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Komponisten mit Lebensdaten insgesamt: 3376

Bernd-Alois Zimmermann

* 20.03.1918 Bliesheim
† 10.08.1970 Königsdorf bei Köln

Zum 100. Geburtstag gratulieren wir heute posthum Bernd Alois Zimmerman. Er war einer der bedeutendsten deutschen Komponisten der Avantgarde, der seinen persönlichen Kompositionsstil durch die Auseinandersetzung mit der freien Atonalität, der Zwölftonmusik und schließlich der seriellen Musik fand. Er wurde am 20. März 1918 in Bliesheim geboren. Ab 1929 besuchte er die katholische Privatschule im Kloster Steinfeld. Nach deren Schließung 1936 durch die Nationalsozialisten wechselte Zimmermann an das staatliche Gymnasium in Köln und legte dort 1937 das Abitur ab. Er hatte ein Jahr Reichsarbeitsdienst abzuleisten, dann begann er in Bonn ein Lehrerstudium. Im Wintersemester 1938/39 schrieb er sich schließlich an der Kölner Musikhochschule für Schulmusik, Musikwissenschaft und Komposition ein, wurde aber schon 1940 zur Wehrmacht eingezogen. 1942 nahm er sein Studium wieder auf, nachdem er wegen einer Hautkrankheit entlassen werden musste. Nach Kriegsende war Zimmermann freischaffender Komponist, besuchte die Kranichsteiner/Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik und war als Lektor im musikwissenschaftlichen Institut der Universität Köln tätig. 1957 und 1964 erhielt er jeweils ein Stipendium für die Villa Massimo in Rom. 1958 wurde Zimmermann als Nachfolger von Frank Martin Professor für Komposition an der Musikhochschule Köln und etablierte sich als anerkannter Komponist. 1960 wurde er mit dem Großen Kunstpreis von Nordrhein-Westfalen, 1966 mit dem Kunstpreis der Stadt Köln geehrt und wurde 1965 Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Zimmermann wurde zunehmend depressiv, ein Augenleiden verschlimmerte zusätzlich seinen psychischen Zustand. Am 10. August 1970 nahm sich der Komponist das Leben. Er hinterließ kein allzu umfangreiches, dafür aber ein umso bedeutenderes Œuvre, darunter ein Konzert für Violine (1950), ein Konzert für Oboe (1952), ein Konzert für Trompete (Nobody knows the trouble I see, 1954), ein Requiem für einen jungen Dichter (1969) sowie eine Oper (Die Soldaten, 1965), die als bedeutendste Oper nach Alban Bergs Wozzeck gilt.

Biographie Diskographie [11] Werke [9]

Biographie

20.3.1918
geboren in Bliesheim, Kreis Euskirchen.
1937-1947
Zunächst studierte Zimmermann in Bonn in der Absicht, Lehrer zu werden. Ab 1938 studierte er in Köln Schulmusik. 1940 wurde er als Soldat eingezogen, jedoch 1942 aus gesundheitlichen Gründen wieder entlassen und setzte im gleichen Jahr sein Studium in Köln fort (Kompositionsklasse von Philipp Jarnach). Schulmusikexamen 1947. Bereits ab 1946 arbeitete er als freier Komponist.
1948-1952
Lekor für Musiktheorie am Musikwissenschaftlichen Institut der Kölner Universität. Besucher der Darmstädter Ferienkurse. Arbeit an der "Kantate für Cello und kleines Orcheste - Canto di speranza" (erstes Cellokonzert). Enstehung des Konzerts für Oboe und kleines Orchester.
1955
UA des ersten Satzes des Konzerts für Trompete in C und Orchester mit dem Titel "Nobody knows de trouble I see", das unter dem Eindruck des Rassismus in den USA und Afrika entstand.
1958-1962
Nachfolger von Frank Martin an der Kölner Musikhochschule, ab 1962 dort Professor.
1965
UA seiner wichtigsten Oper Die Soldaten (nach Jakob M. Lenz) in Köln.
1968
UA des zweiten Cellokonzerts in Straßburg. Entstehung des Orchesterwerks "Photoptosis". Einen Ruf als Professor für Komposition an die Hochschule der Künste Berlin lehnt Zimmermann an. Sein Augenleiden verschlimmert sich in dieser Zeit zunehmend.
10.8.1970
Fertigstllung der "Ekklesianischen Aktion" für zwei Sprecher, Bass-Solo und Orchester mit dem Titel "Ich wante mich um und sah alles Unrecht, das geschah unter der Sonner". Freitod des Komponisten am 10.081970 in Königsdorf bei Köln.

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