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Komponisten: Aktuelle Infos

Johann Kaspar Mertz 220. Geburtstag

böhm. Komponist


Johann Kaspar Mertz war ein Gitarrist und Komponist der Romantik. Er wurde am 17. August 1806 in Pressburg (heute Bratislava, damals die Hauptstadt Ungarns) geboren. Über seine Kindheit sind keine Einzelheiten überliefert. Die Familie war arm, so dass er bereits mit 12 Jahren Gitarren- und Flötenunterricht gab. Zwischen 1840 und 1856 trat er in Wien als Gitarrist, Lehrer und Konzertmusiker in Erscheinung. Dort wirkten auch zahlreiche andere prominente Gitarristen wie Anton Diabelli, Mauro Giuliani, Wenceslaus Matiegka und Simon Molitor. Mertz machte sich neben diesen Künstlern einen Namen als Virtuose und Konzertgitarrist. Allerdings verlor die Gitarre allmählich immer mehr an Bedeutung und galt als „undankbares Konzertinstrument“, so dass Mertz seine Existenz kaum als Konzertmusiker bestreiten konnte, sondern hauptsächlich vom Unterrichten in Gitarre, Zither und Flöte lebte. Trotzdem unternahm er Konzertreisen durch Mähren, Polen und Russland und gab Konzerte in Berlin und Dresden. Dort lernte er die Pianistin Josephine Plantin kennen, die er im Dezember des Jahres 1842 heiratete. Die Lebensbedingungen in Wien waren für das Ehepaar Mertz allerdings sehr schwierig und von wirtschaftlichen Schwierigkeiten geprägt. Im Jahre 1846 erkrankte Mertz und wäre fast an einer Überdosis eines Medikaments gestorben, das ihm infolge einer Rezeptur verabreicht wurde. Mertz starb am 14. Oktober 1856 in Wien. Zuvor konnte er noch den Brüsseler Gitarren-Kompositionswettbewerb gewinnen. In der Geschichte der Gitarre blieb Mertz als Komponist stets präsent. Vor allem als die Wiederbelebung der Gitarre um 1900 einsetzte, hat man sich wieder vielfach seiner Werke angenommen. Seine Gitarrenmusik orientiert sich an der romantischen Klaviermusik, während viele seiner Zeitgenossen die Ästhetik der Klassik verfolgten. Neben seinen Eigenkompositionen hat Mertz auch Werke anderer Komponisten bearbeitet, unter anderem auch einige Schubert-Lieder sowie Opernarien in Transkriptionen für Gitarre solo.

»Johann Kaspar Mertz: Biographie und Einspielungen«

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Michael Haydn 220. Todestag

österr. Komponist


Er war in zweierlei Hinsicht der „kleinere“ Haydn – jünger als sein „großer“ Bruder Joseph und auch in musikgeschichtlicher Hinsicht diesem untergeordnet: Michael Haydn. Er wurde am 14.9.1737 in Rohrau geboren. Von 1745 bis 1755 war er Sängerknabe und Solosopranist am Stephansdom in Wien, die ersten vier Jahre davon in Gesellschaft seines Bruders. Dort hatte er auch Unterricht in Violine, Klavier und Orgel. Nach Abschluss seiner Ausbildung wurde er 1757 Geiger und 1760 schließlich bischöflicher Kapellmeister in Großwardein (Ungarn). Erzbischof Sigismund von Schrattenbach holte ihn nach Salzburg, wo er am 14. August 1763 als „Hofmusicus und Concertmeister“ in der fürsterzbischöflichen Hofkapelle angestellt wurde. 1773 wurde er erster Konzertmeister, 1777 als Nachfolger von Hoforganist Cajetan Adlgasser Organist an der Dreifaltigkeitskirche und 1782 beerbte er Wolfgang Amadeus Mozart als Hof- und Domorganist. Mit diesem verband ihn eine herzliche Freundschaft. Er übernahm den Klavierunterricht am Kappelhaus und wurde dafür als Konzertmeister entlastet. Michael Haydn wirkte 43 Jahre lang bis zu seinem Tod am 10. August 1806 in Salzburg. In dieser Zeit schrieb er 360 geistliche und weltliche Kompositionen. Zu seinen Schülern gehören C.M. von Weber und Anton Diabelli. Das Schwergewicht seines Schaffens liegt auf kirchlichen Kompositionen: Messen, Kantaten, Oratorien, Gradualien, Offertorien, Te Deum, Requiem (unvollendet), aber auch 46 Sinfonien, Solokonzerte, Serenaden, Divertimenti, Kammermusik sowie eine Oper hat er komponiert. Außerdem hat er als Erster vierstimmige Männerchöre geschrieben und diese Tradition mit ins Leben gerufen. Michael Haydn war ein wichtiger Wegbereiter der katholischen Kirchenmusik. Seine Werke wurden zu seinen Lebzeiten jedoch nie verlegt, sondern kursierten nur in handschriftlichen Kopien von Kloster zu Kloster. Dies mag ein Grund sein, dass er nicht die ihm gebührende musikgeschichtliche Beachtung fand. Ein Großteil seiner Werke ist nach wie vor ungedruckt und bis heute unveröffentlicht.

»Michael Haydn: Biographie und Einspielungen«

Marie Claire Alain 100. Geburtstag

frz. Organistin und Komponistin


Marie-Claire Alain war eine berühmte französische Organistin und Komponistin. Sie wurde am 10. August 1926 in Saint-Germain-en-Laye als jüngstes von vier Kindern in ein sehr musikalisches Elternhaus geboren. Ihr Vater Albert Alain war Organist, Komponist und Orgelbauer und ihre beiden älteren Brüder Olivier (1918-1994) und Jehan (1911-1940) waren ebenfalls Organisten und Komponisten. Auch ihre Schwester Marie Odile (1914-1937) war Organistin. Besonders dem Vermächtnis ihres Bruders Jehan, der im 2. Weltkrieg gefallen war, widmete sie sich zeitlebens durch die Interpretation und Herausgabe seiner Orgelwerke. Als Elfjährige unterstützte sie ihren Vater bei seinen Orgeldiensten in Saint-Germain-en-Laye und trat nach dessen Tod 1971 seine Nachfolge an bis zu ihrem Ruhestand 2011. Die logische Konsequenz ihres Werdegangs war ein Orgelstudium bei Marcel Dupré am Pariser Konservatorium. Sie erwarb sich dort vier erste Preise. Der zweite Preis beim Concours de Genève 1950 eröffnete ihre internationale Karriere. Insgesamt bestritt sie als Konzertorganisten etwa 2500 Konzerte weltweit und legte über 260 Einspielungen vor, darunter mehrere Gesamteinspielungen, davon allein drei Kompletteinspielungen des Orgelwerks von Bach. Sie befasste sich sehr gründlich mit historischer Aufführungspraxis und übertrug in ihren Konzerten und Interpretationen ihre Erkenntnisse und Erfahrung konsequent auch auf die Orgel. Auch als Pädagogin beeinflusste sie die nachfolgenden Organistengenerationen maßgeblich. Viele ihrer Schülerinnen und Schüler können ihrerseits ebenfalls bedeutende Karrieren vorweisen. Marie-Claire Alain wurde u.a. mit der Ehrendoktorwürde der Colorado State University und der Ehrendoktorwürde der Southern Methodist University Dallas ausgezeichnet und erhielt als Mitglied der Ehrenlegion die höchste französische Auszeichnung für militärische und zivile Verdienste. 1976 wurde ihr der Buxtehude-Preis der Hansestadt Lübeck verliehen. Am 26. Februar 2013 starb Marie-Claire Alain im Alter von 86 Jahren in Le Pecq.

»Marie Claire Alain: Biographie und Einspielungen«

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