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Besprechung CD

Felix Mendelssohn Barholdy

Violin Concertos in D & E Minor
Elvin Hoxha Ganiyev • Württembergische Philharmonie Reutlingen • Howard Griffiths

Solo Musica SM546

1 CD • 51min • 2025

04.03.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Es ist aufschlussreich, die beiden Violinkonzerte Mendelssohns aus einer Hand zu hören: das d-Moll-Konzerte eines dreizehnjährigen Wunderkinds und das e-Moll-Konzert eines reifen Meisters. Das frühe Werk steht noch unter dem Einfluss früherer Komponisten, wobei vor allem Bach, Mozart und Beethoven zu nennen wären; das späte Werk ist ganz eigentümlich für Mendelssohn, es verbindet Gesanglichkeit mit kunstvoller und doch unaufdringlicher thematischer Arbeit, wendet klassische Züge fantasievoll ins Romantische.

Ein frühes Wunder

All dies spiegelt sich in der durchdachten und lebendigen Interpretation beider Stücke durch den jungen, 1997 in Ankara geborenen Solisten und die Württembergische Philharmonie Reutlingen unter der umsichtigen Leitung des britisch-schweizerischen Dirigenten Howard Griffiths. Beim d-Moll-Konzert, bei dem der Solist vom Streichorchester begleitet wird, liegt der Schwerpunkt auf dem langsamen Satz, der von forschen Ecksätzen umrahmt wird. In diesem Andante kann Elvin Hoxha Ganiyev seinen feinen, variablen Ton entfalten und zeigen, wie dieses frühe „Lied ohne Worte“ kontrapunktisch durchflochten ist. Die Reutlinger Musiker gehen dabei hellhörig zu Werk, den Solisten unterstützend, so dass man eher Kammermusik als Sinfonik zu hören bekommt.

Ein spätes Meisterstück

Anders beim „großen“ e-Moll-Konzert. Hier verbinden sich Virtuosität, Lyrik und Dramatik auf eindrucksvolle Weise in drei Sätzen, die ineinander übergehen. Der Geiger führt seinen anspruchsvollen Part nahtlos mit dem des Orchesters zusammen, wobei Agogik und Tempomodifikation ganz im Dienst der Spannung stehen. Die ausgeschriebene Kadenz, die hier ausnahmsweise im Zentrum des Kopfsatzes steht, bildet einen ersten Höhepunkt. Das Finale, in dem für Mendelssohn typische scherzando- und cantando-Elemente sich begegnen und überlagern, wird mit Schwung und Akkuratesse musiziert.

Das Booklet, das in deutscher und englischer Sprache abgefasst ist, bringt ein aufschlussreiches Interview mit dem Solisten neben Informationen zu den Werken und zu den Interpreten.

Prof. Klaus Trapp [04.03.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Felix Mendelssohn Bartholdy
1Violinkonzert d-Moll 00:22:54
4Violinkonzert e-Moll op. 64 00:28:22

Interpreten der Einspielung

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