Kurfürstlichen Hofkapelle wurde. In diesem Orchester spielte Anton Reicha als zweiter Flötist zusammen mit Ludwig van Beethoven, der Bratsche spielte. Die beiden verband eine lang andauernde Freundschaft. Nach der Auflösung des Bonner Hoforchesters 1794 ging Reicha als Musiklehrer zuerst nach Hamburg, dann lebte er von 1802 bis 1808 in Wien, wo er Kompositionsunterricht bei Johann Georg Albrechtsberger und Antonio Salieri hatte. 1808 übersiedelte er schließlich nach Paris. Dort erwarb er sich großes Ansehen als Komponist für Bläser. 1809 lehrte er am Pariser Konservatorium und wurde 1818 Professor für Komposition in der Nachfolge von Étienne-Nicolas Méhul. 1831 wurde er mit der Ehrenlegion ausgezeichnet. Bis heute ist Anton Reicha bekannt vor allem weger seiner mehr als 20 zum Teil sehr virtuosen Bläserquintette. Seine Schriften zur Kompositionslehre wurden in mehrere Sprachen übersetzt.
Am 26. Mai vor 460 Jahren starb der spanische Komponist und Organist Antonio de Cabezón. Er gilt als der bedeutendste spanische Komponist von Musik für Tasteninstrumente seiner Zeit. Geboren wurde Cabezón am 30. März 1510 in Castrillo Matajudíos bei Castrojeriz. Er war von Kindheit an blind. Über sein Leben ist so gut wie nichts überliefert. Er war Hoforganist Karls V. und später Philipps II. und unternahm in deren Gefolge zwei Reisen quer durch Europa (von 1548 bis 1551 und von 1554 bis 1556). Dabei lernte bedeutende Musiker anderer Höfe kennen. Um 1538 heiratete er und zog nach Ávila, der Geburtsstadt seiner Frau. Das Paar hatte fünf Kinder, die allesamt hohe Positionen am spanischen Königshof unter Philipp II beziehen konnten. Als Madrid Sitz des Königshofs und spanische Hauptstadt wurde, zog er dorthin und blieb dort bis zu seinem Tode 1566. Seine gesammelten Werke (Intabulierungen und Variationen) wurden 1578 von seinem Sohn Hernando herausgegeben waren Vorbild und Anleitung für die folgenden Organistengenerationen.