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Komponisten: Aktuelle Infos

UA vor 100 Jahren: E.W. Korngold, Die tote Stadt op. 12

UA 1920

4

Dezember

vor 100 Jahren

in Hamburg und Köln


Erich Wolfgang Korngolds Oper Die tote Stadt geht zurück auf Georges Rodenbachs Roman Bruge-la-Mort. Dieser zählte vor der Wende zum 20. Jahrhundert zu den meistgelesenen Büchern. Unter dem Titel La Mirage wurde der Roman auch als Bühnendrama verarbeitet und erlebte seine deutsche Erstaufführung 1903 in Berlin. Die deutsche Bühnenfassung hatte der Übersetzer und Bühnenautor Siegfried Trebitsch angefertigt. Er war es, der Korngold diesen Stoff für eine Opervertonung vorschlug. Korngold war von dem Sujet begeistert und machte sich zusammen mit dem Librettisten Hans Müller unverzüglich an die Ausarbeitung. Hans Müller trat jedoch sehr bald von dieser Arbeit zurück, so dass Korngolds Vater Leopold in die Bresche sprang, so dass am 4. Dezember 1920 in Hamburg die Premiere erfolgen konnte. Es war Korngolds erstes großes Bühnenwerk, mit dem er in spätromantischer Tradition an Strauss und Puccini anknüpft. Die Premiere war sehr erfolgreich und die Oper konnte sich einen festen Platz im Bühnenrepertoire der 1920er Jahre erobern. Bereits ein Jahr nach der Premiere erfolgte die amerikanische Uraufführung an der Metropolitan Opera in New York – immerhin die erste deutsche Oper, die nach dem Ersten Weltkrieg in den USA zur Aufführung kam. In den Hauptrollen galten damals der Tenor Richard Tauber als Paul und die Sopranistin Maria Jeritza als Marietta als die Idealbesetzungen. Ende des Jahrzehnts änderte sich allerdings der Operngeschmack und Die tote Stadt verschwand mehr und mehr von den Bühnen. Zaghafte Versuche in München (1955) und an der Wiener Volksoper (1967) konnten daran nichts ändern. Erst eine Aufführung an der New York City Opera 1975 zusammen mit einer Schallplatteneinspielung brachte die Wende. Seitdem ist Die tote Stadt mehr und mehr wieder „auferstanden“ und hat sich ihren Platz im heutigen Opernbetrieb zurückerobert.

»Erich Wolfgang Korngold: Biographie und Einspielungen«

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André Campra 360. Geburtstag

frz. Komponist

* 1660

4

Dezember

vor 360 Jahren

in Aix-en-Provence


André Campra war einer der führenden französischen Opernkomponisten im Zeitraum zwischen Jean-Baptiste Lully und Jean-Philippe Rameau. Seine „tragédies en musique“ und Ballette waren sehr erfolgreich, er hinterließ aber auch drei Bände mit Kantaten und Kirchenmusik einschließlich eines Requiems. André Campra war der Sohn eines italienischen Geigers und einer französischen Mutter. Er wurde am 4. Dezember 1660 in der Église de la Madeleine in Aix-en-Provence getauft. Den ersten Musikunterricht erhielt er von seinem Vater. 1674 wurde er Chorknabe an der Kathedrale Saint-Sauveur, vier Jahre später begann er mit theologischen Studien. Bereits mit 17 Jahren komponierte er die ersten Motetten. Sein Hang zur theatralischen Musik zeigte sich bereits zu dieser Zeit. 1681 wurde er gemaßregelt, weil er gegen die strengen kirchlichen Sitten verstoßen und unerlaubterweise an Theateraufführungen teilgenommen hatte. Trotzdem wurde er am 27 Mai desselben Jahres Kaplan. 1682 komponierte er anlässlich der Geburt eines Enkels von Louis XIV. seine erste Oper, die allerdings verschollen ist. Schließlich wurde er maître de musique an der Kathedrale von Arles. Campra galt jedoch als reizbar und dem Alkohol zugetan, so dass er die Stelle schon nach zwei Jahren verlor. Allerdings konnte er 1683 eine Stelle als Leiter der Singschule an der Kathedrale von Toulouse antreten, die er elf Jahr lang innehatte. Aufgrund der bescheidenen musikalischen Gegebenheiten wurde Campra innovativ und führte u.a. Violinen, die zur damaligen Zeit als Instrument der Straße galten, in die Kirchenmusik ein. Die Zusammenarbeit mit dem Klerus gestaltete sich aber auch hier zunehmend problematisch. So verlangte das Domkapitel 1691, dass Campra seine Werke dem Kapitel vor jeder Aufführung vorlegen musste. Vor dem Hintergrund eskalierender Spannungen erlangte er 1694 mit Hilfe des Abtes Lagrange-Trianon ein Anstellung in ähnlicher Position an der Kathedrale Notre-Dame in Paris. Ab 1697 begann Campra, Kompositionen für das Theater zu verfassen (L'Europe Galante und Le Carnaval de Venise), die er allerdings unter dem Namen seines Bruders veröffentlichte, da dies sonst erneut zu Konflikten mit der kirchlichen Obrigkeit geführt hätte. 1700 gab Campra seine gesicherte Position an Notre-Dame schließlich auf und widmete sich fortan der Musik für das Theater. Bis 1720 komponierte er rund fünfzehn „opéras-ballets“ und „tragédies lyriques“. Er war damit immerhin so erfolgreich, dass er zum Kapellmeister der Académie Royale der musique in Paris und schließlich zum sous-maître der Chapelle Royale in Versailles berufen wurde. Ab 1721 befand sich Campra wieder in kirchlichen Diensten. Von da an komponierte er nur noch geistliche Werke, etwa 30 Motetten, das Requiem sowie zahlreiche Psalmen und Kantaten. 1740 trat er im Alter von 79 Jahren von seinen Ämtern zurück und verbrachte die letzten vier Jahre seines Lebens zurückgezogen in Versailles. Dort starb er am 29. Juni 1744.

»André Campra: Biographie und Einspielungen«

Aaron Copland 30. Todestag

US-amer. Komponist

† 1990

2

Dezember

vor 30 Jahren

in New York


Der amerikanische Komponist Aaron Copland wurde am 14. November 1900 als Sohn aus Litauen ausgewanderter Eltern in Brooklyn/New York geboren. Heute gilt er als einer der bedeutendsten Vertreter der amerikanischen Moderne. Sein Musikstudium begann er in den USA bei Rubin Goldmark (einem Neffen von Karl Goldmark) und setzte sie an der Ausländerhochschule in Fontainebleau/Paris bei Nadia Boulanger fort. Nach anfänglichen experimental-expressionistischen Versuchen wollte er „echte amerikanische Musik“ schreiben und bezog stark den Jazz mit seinen verschiedensten Stilmitteln in seine Kompositionen mit ein (Dance Symphony, Short Symphony, Music for Theater, Piano Variations). In sinfonischen Formen stieß er mit diesen Stilmittel jedoch bald an Grenzen. Neuen Strömungen des Tonschaffens stand er kritisch gegenüber, vielmehr bemühte er sich, Werke zu schreiben, die sich nicht an elitäre Musikkreise richtete sondern eine größere Akzeptanz erzielen sollten. Konsequent ging er Experimenten aus dem Weg, bemühte sich um Einfachheit und Klarheit, verwendete amerikanische Folkloreelemente sowie Cowboy- und Folkmusic (Billy the Kid, El Salón México, Fanfare for the Common Man, Appalachian Spring, Rodeo). Dennoch scheute er die Auseinandersetzung mit der Dodekaphonie nicht wie etwa in Connotations für Orchester. Er schrieb auch Filmmusiken, Ballettmusiken, eine Oper (The Tender Land 1954) u.a. Nicht nur als Komponist war er jedoch erfolgreich sondern ebenso als Leiter verschiedenster Organisationen (Copland-Sessions-Concerts, League of Composers, Kussewitzki-Stiftung, American Music Center). Daneben hat er Bücher verfasst, die große Verbreitung gefunden haben (What to Listen for in Music, 1938; Our New Music, 1941). Copland war ein Freund von Leonard Bernstein und hatte großen Einfluss auf dessen Kompositionsstil. Im Gegenzug gilt Bernstein als der beste Dirigent der Werke Coplands. Er starb am 2. Dezember 1990 in North Tarrytown im Bundesstaat New York.

»Aaron Copland: Biographie und Einspielungen«

Alle Porträts im Dezember

Uraufführungen im Dezember

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