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Komponisten mit Lebensdaten insgesamt: 3376

Louis Vierne

* 08.10.1870 Poitiers
† 02.06.1937 Paris

Anfang Juni jährt sich zum 80. Mal der Todestag eines der bedeutendsten französischen Organisten und Komponisten des 19./20. Jahrhunderts: während einer Improvisation bei einem Orgelkonzert erlitt Louis Vierne am Spieltisch „seiner“ Orgel in Notre-Dame einen Gehirnschlag, an dessen Folgen er am 2. Juni 1837 starb. Mit einem Schicksalsschlag begann auch sein Leben: er wurde am 8. Oktober 1870 in Poitiers mit einer schweren Sehbehinderung geboren. Aber sein Onkel Charles Colin entdeckte Louis' musikalische Begabung, nachdem die Familie 1873 nach Paris gezogen war, und ermunterte ihn, Klavier zu spielen. So erhielt Louis ab Oktober 1880 Klavierunterricht bei dem blinden Klavierlehrer Henri Specht an der Nationalinstitution für junge Blinde in Paris. Mit sieben Jahren hatte Louis immerhin soviel Sehkraft erreicht, dass er großgedruckte Schrift lesen konnte. 1880 gab ein Schlüsselerlebnis seinem Leben eine entscheidende Prägung: Er hörte zum ersten Mal César Franck an der Orgel in Sainte Clotilde. Vierne selbst sprach von einer „Offenbarung“ und César Franck nahm umgekehrt Vierne 1889 sofort in seine Klasse am Pariser Konservatorium auf, als er ihn zum ersten Mal an der Orgel gehört hatte. Das Studium am Konservatorium schloss Vierne nach Francks Tod 1894 unter dessen Nachfolger Charles-Marie Widor mit einem ersten Preis in Orgelspiel und Improvisation ab. 1892 wurde Vierne Widors Stellvertreter in Saint-Sulpice und 1894, nach einem ersten Preis in einem Orgelwettbewerb, Widors Assistent in der Orgelklasse am Pariser Konservatorium. 1898 schrieb er seine erste Orgelsinfonie op. 14. Im Mai 1900 wurde Vierne schließlich Titularorganist an Notre-Dame. Diese Stellung behielt er 37 Jahre lang bis zu seinem Tod inne. Die Assistentenstelle am Konservatorium gab Vierne 1911 auf , um als Orgelprofessor an das kirchenmusikalische Institut Schola Cantorum zu wechseln. Zuvor hatten ihn weitere Schicksalsschläge ereilt: 1906 musste er nach einem komplizierten Beinbruch seine Pedaltechnik völlig neu erlernen, 1907 erkrankte er lebensbedrohlich an Typhus, einige Jahre später an grünem Star und erblindete schließlich völlig. Trotzdem unternahm Vierne Konzertreisen durch Europa und die Vereinigten Staaten, wo er als Komponist, Organist und Improvisator gefeiert wurde und Geld für die Renovierung und den Umbau seiner Orgel in Notre-Dame sammelte, bis er bei seinem 1750. Orgelkonzert in Notre-Dame, bei dem ihm Maurice Duruflé assistierte, den tödlichen Gerhirnschlag erlitt. Bei dem anschließenden Trauergottesdienst war die Orgel schwarz verhüllt und schwieg – so wie es Vierne in seinem letzten Willen verfügt hatte.

Diskographie [6] Werke [7]

Diskographie aktuelle Auswahl: 6

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F. Bridge • E. Elgar • C. Franck • Z. Gárdonyi • G.F. Händel • G. Holst • L. Vierne • R.M. Stangier

ACO-CD 10710;4260017181079
zur Besprechung
Eine Reihe von großen Orgelneubauten hat das Ruhrgebiet in den letzten Jahren zu verzeichnen – Konzerthaus Dortmund (Klais), Philharmonie Essen (Kuhn), Essen Dom (Rieger) und in der Duisburger Philharmonie ein Opus der Orgelbaufirma Eule. Schon die ...

Acousence Classics ACO-CD 10710 • 1 CD • 78 min.

17.02.11 [8 8 8]

G. Fauré • D. de Séverac • L. Vierne

8.550765;0730099576529
zur Besprechung
Diese CD ist die Wiederveröffentlichung einer bereits 1993 produzierten Aufnahme. Der Nutzen ist vergleichsweise fragwürdig: Jeremy Summerly hat seinen Kammerchor zwar wohl präpariert; der singt das Werk blitzsauber, dynamisch fein ausgehört und ...

Naxos 8.550765 • 1 CD • 60 min.

18.06.07 [6 8 7]

French Impressions

DBCD 2012;5707471028025
zur Besprechung
Es ist überaus lohnend sich, sich in diese gelungene Zusammenstellung hochromantischer französischer Orgelmusik einzuhören. Denn nach einem etwas trüben Beginn bricht im letzten Satz der Paysages euskariens von Ermend Bonnal (1880 – 1944) die Sonne ...

Gateway music DBCD 2012 • 1 CD • 66 min.

24.04.13 [9 9 9]

Orgeltanz

MOT 13931;4009850139319
zur Besprechung
In der Schauspielkunst nennt man es eine „Gegenbesetzung“, wenn ein Mime eine Rolle spielt, die seinem Typ eigentlich ganz zuwiderläuft. Dieses aufregende Rezital der Organistin Iris Rieg nimmt so eine Gegenbesetzung auf musikalische Weise vor: Sie ...

Motette Ursina MOT 13931 • 1 CD • 77 min.

28.04.14 [10 10 10]

Phantomes
An Organ Spectacular

OC 606;4260034866065
zur Besprechung
Innerhalb der Orgeldiskographie stellen diejenigen Recitals, welche die Orgel als ein „spektakuläres“ oder „sensationelles“ Instrument präsentieren wollen, eine eigenständige Untergattung dar. Harald Feller, Professor an der Münchner ...

OehmsClassics OC 606 • 1 SACD • 74 min.

06.06.06 [4 7 4]

Pétur Sakari
The Great Organ of Saint-Étienne-Du-Mont, Paris

1969;7318599919690
zur Besprechung
Obwohl er sich, rein formal gesehen, noch im Studium befindet, kann man Pétur Sakari zumindest nach dem Hören dieses Orgelrezitals getrost als eine außergewöhnlich talentierte Musikerpersönlichkeit bezeichnen. Technische Grenzen scheint es für ihn ...

BIS 1969 • 1 CD/SACD stereo/surround • 74 min.

09.06.14 [10 10 10]

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