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CD/SACD stereo/surround-Besprechung

Great Works for Flute and Orchestra

BIS 1679

1 CD/SACD stereo/surround • 69min • 2007, 2008

09.09.2013

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Es fällt schwer, den Superlativen, die Sharon Bezalys Flötenspiel bereits zuteil wurden, noch weitere hinzuzufügen: Eine fantastische Flötistin und Musikerin, der für diese CD mit dem Residenz-Orchester Den Haag unter Neeme Järvi ein adäquater Partner zur Seite steht. Ihre bisherigen Einspielungen zeugen von einem außerordentlich breiten Repertoire, und immer wieder widmet sie sich Werken abseits des Gewöhnlichen. Auch im vorliegenden Fall kombiniert Bezaly Klassiker mit weniger Bekanntem. Dabei verspricht der Titel nicht zuviel – fast alle tatsächlich great works.

Nehmen wir etwa das fulminante 1926 entstandene Flötenkonzert des großen Dänen Carl Nielsen. Ein Meisterwerks sui generis: originell, klug die Klangfarben disponierend, dramaturgisch geschickt kammermusikalische mit orchestralen Episoden abwechselnd. Mit seinem neoklassizistischen Tonfall, motorischen Toccata- und Marschepisoden bewegte sich Nielsen damit absolut am Puls der Zeit. Tief in der klassisch-romantischen Tradition hingegen wurzelt Carl Reineckes Flötenkonzert aus dem Jahr 1908. Ein charmantes Stück mit einer brillanten Schluss-Stretta des damals 84-jährigen, von seinen Zeitgenossen hochgeschätzten Komponisten, das er für den Soloflötisten des Leipziger Gewandhausorchesters geschrieben hatte. Aufhorchen ließ mich Charles T. Griffesí konzises Poem aus dem Weltkriegsjahr 1918. Der nur zwei Jahre danach viel zu jung verstorbene amerikanische Humperdinck-Schüler war ein vielversprechendes Talent, das es noch zu entdecken gilt. Das stimmungsvolle, teils düster getönte, rhapsodische Poem zählt zu Recht zu seinen meistaufgeführten Kompositionen. Als Pflichtstück für den Flötenwettbewerb des Pariser Conservatoire komponierte Cécile Chaminade 1902 im Auftrag Paul Taffanels ihr Concertino. Zeitlich knapp gefasst gelingt ihr dennoch eine geradezu schwärmerische, melodienbeseelte Klangentfaltung, die ihrer Bestimmung gemäß der Flöte durchaus aber Raum für virtuose Girlanden lässt. Manches Werk wäre sicher längst im Orkus der Musikgeschichte verschwunden, trüge es nicht den Namen eines berühmten Komponisten. Aber Largo und Allegro, ein freundliches Petit Four, das der Meister offenbar selbst so wenig schätzte, dass er es nicht in sein Werkverzeichnis aufgenommen hat, ist ein Konservatoriumsstück Pjotr Tschaikowskys, im Original mit zwei Flöten und Streichern besetzt und hier für nur ein Soloinstrument adaptiert. Einen wirklich starken Eindruck hingegen hinterließ Francis Poulencs Flötensonate, deren (ausgesprochen pianistischer Klavierpart) 1976 von seinem britischen Kollegen und Freund Lennox Berkeley für James Galway kongenial orchestriert wurde. Hätte es nach diesem bravourösen Finale noch einer Zugabe bedurft, dann natürlich dieser: Die von Kalevi Aho 2008 eigens für Bezaly eingerichtete Fassung des ubiquitären Hummelflugs setzt einem fabelhaften, abwechslungsreichen Programm die Krone auf. Fast überflüssig zu erwähnen die BIS- typische audiophile Aufnahmetechnik und das hervorragend recherchierte dreisprachige Booklet.

Heinz Braun [09.09.2013]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Carl Nielsen
1Flötenkonzert D-Dur FS 119 00:16:16
Charles Tomlinson Griffes
3Poem – Andantino 00:09:57
Carl Reinecke
4Konzert D-Dur op. 283 für Flöte und Orchester 00:18:08
Cécile Louise Chaminade
7Concertino op. 107 für Flöte (mit Orchester- oder Klavierbegleitung) – Moderato 00:07:07
Peter Tschaikowsky
8Largo und Allegro für Flöte und Streicher 00:03:53
Francis Poulenc
9Sonate FP 164 für Flöte und Klavier 00:11:27
12The Flight of the Bumble Bee 00:01:02

Interpreten der Einspielung

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