Vor 140 Jahren, am 4. Juli 1886, wurde der deutsche Komponist Heinrich Kaminski in Tiengen im Schwarzwald geboren. Er war der Sohn eines altkatholischen Pfarrers. Seine Mutter war Opernsängerin. Nach dem Abitur begann er zunächst eine Banklehre in Offenbach, zog dann jedoch nach Heidelberg, um Politikwissenschaft zu studieren. Die schicksalhafte Begegnung mit Martha Warburg änderte seine Pläne: sie erkannte seine musikalische Begabung und wurde seine Förderin. Er erhielt Klavierunterricht und studierte ab 1907 Musiktheorie und evangelische Kirchenmusik. 1909 zog er nach Berlin, um am Sternschen Konservatorium Musik zu studieren. Während seiner Berliner Studienzeit entstanden seine ersten Kompositionen, das Quartett a-Moll für Klavier, Klarinette, Viola und Violoncello op.1b (1912) und das Streichquartett F-Dur (1913). Nach Studienabschluss trat er 1914 in Benediktbeuern eine Stelle als Klavierlehrer an. Dort lernte er u.a. die Maler Emil Nolde und Franz Marc kennen. Während des Ersten Weltkriegs war er als Chorleiter und Kompositionslehrer tätig, danach wurde er in der Nachfolge von Hans Pfitzner an die Preußische Akademie der Künste nach Berlin für die Leitung einer Meisterklasse für Komposition berufen. Zu seinen bekanntesten Schülern zählen Carl Orff und Reinhard Schwarz-Schilling. Wegen seiner politischen Gesinnung wurde sein auslaufender Vertrag 1933 von den Nationalsozialisten nicht mehr verlängert und er kehrt nach Benediktbeuern zurück. 1938 wurde er sogar mit einem Aufführungsverbot belegt, da er als „Halbjude“ eingestuft wurde. Seine Karriere wurde aufgrund dessen in der Folgezeit weiter behindert, er musste mehrmals ins Ausland fliehen. Zwischen 1939 und 1945 hatte er den Verlust von drei Kindern zu beklagen. Kurz nach Vollendung seiner Oper „Das Spiel vom König Aphelius“ starb Kaminski am 21. Juni 1946 in Ried in Oberbayern, wo auch viele seiner Werke wie Introitus und Hymnus (1920), Concerto grosso (1923), Magnificat (1925) und die Motette Der Mensch (1929) mit großem Erfolg aufgeführt worden waren.
Der belgische Komponist und Organist Flor Peeters wurde am 4. Juli 1903 in Tielen geboren. Sein Vater versah das Küster- und Organistenamt, so dass Peeters von frühester Kindheit an mit Kirchenmusik und Liturgie vertraut war. Mit acht Jahren vertrat er bereits seinen Vater gelegentlich an der Orgel. Ab 1916 studierte er am Institut Saint-Victor de Turnhout, wo er bereits seine ersten Kompositionen entstanden. 1919 begann er das Studium am Lemmens-Institut bei Oscar Depuydt im Fach Orgel und machte bereits zwei Jahre später den Abschluss. 1922 erhielt er den Exzellenzpreis, 1923 wurde er mit dem „Prix Lemmens-Tinel“ ausgezeichnet. Er wurde zunächst zweiter Organist an der St.-Romuald-Kathedrale in Mechelen, nach dem Tod seines Lehrer Depuydt Titularorganist an St. Rombout, setzte seine Studien aber bei Marcel Dupré und Charles Tournemire in Paris fort. 1931 wurde er Orgelprofessor am Königlichen Konservatorium in Gent, 1935 Orgelprofessor am Konservatorium von Tilburg in den Niederlanden, 1948 schließlich Professor für Orgel am Konservatorium Antwerpen und 1952 Direktor des Konservatoriums. Er unternahm zahlreiche äußerst erfolgreiche Konzertreisen, allein zehn in die Vereinigten Staaten. Insgesamt gab Flor Peeters über 3000 Konzerte in allen fünf Kontinenten. 1962 erhielt er die Ehrendoktorwürde der „Catholic University of America“ in Washington, 1971 die Ehrendoktorwürde der Katholischen Universität Leuven und den Ehrentitel eines Barons durch den belgischen König. Nach seiner Pensionierung 1968 war er als Organist in Mechelen tätig und gab weiterhin Konzerte. Vor dreißig Jahren, am 4. Juli 1986, starb Flor Peeters in Antwerpen.
Den 100. Geburtstag eines der bedeutendsten Komponisten der Moderne kann die Musikwelt 2026 feiern: Am 1. Juli 1926 wurde Hans Werner Henze in Gütersloh geboren. Er wuchs in einer großen Familie mit fünf jüngeren Geschwistern auf und zeigte schon sehr früh Interesse an Musik und Kunst. Seine ersten Kompositionen – Klavierstücke – entstanden im Alter von zwölf Jahren. Er studierte in Braunschweig und Heidelberg und war dort Schüler von Wolfgang Fortner. 1948/49 war er musikalischer Leiter des Deutschen Theaters in Konstanz. 1949 ging er nach Darmstadt und schließlich nach Paris, um bei René Leibowitz Schönbergs Zwölftontechnik zu studieren, 1950-53 war er Leiter am Staatstheater Wiesbaden. Der internationale Druchbruch gelang ihm in der Zusammenarbeit mit Ingeborg Bachmann 1964 mit der Oper Der junge Lord. Henze schuf mehr als 40 Bühnenwerke und zehn Sinfonien. Die meisten seiner 15 Opern haben schnell Eingang ins internationale Repertoire gefunden. Henze gilt als der meistgespielte zeitgenössische Komponist. Zu seinen bekanntesten Werken zählen neben der 9. Sinfonie unter anderem die Opern Boulevard Solitude (1952), König Hirsch (1956), Der Prinz von Homburg (1960), sowie die Elegie für junge Liebende (1961), mit der Henze seinen Ruf als Opernkomponist festigte und Die Bassariden, die 1966 in Salzburg bejubelt wurde. Henze war ein äußerst vielseitiger Komponist. Sein Werkverzeichnis enthält Stücke aller musikalischen Gattungen. Mit dem „Cantiere Internazionale d’Arte Montepulciano“ und der „Münchener Biennale – Internationales Festival für Neues Musiktheater“ hat Henze zwei Festivals geschaffen, die den Beginn bedeutender Karrieren markieren und aus dem internationalen Kulturleben nicht mehr wegzudenken sind. Hans Werner Henze hat zahlreiche Ehrungen erhalten, darunter mehrere Ehrendoktorwürden, den „Praemium Imperiale“ des Kaisers von Japan, das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und die Ernennung zum „Chevalier de la Légion d’honneur“. Bis zu seinem Tod war er im Musikleben aktiv, zuletzt als „Capell-Compositeur“ der Dresdner Staatskapelle. Hans Werner Henze starb am 27. Oktober 2012 in Dresden. Er lebte seit 1952 in Italien und wurde in seiner Wahlheimat Marino bei Rom beigesetzt.
Am 30. Juni 2026 war der 360. Todestag des deutschen Komponisten und Kirchenmusikers Adam Krieger. Er wurde am 7. Januar 1634 in Driesen im heutigen Polen geboren. Seine Ausbildung erhielt er bei Samuel Scheidt in Halle, ab 1650 in Leipzig. 1655 setzte er sich als Nachfolger von Jahnn Rosenmüller für die Besetzung der Organistenstelle an der Leipziger Nikolaikirche gegen Werner Fabricius durch. Im Jahre 1657 veröffentlichte er eine erste berühmt gewordene Liedersammlung. Die Texte dichtete er selbst. Im selben Jahr rief ihn Kurfürst Johann Georg II. an den sächsischen Hof nach Dresden. Dort unterrichtete er die Tochter des Kurfürsten am Clavichord. Seine Bewerbung für die Stelle als Thomaskantor in Leipzig blieb ohne Erfolg, da sich nicht zum Schulunterricht verpflichten lassen wollte. 1658 wurde er zum Hoforganisten berufen.vKiregers Bedeutung liegt vor allem auf dem Gebiet des Liedes. Diese Gattung der „Arien“ führte er auf eine bis dahin nicht erreichte Höhe, wodurch er zu einem der beliebtesten deutschen Liedkomponisten seines Zeitalters wurde.