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Komponisten: Aktuelle Infos

Lou Harrison 20. Todestag

US-amer. Komponist

† 2003

2

Februar

vor 20 Jahren


Der amerikanische Komponist Lou Harrison war ein Tausendsassa: Erzieher, Kritiker, Dirigent, Instrumentenbauer, Tänzer, Maler, Dichter, Dramatiker, Erfinder, Florist, Feuerwehrmann, Amateurtierazrt usw. Vor genau 100 Jahren wurde er am 14. Mai in Portland/Oregon geboren. Er studierte wie John Cage bei Cowell und Schönberg in Kalifornien und arbeitete bei Tanz-Unternehmen. Einige Jahre lang war er Lehrer, bevor er nach New York ging, wo er für den Herald Tribune als Musikkritiker tätig war. Dort traf er auch Charles Ives, mit dem er sich befreundete. Mit Unterstützung von Cowell brachte Harrison Ives' Symphony No. 3 zur Uraufführung. Für dieses Werk erhielt Ives den Pulitzer Prize for Music. Auch für andere Komponisten wie Edgard Varèse, Carl Ruggles oder Alan Hovhaness setzte sich Harrison ein. Mitte der 50er Jahre kehrte er nach Kalifornien zurück und verfolgte eine Vielzahl von unterschiedlichen und ausgefallenen Interessen. Seine Musik ist experimentell, aber häufig überraschend lyrisch. Zu seinem Arsenal gehören Bremstrommeln, Metallrohre, Blumentöpfe und Mülleimer. Er ist einer der prominentesten Komponisten, die Mikrointervalle verwenden. Er schrieb Werke für Gamelan-Orchester und verarbeitete mittelalterliche Tänze, Rituale der Navaho-Indianer, frühe kalifornische Missionsmusik oder die Hofmusik Koreas in seinen Werken. In Vokalkompositionen verwendet er bevorzugt in Esperanto geschriebene Texte. Harrison komponierte u.a. eine Oper (Rapunzel, 1954), ein Ballett, zwei Sinfonien, sieben Pastoralen für Kammerorchester, zwei Streichersuiten, zwei Violinkonzerte, drei Klavier- und sechs Cembalosonaten, eine Messe, eine Motette und Bühnenmusiken. Sein Klavierkonzert widmete er Keith Jarrett. Er starb am 2. Februar 2003 in Lafayette/Indiana.

Die besten Besprechungen mit Lou Harrison

01.12.2001
»zur Besprechung«

 / Dynamic
/ Dynamic

01.12.2001
»zur Besprechung«

 / Hat Art Records
/ Hat Art Records

»Lou Harrison: Biographie und Einspielungen«

Leo Fall 150. Geburtstag

österreichischer Komponist

* 1873

2

Februar

vor 150 Jahren

in Olomouc


Leo Fall zählt neben Franz Lehár, Emmerich Kálmán, Ralph Benatzky und Robert Stolz zu den bedeutendsten Operettenkomponisten der großen Zeit der Wiener Operette zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 2. Februar 1873 in Olmütz als Sohn eines k.u.k. Militärkapellmeisters geboren. Er studierte in Wien am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde und spielte neben Franz Lehár, dem späteren berühmten Operettenkomponisten, Geige in der Militärkapelle, die dessen Vater leitete. Als Mitglied in der Militärkapelle seines Vaters gelangte Fall zunächst nach Berlin, Hamburg und Köln und schlug sich schließlich in Berlin als Unterhaltungsmusiker im Kabarett „Böse Buben“ durch. Seine Oper Irrlicht sowie die erste Operette Der Rebell waren Misserfolge, mit der Operette Der fidele Bauer landete Fall 1907 jedoch seinen ersten Welterfolg. Im gleichen Jahr konnte er einen weiteren Welterfolg mit der Operette Die Dollarprinzessin feiern und seinen Erfolg mit den Operetten Die geschiedene Frau (1908) und Der liebe Augustin (1912) fortsetzen. Von seinen etwa 20 Operetten waren ferner noch Brüderlein fein (1909), Die Rose von Stambul (1916) und Madame Pompadour (1923) sehr erfolgreich. Von den Nationalsozialisten wurden Leo Falls Werke verboten, da er jüdischer Herkunft war. Seine Brüder Robert und Siegfried, ebenfalls Komponisten, wurden von den Nationalsozialisten in Konzentrationslager verschleppt und kamen dort um. Leo Fall selbst starb am 16. September 1925 in Wien, sein Grab befindet sich auf dem Zentralfriedhof.

»Leo Fall: Biographie und Einspielungen«

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Francis Poulenc 60. Todestag

frz. Komponist

† 1963

30

Januar

vor 60 Jahren

in Paris


Francis Poulenc gehörte den berühmten „Les Six“ an, jener französischen Gruppe von sechs Komponisten (Georges Auric, Louis Durey, Arthur Honegger, Darius Milhaud, Francis Poulenc und Germaine Tailleferre) unter der intellektuellen „Ferderführung“ des Dichters Jean Cocteau, die sich eher aus freundschaftlicher Verbundenheit gebildet hatte als mit der Absicht, eine bestimmte musikästhetische Stilrichtung zu postulieren. Alle Mitglieder verfolgten ihre eigenen Vorstellungen, dennoch einte sie die gemeinesame Idee einer neuen Klarheit, Einfachheit, im Gegensatz zu überbordender Harmonik und Orchestrierung. Die Gruppe traf sich regelmäßig und organisierten auch eigene Veranstaltungen. Die Grundidee war einfach die einer unterhaltsamen Musik. Über seine kompositorischen Prinzipien sagte Poulenc: „Ich habe keine Prinzipien, mein Credo ist der Instinkt“. Viele seiner Werke sind gekennzeichnet durch „Clarté“ und „Elégance“, dabei voller Charme und Witz mit Anleihen aus Jazz, Varieté und Zirkus, dann aber auch wieder geprägt von „ernster“ Musikliteratur. Inspirieren ließ sich Poulenc vor allem von Strawinsky, der „in meiner Musik immer gegenwärtig ist“, von Eric Satie, dem er „sehr viel verdankte“, von Mussorgsky, der „auf dem Gebiet der Melodik“ sein „Lehrmeister“ war. Er verehrte Chabrier und bewunderte Rameau, Couperin, Bach, Mozart und Schubert. Poulenc war, wie der Kritiker Claude Rostand ihn treffend beschrieb, „eine Mischung aus Mönch und Lausbub“. Er wurde am 7. Januar 1899 in Paris geboren. Sein Vater war ein wohlhabender Industrieller und tiefgläubiger Katholik, seine Mutter war eine versierte Pianistin. Sie erteilte Francis den ersten Klavierunterricht. Im Alter von 15 Jahren erhielt er für drei Jahre Unterricht bei dem damals bekannten spanischen Pianisten Ricardo Viñes, einem Freund und Interpreten der Werke von Debussy und Ravel. Von Ricardo Viñes sagte Poulenc in einem Interview 1953: „Je lui dois tout“ – ihm verdanke ich alles. 1918 besorgte Viñes auch die Uraufführung von Poulencs Trois Mouvements perpétuels, auf die Eric Satie aufmerksam wurde. Poulenc selbst war ebenfalls ein hervorragender Pianist. Seine ersten Kompositionen waren dementsprechend auch Werke für Klavier. Zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 wurde Poulenc noch zum Militärdienst eingezogen. Ab 1921 nahm er Unterricht bei Charles Koechlin. Im Kreis der „Six“ pflegte Poulenc auch Kontakte zu Dichtern des Montparnasse, u.a. Guillaume Apollinaire und Paul Éluard. Besonders desren Gedichte hatten es Poulenc sehr angetan. 1926 lernte er den Bariton Pierre Bernac kennen. Daraus entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft: 25 Jahre lang war er dessen Klavierbegleiter (von 1934 bis 1959) und schrieb für ihn zahlreiche Lieder. Da Poulenc weitgehend Autodidakt war – eine Aufnahmeprüfung am Pairser Konservatorium hatte er nicht bestanden – wurde er anfangs vielfach als „Amateur“ abgetan. Die endgültige Anerkennung in den Künstler- und Mäzenatenkreisen der Pariser Gesellschaft gelang ihm 1923 mit dem Ballett Les Biches. 1936 gab ein tragisches Ereignis Poulencs Leben und Schaffen eine entscheidende Wende. Die Nachricht vom Unfalltod seines Freundes und Komponistenkollegen Pierre Octave Ferroud erschütterte ihn tief und bewirkte in ihm eine Rückbesinnung auf den katholischen Glauben, von dem er sich seit dem Tod seines Vaters 1917 distanziert hatte. Er unternahm eine Wallfahrt zur „Schwarzen Madonna“ von Rocamadour. Die Erfahrungen daraus fanden ihren Niederschlag in einer Reihe bedeutender geistlicher Werke, nachdem er zuvor kein Interesse für Kirchenmusik gezeigt hatte. Bereits eine Woch nach seiner Rückkehr entstanden die Litanies à la Vierge Noir, weitere geistliche Werke entstanden u.a. 1936 (Messe in G-Dur, seinem Vater gewidmet), 1950 (Stabat Mater), 1959 (Gloria) und 1961 (Sept Répons des ténèbres). 1947 wurde Poulencs erste Oper Les mamelles de Tirésias auf Texte von Apollinaire uraufgeführt, 1957 im Auftrag von Ricordi die Oper Dialogues des Carmélites für die Mailänder Scala und am 6. Februar 1959 erlebte seine dritte und letzte Oper La voix humaine – eine Tragödie in einem Akt – ihre Uraufführung an der Komischen Oper in Paris. Darüber hinaus schrieb Poulenc jeweils ein Konzert für Orgel, für Cembalo, für Klavier und eines für zwei Klavier sowie weitere Kammermusikwerke und Messen. Poulenc starb am 30. Januar 1963 in Paris an Herzversagen. Seine Werke werden seit 1995 im Francis Poulenc Werkverzeichnis (FP) zusammengefasst.

»Francis Poulenc: Biographie und Einspielungen«

Edouard Lalò 200. Geburtstag

frz. Komponist

* 1823

27

Januar

vor 200 Jahren

in Lille


Lalos Familie war spanischer Herkunft, aber bereits im 16. Jahrhundert nach Frankreich eingewandert. Édouard wurde am 27. Januar 1823 in Lille geboren. Seine musikalische Begabung zeigte sich schon früh. Er trat 1833 in das Konservatorium seiner Heimatstadt Lille ein und erhielt dort Violin-, Violoncello- und Kompositionsunterricht. 1839 zog er nach Paris, wo er bis 1847 am Konservatorium weiter Violine studierte. Da er einer Offiziersfamilie entstammte, war für ihn eigentlich eine Offizierslaufbahn vorgesehen, so dass er von seiten seiner Familie keinerlei Unterstützung erhielt. Er verdiente sich seinen Lebensunterhalt mit Unterrichten, als Orchestermusiker und als Kammermusiker. Ab 1870 hatte Lalo auch als Komponist allmählich Erfolg, besonders durch sein zweites Violinkonzert, das er Symphonie espagnole nannte, sowie mit dem 1877 komponierten Cellokonzert, das zu den bekanntesten und meistgespielten seiner Art zählt. In der Folgezeit fand er auch international verstärkt Anerkennung. Mit der Uraufführung seiner Oper Le roi d'Ys im Jahr 1888 feierte er seinen letzten und zugleich größten Erfolg. Seine kompositorische Bedeutung trat insgesamt allerdings erst nach seinem Tod zutage, zu Lebzeiten stieß seine Musik vielfach auf Unverständnis. Er war jedoch ein wichtiger Wegbereiter des Impressionismus und wurde von Claude Debussy aufgrund der Farbigkeit seiner Werke und seiner progressiven Harmonik sehr geschätzt. Neben den genannten Werken schrieb er noch zwei weitere Opern, ein Ballett, ein Klavierkonzert, sinfonische Werke, Kammermusik und Lieder. Édouard Lalo starb am 22. April 1892 in Paris.

»Edouard Lalò: Biographie und Einspielungen«

Alle Porträts im Februar

Uraufführungen im Februar

»Alle Porträts«

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