Am 5. August 2026 ist an den 110. Todestag des englischen Komponisten George Sainton Kaye Butterworth zu denken. Er wurde am 12. Juli 1885 in London geboren. Die Familie zog jedoch bald nach Yorkshire, wo Butterworth aufwuchs. Den ersten Musikunterricht bekam er von seiner Mutter, die selbst Sängerin war. Er begann früh zu komponieren. Als späterer General Manager der North Eastern Railway hatte sein Vater eine Ausbildung zum Rechtsanwalt für Goerge vorgesehen und ihn ans Eton College und anschließend ans Trinity College nach Oxford geschickt. George konzentrierte sich jedoch zunehmend auf die Musik und traf auf Cecil Sharp und Ralph Vaughan Williams. Butterworth und Vaughan Williams schlossen enge Freundschaft, sie unternahmen mehrere Reisen in das ländliche England, um Volkslieder zu sammeln. Nach dem Abschluss in Oxford begann Butterworth eine Laufbahn als Musiker, schrieb Kritiken für The Times, komponierte und lehrte am Radley College in Oxfordshire. Er studierte auch kurz am Royal College of Music in London, wo er unter anderem von Hubert Parry unterrichtet wurde. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete sich Butterworth zum Militärdienst. Er fiel 1916 im Alter von 31 Jahren in der Schlacht an der Somme bei Pozières. Sein Leichnam wurde nie gefunden. Von Butterworth ist nur wenig Musik erhalten, da er selbstkritisch viele seiner Werke vernichtet hatte, bevor er eingezogen wurde. Am bekanntesten ist A Shropshire Lad (1911/12), die Vertonung einer Gedichtsammlung von A. E. Housman. Gelegentlich sind heute noch seine Orchesterwerke zu hören – Two English Idylls von 1911 und sein letztes Werk The Banks of Green Willow von 1913.
Louis „Satchmo“ Armstrong war einer der bedeutendsten und populärsten Jazztrompeter überhaupt. Er prägte die Entwicklung des Jazz seiner Zeit ebenso wie die nachfolgenden Generationen an Jazztrompetern. Armstrong wurde am 4. Juli 1901 in New Orleans geboren und wuchs in ärmlichsten Verhältnissen auf. Als Siebenjähriger musste er Zeitungen verkaufen, mit zwölf Jahren wurde er in das Colored Waif's Home for Boys eingewiesen, weil er in der Silvesternacht mit dem Revolver seines Onkels in die Luft geschossen hatte. Trotzdem kann das als sein persönliches Glück gedeutet werden: in dieser „Besserungsanstalt“ lernte er das Kornettspielen, durch das er weltberümt werden sollte. Zunächst schlug er sich mit Gelegenheitsjobs und kleinen Engagements in Bars und Kaschemmen durch. 1918 spielte er ein Jahr lang in der Band von Fate Marable auf einem Mississippi-Dampfer. 1922 ging er nach Chicago, um in King Oliver's Creole Jazz Band mitzuspielen. Aus dieser Zeit gibt es erste Tondokumente. 1924 heiratete er Lilian Hardin, die Pianistin der Band. Auf ihren Rat hin wechselte Armstrong in die Band von Fletcher Henderson, wo er zum Solisten avancierte. Bereits ein Jahr später verließ er die Band jedoch wieder und spielte zusammen mit seiner Frau in kleineren Jazzformationen, die er Louis Armstrong and His Hot Five (oder Hot Seven) nannte. In dieser Zeit entstanden nicht nur richtungsweisende Aufnahmen, die heute als Meilensteine der Jazzgeschichte gelten, sondern er landete auch seinen ersten Hit in den Billboard-Charts, dem bis 1966 noch weitere 78 folgen sollten. Ab den 1930er Jahren begann sein Stern international zu leuchten, 1932 unternahm Armstrong erste Tourneen nach Europa, schließlich war er auf dem ganzen Globus unterwegs und gefeiert. 1947 löste er seine Big Band auf und kehrte mit Louis Armstrong and his All Stars zu seinen Wurzeln des New Orleans Jazz zurück. In den 1950er und 1960 Jahren trat er, dem Rat seiner Ärzte folgend, aus gesundheitlichen Gründen das Trompetenspiel zu redurzieren, zunehmend als Sänger und Entertainer in Erscheinung. Spätestens durch seine Mitwirkung in Hollywoodfilmen wie Die Glenn Miller Story, Die oberen Zehntausend und Hello Dolly! war Louis Armstrong absoluter Weltstar. Er starb am 6. Juli 1971 in New York im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt. 1960 erhielt er einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Ein Tenniscourt in Flushing Meadows trägt seinen Namen, New Orleans ehrt den großen Trompeter und Sänger mit einem Louis Armstrong Park und mit dem nach ihm benannten Louis Armstrong New Orelans International Airport. Armstrons auffallend großer Mund brachte ihm den allseits bekannten Spitznamen „Satchmo“ ein – ein Namensgebilde aus „Satchel Mouth“, was soviel bedeutet wie „ein Mund, so groß wie ein Schulranzen“.
Franz Liszt wurde am 22. Oktober 1811 in Raiding im Burgenland als Sohn eines deutschen Gutsverwalters in Ungarn geboren. Als Wunderkind wurde er von Carl Cerny und Antonio Salieri in Wien ausgebildet, von dort übersiedelte er 1823 zu weiteren Studien nach Paris. Die Erfahrungen in der französischen Kulturmetropole besonders durch Berlioz, Paganini und Chopin beeindruckten ihn stark. 1835 ging er mit der Gräfin d'Angoult nach Genf. Die gemeinsame Tochter Cosima war die spätere Ehefrau des Pianisten und Dirigenten Hans von Bülow und Richard Wagners. Auf Konzertreisen von 1839 bis 1847 errang Liszt als Klaviervirtuose ungeheuere Erfolge. Von 1848 bis 1861 war Liszt Hofkapellmeister in Dresden. Dort entstanden die meisten seiner Orchesterwerke (u.a. Faust-Symphonie 1857, Dante-Symphonie 1857, Episoden aus Lenaus Faust 1861). Als Führer der „Neudeutschen Schule“ setzte er sich für Richard Wagner und Peter Cornelius ein und gründete den Allgemeinen Deutschen Musikverein. Nach 1861 begann für Liszt eine dritte Lebensphase, in der er 1865 in Rom die niederen Weihen empfing und überwiegend kirchliche Werke komponierte (Legende von der Heiligen Elisabeth 1862, Christus 1872, Messen, Requiem). Liszt ist eine der faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten seines Jahrhunderts. Von überragender Bedeutung ist er vor allem als Virtuose und Klavierkomponist: er hat eine völlig neue Klaviertechnik entwickelt und die Virtuosität zu ungeahnten Höhen geführt. Neben seinem innovativen Klavierstil hat er auch die Form der symphonischen Dichtung entwickelt und mit seinen musikalisch-poetischen Ideen und kühnen Harmonik weitreichenden Einfluss auf die nachfolgenden Musikergenerationen ausgeübt. Franz Liszt starb am 31. Juli in Bayreuth. Sein Tod jährt sich 2016 zum 130. Mal.