Als Sohn des bekannten Geigers Jan Kubelik wurde Rafael Kubelik am 29. Juni 1914 in Bychory bei Prag geboren. Schon früh erhielt er ersten Klavier- und Violinunterricht und begann seine musikalische Ausbildung im Alter von 14 Jahren am Prager Konservatorium. 1934 debütierte er bei der Tschechischen Philharmonie und wurde von 1939-1941 Künstlerischer Leiter der mährischen Oper Brünn. 1941 wurde Kubelik als Nachfolger von Vaclav Talich Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie und gründete nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs das Festival "Prager Frühling". 1948 nach der Machtergreifung der Kommunisten emigrierte er nach England, wo seine internationale Karriere begann. Ab 1955 bis 1958 war er musikalischer Direktor der Covent Garden Opera, wo er u.a. die Londoner Erstaufführung von Janáceks "Jenufa" und Berlioz' "Les Troyens" dirigierte. 1961 wurde er als Nachfolger von Eugen Jochum Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, mit dem er zahlreiche internationale Erfolge feierte. Er blieb dem Orchester auch nach seinem Rücktritt 1979 verbunden und kehrte 1989 nach Tschechien zurück, wo er mehrere Konzerte der Tschechischen Philharmonie leitete, sowie 1991 das Eröffnungskonzert des "Prager Frühlings". Rafael Kubelik starb am 11. August 1996 in Luzern. Er gehört zu den prägenden Dirigenten des 20. Jahrhunderts, dessen künstlerisches Wirken auf zahlreichen Tonträgern dokumentiert ist.
Kevin John Edusei ist ein Shootingstar der jüngeren Generation unter den Dirigenten. Erstmals international aufmerksam machte er auf sich mit dem ersten Preis beim „Dimitris Mitropoulos Dirigentenwettbewerb“ im Jahr 2008. Es folgten Einladungen als Gastdirigent u.a. bei den St. Petersburger Philharmonikern, dem Deutschen Symphonieorchester Berlin, dem Residentie Orkest Den Haag, den Hamburger Symphonikern, der Deutschen Staatsphilharmonie, den Düsseldorfer Symphonikern, dem Mozarteumorchester Salzburg, dem Münchner Rundfunkorchester, dem Wiener Kammerorchester und dem Ensemble Modern Frankfurt. In der Spielzeit 2008/09 debütierte er mit Mozarts Die Entführung aus dem Serail an der Sächsischen Staatsoper Dresden und übernahm im Februar 2010 kurzfristig die Wiederaufnahme von Paul Hindemiths Cardillac. In der Saison 2012/13 debütierte er mit der Zauberflöte an der Volksoper Wien. Bereits von 2004 bis 2011 war er als 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD an den Theatern Bielefeld und Augsburg tätig. Als einer der drei Gewinner des von Pierre Boulez und Peter Eötvös initiierten Dirigentenwettbewerbs dirigierte er beim Lucerne Festival 2007 Karlheinz Stockhausens opus magnum Gruppen für drei Orchester. Im Rahmen des Dirigentenforums wurde er auch vom Deutschen Musikrat gefördert und in die Künstlerliste „Maestros von morgen“ aufgenommen. Außerdem war er Stipendiat der Internationalen Ensemble Modern Akademie und der von der Deutschen Bank getragenen Akademie Musiktheater heute. Er studierte Dirigieren, Tonmeister und Klassisches Schlagzeug an der Universität der Künste Berlin sowie an der Königlichen Musikhochschule Den Haag. Seit der Spielzeit 2014/2015 ist er Chefdirigent der Münchner Symphoniker, seit 2015/2016 auch am Konzert Theater Bern. Im April dieses Jahres gab er sein Debüt an der Komischen Oper Berlin. Am 5. August feiert der 1976 in Bielefeld geborene Dirigent seinen 40. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch.