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Komponisten mit Lebensdaten insgesamt: 3376

Lili Boulanger

* 21.08.1893 Paris
† 15.03.1918 Mézy-par-Meulan

Zum ihrem 100. Todestag soll an eine der Hauptfiguren des französischen Impressionismus und eine bewundernswerte Frau erinnert werden: an Lili Boulanger. Ihr war nur ein kurzes Leben beschieden, durch eine im Alter von zwei Jahren nicht sachgerecht behandelte Lungenentzündung war sie zeitlebens gesundheitlich schwer angeschlagen, ein regulärer Schulbesuch war ihr nicht möglich. Sie verbrachte viel Zeit in Sanatorien und schaffte doch eine Sensation: als erste Frau in der 110-jährigen Geschichte des Grand Prix de Rome gewann sie mit ihrer Kantate Faust et Hélène diesen renommierten Kompositionspreis. Dies wiederum hatte zur Folge, dass ab sofort die Villa Medici auch für Komponistinnen offen war. 1913 gewann sie außerdem nicht nur ein Arbeitsstipendium für die Villa Medici, sondern auch ein Stipendium der Stiftung Yvonne de Gouy d'Arsy in Paris und den Prix Lepaulle für ihre Kompositionen Renouveau und Pour les Funérailles d'un Soldat. Außerdem konnte sie mit Ricordi einen Verlagsvertrag schließen, der ihr ein jährliches Gehalt sicherte. Geboren wurde Lili am 21. August 1893 in Paris in eine wohlhabende und sehr musikalische Familie. Ihr Vater Ernest war Komponist und selbst auch Gewinner des Rompreises, ihre Mutter Raïssa war Sängerin und ihre ältere Schwester Nadia war ebenfalls Komponistin, Dirigentin und eine berühmte Musikpädagogin, die eine ganze Komponistengeneration prägte. Lili hatte zwar früh Unterricht in Orgel bei Louis Vierne, vieles musste sie sich aber autodidaktisch beibringen, da an einen geregelten Unterricht nicht zu denken war. Mit elf Jahren komponierte sie das Lied La Lettre de Mort, in dem sie den plötzlichen Tod ihres Vaters am 14. April 1900 verarbeitete. Ihre frühen Werke vernichtete Lili allerdings vollständig. Sie erhielt auch Kompositionsunterricht von Gabriel Fauré und lernte Komponisten wie Charles Koechlin, Florent Schmitt und Maurice Ravel kennen. Sie sprach Russisch, Deutsch und Italienisch. Im Alter von 16 Jahren fasste sie den Entschluss, Komponistin zu werden. Bereits seit 1912 hatte sie an einer großen Oper La princesse Maleine nach einem Text von Maeterlinck gearbeitet, die sie allerdings nicht vollenden konnte. Durch den Rompreis war Lili über Nacht berühmt geworden. Die damit verbundenen Anstrengungen zehrten allerdings stark an ihren Kräften. Im Winter 1913 erkrankte sie zudem an Masern und an einer Magen-Darm-Infektion sowie einer schweren Lungenentzündung. Sie begann, fieberhaft zu komponieren, da sie ahnte, dass ihr nicht mehr viel Lebenszeit zur Verfügung stehen würde. Sie gründete noch mit ihrer Schwester Nadia das Comité Franco-Americain du Conservatoire, das musikalische Soldaten durch Briefwechsel und Korrekturen ihrer Partituren unterstützte. 1916 schließlich erhielt sie die Gewissheit, dass ihre Krankheit sehr weit fortgeschritten sei und sie wohl nur noch knapp zwei Jahre zu leben habe. Sie konnte noch eines ihrer größten und bedeutendsten Werke, das Pie Jesu für Sopran, Streichquartett, Harfe, Orgel und Orchester, vollenden – gleichsam ihr eigenes Requiem. Lili war bereits so schwach geworden, dass sie die letzten Zeilen nur noch ihrer Schwester Nadia diktieren konnte. Am 15. März 1918 starb Lili Boulanger. Sie wurde auf dem Friedhof Montmartre bestattet. Nadia komponierte zu ihrer Beerdigung das Werk Lux aeterna für Sopran, Streichinstrumente, Harfe und Orgel, das sie zu jedem sich jährenden Todestag aufführen ließ.

Diskographie [8] Texte [1] Werke [8]

Diskographie aktuelle Auswahl: 8

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= Datum der Besprechung 
= Klassik Heute Bewertung

Blüten der Romantik

ff010;0635131911620
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Der Titel „Blüten der Romantik“, mag etwas pauschal klingen, und auch das Programm mutet wie ein „Best of“ der romantischen Klavierliteratur an: einmal quer Beet durch die Highlights der Klavierliteratur: Debussy, Ravel, Satie oder Chopin, Schubert ...

klaviermusik.at ff010 • 1 CD • 66 min.

05.07.18 [8 7 8]

L. Boulanger • C. Debussy • A. Scriabin

Z0502001;9003643020016
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Selten habe ich auf einem Plattencover eine Künstlerin so vertrauensvoll, so liebevoll in die Öffentlichkeit blicken sehen wie die - in Österreich lebende - Pianistin Susanna Artzt. Väterlicherseits indischer, mütterlicherseits „mitteleuropäischer“ ...

Zulus Records Z0502001 • 1 CD • 61 min.

12.04.02 [8 8 8]

Fabulous Femmes

Athena Trio

CRC 2461;0044747246123
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Betrachtet man diese CD einmal nicht zuvorderst unter dem Aspekt der Rehabilitation einer spezifisch femininen Kunst, sondern (neutraler) unter dem Gesichtspunkt der Entdeckung von Unbekanntem und Kennenlernenswertem, dann hat sie in der Tat einiges ...

Centaur CRC 2461 • 1 CD • 55 min.

01.11.01 [6 4 6]

Fantasie | Sonate

Music for flute & piano

COV91730;4039956917304
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Die Initialzündung für das deutsch-französische Romantik-Repertoire dieser CD war die Fantasie-Sonate vom Würzburger Komponisten Max Meyer-Olbersleben (1850-1927). Im Antiquariat stieß die schweizer Flötistin Miriam Terragni auf die dreitieilige ...

Coviello Classics COV91730 • 1 CD • 65 min.

30.05.18 [10 10 9]

Fleurs

2102;7318599921020
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Sammlungen von Blumenliedern sind auf Tonträgern keine Seltenheit, aber das vorliegende Recital der englischen Sopranistin Carolyn Sampson und ihres Begleiters Joseph Middleton, der wohl Initiator des Programms war, fällt deutlich aus dem Rahmen des ...

BIS 2102 • 1 CD/SACD stereo/surround • 69 min.

19.02.15 [10 10 10]

Flötenmusik von Komponistinnen

CTH 2577;4003913125774
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Flötenmusik von Komponistinnen…? Die Devise dieser CD hat mich gleich etwas skeptisch gestimmt. Das Geschlecht des Schöpfers (bzw. in unserem Falle der Schöpferin) erscheint mir als wenig substantielles Auswahlkriterium für ein CD-Programm. Um was ...

Thorofon CTH 2577 • 1 CD • 68 min.

01.09.11 [7 9 6]

getroffen

ez-27025;4032824000429
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Kunst und Kommerz in edler Verbindung: Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft hat zwei junge Musikerinnen unter seine Obhut genommen, die Sängerin Silke Evers und die Pianistin Wiebke tom Dieck, mit der Aufgabe eines Lied-Projekts (wenig Bekanntes ...

edition zeitklang ez-27025 • 1 CD • 60 min.

04.12.07 [8 8 8]

Reflets

Fedor Rudin

ARS 38 235;4260052382356
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Ein glanzvolles Solo-Debut hat der Geiger Fedor Rudin mit dieser CD vorgelegt. Zusammen mit seinem Klavierpartner Florian Noack hat er nicht nur ein hochinteressantes Repertoire mit einigen ausgesprochenen Raritäten eingespielt, sondern dies auch ...

Ars Produktion ARS 38 235 • 1 CD/SACD stereo/surround • 74 min.

18.07.17 [10 10 10]

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Klangkultur

Diyang Mei

Gestern fand das letzte Finale beim diesjährigen Musikwettbewerb der ARD statt, bei dem drei Finalisten um die begehrten Preise spielten. Zur Auswahl standen die Viola-Konzerte von Walton, Bartók und Hindemith, Glanzstücke des Repertoires, von denen jedoch nur die beiden letzten aufgeführt wurden, und die Solisten vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der animierten Leitung von Joseph Bastian begleitet wurden.

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Proteste bei der Preisvergabe

Das Aoi Trio aus Japan

Um Vergleichbarkeit bemüht, hatte die Jury beim gestrigen Finale im Fach Klaviertrio wieder einen engen Parcours aufgestellt. Diesmal war neben der Kammersonate von Hans Werner Henze, die in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag feiert – eine Revision erfolgte 1963 – eines der beiden großen Trios von Franz Schubert gefordert.

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Im Jahre 1805 verliebte sich der Konzertmeister des Gothaischen Hoforchesters Louis Spohr in Dorette Scheidler, ihrerseits Tochter zweier Hofmusiker ...

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Hermann Prey<br />Liederabend 1963
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