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CD-Besprechung

G.F. Händel

Olinto pastore

Le Cantate per il Marchese Ruspoli, vol. 4

G.F. Händel

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 11.01.10

Glossa GCD 921526

1 CD • 69min • 2008

Die Werke der sechsten und somit vorletzten Veröffentlichung der Einspielung von Händels italienischen Kantaten stehen erneut in enger Verbindung mit der kunstsinnigen römischen Academia degli Arcadi und Händels wohl wichtigstem italienischen Förderer, Marchese Ruspoli. Neben dem recht bekannten Duello amoroso (Amarilli vezzosa) HWV 82 für Sopran, Alt und Orchester sorgen Fabio Bonizzoni und sein Ensemble La Risonanza, die Sopranistinnen Roberta Invernezzi und Yetzabel Arias Fernández sowie die Altistin Romina Basso mit zwei eher unbekannten Schöpfungen aus dem Jahr 1708 für einen wahren Hörgenuss: der verzweifelten Liebesklage Alpestre monte HWV 81 für Sopran und Orchester und der Serenata für zwei Soprane, Alt und Orchester Olinto, pastore arcade (Oh! Come chiare e belle) HWV 143, einer Huldigung Papst Clemens XI, die Rom eine so glorreiche Zeit wie in der Antike voraussagt. Vollendete Poesie und eine gelöste, in Alpestre monte allerdings düster melancholisch gebrochene pastorale Grundstimmung, die sich dafür in Olinto, pastore arcade bis zu heldenhaften Tönen und triumphierenden Jubelklängen aufschwingt, kennzeichnen beide Werke, die auch an theatralischen Effekten nicht sparen. Dem begegnet La Risonanza mit einer Vergnügen bereitenden Spielfreude, mit einer ungemein elastischen und perlenden Musizierhaltung, die die Eleganz und Virtuosität, aber auch das dramatische Potential und den damit verbundenen Affektenreichtum dieser mitunter sehr bildhaften Musik perfekt widerspiegelt. Man merkt sehr schnell, dass hier Künstler am Werk sind, die nicht mehr dem permanenten Druck ausgesetzt sind, sich um jeden Preis beweisen zu müssen. Dies gilt insbesondere für die fantastischen Gesangssolisten, deren wunderbar miteinander harmonierende Stimmfärbungen, deren noble und bruchlose Stimmführungen und deren ausnahmslos hervorragende Gestaltungskunst für einen Höhepunkt nach dem anderen sorgen. Roberta Invernizzis seidig glänzender bis hell strahlender Sopran nimmt vom ersten Ton an gefangen, wie auch das dunkler gefärbte und samtene Timbre von Yetzabel Arias Fernández. Nicht weniger verführerisch ist der in weiten Kantilenen wie auch virtuosen Passagen eine enorme Präsenz an den Tag legende warme Alt Romina Bassos, die die Figur des sich nach Amarilli verzehrenden, ihr sogar mit Gewalt drohenden Schäfers Dalisto im Duello amoroso sehr plastisch, ja sogar anrührend modelliert. Für meinen Geschmack hätte allerdings Roberta Invernizzis glasklare Stimme dem spöttischen Tonfall der Dalisto zurückweisenden Amarilli besser gestanden, als der eher weiche und sich nicht so deutlich von Romina Basso abhebende Sopran von Yetzabel Arias Fernández.

Christof Jetzschke [11.01.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G.F. Händel Olinto, pastore arcade HWV 143 (Oh! come chiare e belle, Serenata per due soprani, alto e orchestra) 00:33:38
20 Duello amoroso HWV 82 (Amarilli vezzosa, Cantata per soprano, alto e orchestra) 00:22:43
32 Alpestre monte HWV 81 (Cantata per soprano e orchestra) 00:12:13

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Roberta Invernizzi Sopran
Yetzabel Arias Fernández Sopran
Romina Basso Alt
La Risonanza Ensemble
Fabio Bonizzoni Leitung
 
GCD 921526;8424562215269

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