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Komponisten: Aktuelle Infos

Jan Pieterszoon Sweelinck 400. Todestag

niederl. Komponist

† 1621

16

Oktober

vor 400 Jahren

in Amsterdam


Mit Jan Pieterszoon Sweelinck ging die Ära der sogenannten „niederländischen Schule“ ihrem Ende entgegen. Komponisten wie Johannes Ockeghem, Josquin Desprez und Orlando di Lasso hatten die Vokalpolyphonie der Renaissance zwischen 1450 und 1600 entscheidend geprägt und zu einem kunstvollen Höhepunkt geführt. Mit seinen über 250 erhaltenen Vokalwerken in französischer, italienischer und lateinischer Sprache setzte Sweelinck vor dem Übergang in das Zeitalter der Barockmusik einen künstlerischen Schlusspunkt dieser vokalen Satztechnik. Als Orgelkomponist und Lehrer beeinflusste er dagegen entscheidend die Entwicklung der Norddeutschen Orgelmusik und wirkte so stilbildend in die Zukunft. Sweelinck war der berühmteste und bedeutendste Orgellehrer seiner Zeit, der für seine Schülerschar sogar eine Art Internatsschule unterhielt. Einige seiner Schüler wurden später selbst bedeutende Organisten, unter ihnen Samuel Scheidt und Heinrich Scheidemann, die beide in Hamburg den norddeutschen Orgelstil mit ausprägten. Von Johann Matheson wurde Sweelinck noch 1740 der „norddeutsche Organistenmacher“ genannt. Jan Pieterszoon Sweelinck war das älteste von vier Kindern des Organisten Pieter Swybbertszoon und seiner Frau Elske Jansdochter Sweeling. Er wurde im April 1562 in Deventer geboren. Die Familie übersiedelte nach Amsterdam, als der Vater 1564 als Organist an die Oude Kerk berufen wurde. Vermutlich hat Jan Pieterszoon seine musikalische Grundausbildung von seinem Vater erhalten. Dieser starb bereits, als Jan Pieterszoon erst elf Jahre alt war. Bereits im Alter von 14 oder 15 Jahren trat Jan Pieterszoon seinerseits das Amt als Organist an der Oude Kerk an, das er 44 Jahre lang innehatte. Nach seinem Tod übernahm sein ältester Sohn Dirck Janszoon dieses Amt in dritter Generation. Sweelincks Improvisationskunst war eine der Hauptattraktionen der Stadt Amsterdam, die zahllose Besucher auch von weit her lockte, so dass die Oude Kerk meist überfüllt war, wenn er spielte. Ab ca. 1590 entstanden aus seinen täglichen Improvisationsstunden um 18 Uhr die ersten „Abendmusiken“, bei denen auch Ensembles auftraten. Diese Abendmusiken prägten den Alltag der Stadt insofern entscheidend mit, da sie auch dazu dienten, währenddessen auch Handel zu treiben und Geschäfte abzuschließen. Dieses Vorbild griff Dietrich Buxtehude für seine abendlichen Konzerte in Lübeck auf. Sweelincks mehr als 70 Werke für Tasteninstrumente wurden zu seinen Lebzeiten nie gedruckt. Sie sind nur als Abschriften seiner Schüler überliefert und dienten vermutlich hauptsächlich als Anleitungsmaterial für den Kompositions- und Improvisationsunterricht. Am 16. Oktober 1621 starb Jan Pieterszoon Sweelinck unerwartet im Alter von 59 Jahren.

Die besten Besprechungen mit Jan Pieterszoon Sweelinck

17.05.2017
»zur Besprechung«

Cromatica, the art of moving souls / cpo
Cromatica, the art of moving souls / cpo

28.04.2014
»zur Besprechung«

Orgeltanz / Motette Ursina
Orgeltanz / Motette Ursina

07.08.2009
»zur Besprechung«

Sweelinck, Das weltliche Vokalwerk / Glossa
Sweelinck, Das weltliche Vokalwerk / Glossa

07.02.2006
»zur Besprechung«

 / Hungaroton
/ Hungaroton

»Jan Pieterszoon Sweelinck: Biographie und Einspielungen«

Albert Franz Doppler 200. Geburtstag

österr. Komponist

* 1821

16

Oktober

vor 200 Jahren

in Lemberg


Albert Franz Doppler war zu Lebzeiten ein namhafter Komponist und einer der bedeutendsten Flötenvirtuosen des 19. Jahrunderts. Er wurde am 16.10.1821 in Lemberg (Lwiw in der heutigen Ukraine) geboren. Sein Vater war Militärkapellmeister und später Oboist am Warschauer Theater. Von ihm erhielt Franz seine musikalische Ausbildung. Schon im Alter von neun Jahren gab er im dortigen Redoutensaal am 1. Juli 1831 sein Debüt als Flötist. Als Dreizehnjähriger debütierte er in Wien und unternahm bald darauf zusammen mit seinem Bruder Karl erfolgreiche Konzertourneen, die ihn nach Polen, Russland, Ungarn und Rumänien führten. Eine besondere Attraktion bei den virtuosen Flötenkonzerten des Brüderpaar war, dass sein Bruder Karl das linkshändige Flötenspiel beherrschte und die beiden Duettierenden sich spiegelbildlich gegenüberstanden. 1838 wurde Doppler Erster Flötist am Deutschen Theater in Pest, drei Jahre später wechselte er ans Ungarische Nationaltheater Budapest. 1847 wurde dort seine erste Oper Benjowski unter großem Beifall aufgeführt, seine zweite Oper Ilka folgte 1849 und brachte es bis zum Ende des Jahres auf 40 Aufführungen. Auch mit weiteren Opern (Afanasia, Wanda, Erzébeth, Die beiden Husaren) war Doppler erfolgreich. 1853 gründete er zusammen mit seinem Bruder Karl und Ferenc Erkel das erste ungarische Symphonieorchester. Im Laufe der nächsten Jahre unternahm er zusammen mit Karl weitere Konzertreisen, u.a. nach Brüssel und nach Weimar, wo sie Franz Liszt begegneten, und schließlich 1856 nach England. Besonders in London konnten sie dort große Erfolge feiern. Am 1. Februar 1858 wurde Doppler Soloflötist, Kapellmeister und Zweiter Ballettdirigent am Hofoperntheater in Wien, von 1864 bis 1867 war er auch als Professor für Flöte am Konservatiorium der Gesellschaft der Musikfreunde Wien tätig. Bei allem Erfolg blieb Franz Doppler ein liebenswürdiger, bescheidener Mensch, was ihm viele Sympathien und Freundschaften einbrachte. Für das Wiener Opernhaus schrieb er 15 Ballette, u.a. Irene, Der Kaminfeger von London (53 Mal aufgeführt), Rosine (nach dem Barbier von Sevilla), Das Waldfräulein, Aus der Heimath, Chica, Margot, Stock im Eisen, Fiamella und die berühmte Melusine. Seine letzte Oper Judith (1870) konnte allerdings nicht mehr an die früheren Opernerfolge anknüpfen. Eine zunehmende Kränklichkeit machte Doppler immer mehr zu schaffen. Nach jahrelangem Leiden begab er sich in den ersten Junitagen 1883 als Kurgast nach Baden bei Wien, wo er sieben Wochen später am 27. Juli starb. Seine spieltechnisch höchst anspruchsvollen Flötenkompositionen, vor allem Opernpotpouris und Charaktervariationen, sind heute noch immer in Soloprammen bekannter Künstler oder als Encores zu hören. Besondere Popularität genießt dabei bis heute seine Fantaisie pastorale hongroise op. 26 für Flöte und Klavier. In Vergessenheit geraten sind dagegen seine einst beliebten Opern und Ballettmusiken.

»Albert Franz Doppler: Biographie und Einspielungen«

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Alexander von Zemlinsky 150. Geburtstag

österr. Komponist

* 1871

14

Oktober

vor 150 Jahren

in Wien


Alexander von Zemlinsky war ein österreichischer Komponist und Dirigent. Er wurde am 14. Oktober 1871 in Wien geboren. Sein Vater Adolf war Schriftsteller und Journalist. Im Alter von vier Jahren erhielt Alexander erstmals Klavierunterricht. Im Alter von zehn Jahren wurde er in den neu gegründeten Tempelchor der sephardischen Gemeinde aufgenommen und verdiente später als Korrepetitor und Orgelspieler in der Synagoge sein erstes Taschengeld. Mit dreizehn Jahren besuchte er das Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Drei Jahre später erhielt er ein Rubinstein-Stipendium von 1.000 Gulden pro Jahr. Obwohl er beim jährlichen Klavierwettbewerb des Konservatoriums mit den Händel-Variationen von Brahms die Goldmedaille sowie einen Flügel der Firma Bösendorfer gewann, strebte Zemlinsky keine Solokarriere an. Nach seinem Pianistendiplom 1890 blieb Zemlinsky weitere zwei Jahre als Kompositionsstudent am Konservatorium. 1891 komponierte er mit den Ländlichen Tänzen op. 1. sein erstes Werk, das bei dem Musikverleger Breitkopf & Härtel in Leipzig erschien. Noch während seiner Studienzeit knüpfte Zemlinsky zahlreiche wichtige Freundschaften. Auch der Eintritt in den Wiener Tonkünstlerverein öffnete Zemlinsky viele Türen. Hier lernte Zemlinsky auch Arnold Schönberg kennen, dem er Unterricht gab und in die Wiener Musikkreise einführte. Daraus entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft. Mit seiner Oper Sarema, die zwischen 1893 und 1895 entstand, gewann Zemlinsky 1896 den Luitpoldpreis. Weitere wichtige Kompositionen waren unter anderem die Vier Balladen für Klavier (1893/94), eine Suite für Orchester und die 1897 komponierte Symphonie in B-Dur [Nr. 3], mit der er den Beethoven-Preis des Tonkünstlervereins gewann. 1901 heiratete seine Schwester Mathilde den Freund und Schüler Arnold Schönberg. 1900 lernte Zemlinsky die junge Alma Schindler kennen und wurde ihr Musiklehrer. Es entwickelte sich eine Liebschaft, die für Zemlinsky jedoch nicht glücklich endete. 1902 heiratete sie den 19 Jahre älteren Hofoperndirektor Gustav Mahler. Im Jahr 1900 wurde Zemlinsky Dirigent am Wiener Carl-Theater, 1903 wechselte er im September zum Theater an der Wien. Im September 1904 wurde Zemlinsky Musikdirektor am Kaiser-Jubiläums-Stadttheater, der späteren Volksoper. Von dort wechselte er an die Wiener Hofoper. 1911 folgte Zemlinsky dem Ruf des Neuen Deutschen Theaters in Prag als Musikdirektor. Mitte 1927 wechselte Zemlinsky an die Berliner Krolloper. Unter dem Eindruck des Nationalsozialismus übersiedelte Zemlinsky 1933 zurück nach Wien und 1938 in die USA. Sein Gesundheitszustand war jedoch durch die Ereignisse und die Umstände der Flucht stark angegriffen. Ihn befiel eine schwere Nervenkrankheit, er erlitt einen Nervenzusammenbruch und schließlich einen schweren Schlaganfall, an dessen Folgen er am 15. März 1942 starb.

»Alexander Zemlinsky: Biographie und Einspielungen«

Anton Bruckner 125. Todestag

österr. Komponist

† 1896

11

Oktober

vor 125 Jahren

in Wien


Am 11. Oktober 2021 jährt sich der Todestag von Anton Bruckner zum 125. Mal. Heute gilt Bruckner unumstritten als einer der größten Sinfoniker. Zu Lebzeiten war er zwar hochangesehen als Organist, als Komponist jedoch blieb ihm die Anerkennung weitgehend versagt oder er wurde gar – wie von Eduard Hanslick – heftig angefeindet. Bescheiden im Auftreten und verunsichert durch seine Umgebung, war er dankbar für „Verbesserungs“-Vorschläge. Dennoch schuf er zehn gewaltige Sinfonien, die ihn über seinen Tod hinaus unsterblich machten. Geboren wurde Bruckner am 4. September 1824 im Ansfelden in Oberösterreich als Sohn eines Lehrers. 1837 trat er als Singknabe in das Stift St. Florian ein. Er wurde wie sein Vater Schullehrer und unterrichtete ab 1845 in St. Florian. 1851 wurde er dort Stiftsorganist und 1855 aufgrund seiner hohen Improvisationskunst Domorganist in Linz. Seine musikalischen Studien hatte er bis dahin überwiegend autodidaktisch betrieben. Schließlich vertiefte er seine Studien bei Simon Sechter in Wien und wurde 1868 dessen Nachfolger als Hoforganist und Professor am Wiener Konservatorium. 1875 wurde ihm außerdem noch das Musiklektorat an der Universität übertragen. Konzertreisen führten ihn nach England und Frankreich. 1896 starb Anton Bruckner in Wien.

»Anton Bruckner: Biographie und Einspielungen«

UA vor 130 Jahren: A. Dvořák, Requiem op. 89

tschech. Komponist

UA 1891

9

Oktober

vor 130 Jahren

in Birmingham


Als Antonín Dvořák vom Birmingham Triennial Music Festival 1888 den Auftrag für eine oratorische Chorkomposition erhielt, war das nicht überraschend. Dvořák hatte bereits mehrere sehr erfolgreiche Konzertreisen nach Enland unternommen, bei denen vor allem seine Chorwerkek begeistert aufgenommen worden waren. Dvořák konnte wegen anderer Projekte mit der Ausführung des Auftrags allerdings erst 1890 beginnen. Er hatte sich für eine Vertonung des Requiems, der lateinischen katholischen Totenmesse, entschieden. Mit der Arbeit begann er am 1. Januar 1890, Mitte des Monats hatte er bereits die ersten vier Nummern fertiggestellt. Obwohl Dvořák noch in England auf Konzertreise unterwegs war und sogar noch eine Russlandreise auf Veranlassung seines Freundes Peter Tschaikowsky unternahm, arbeitete er auch unterwegs kontinuierlich an dem begonnenen Werk weiter. Vom 14. Mai an konnte er schließlich ungestört seine Arbeit in seinem Sommersitz in Vysoká fortsetzen, so dass das Werk am18. Juli fertig skiziert vorlag. Die Reinschrift in Partitur schloss Dvořák am 31. Oktober in Prag ab. Die Uraufführung am 9.Oktober 1891 in Birmingham unter Dvořáks Leitung wurde begeistert aufgenommen. Es schlossen sich weitere Aufführungen in Dvořáks böhmischer Heimat sowie im Ausland an. 1901 wurde das Werk unter großer Begeisterung zum ersten Mal in Wien aufgeführt. Das gesamte Werk ist im großen oratorischen Stil für vier Solisten (SATB), vierstimmigen Chor und romantische Orchesterbesetzung einschließlich Orgel und Schlagwerk (Gong, Glocken) angelegt mit einer Aufführungsdauer von ca. 1 ½ Stunden. Dvořák teilte das Requiem für seine Komposition in 13 Nummern ein (Requiem aeternam, b-Moll – GradualeDies irae, b-Moll – Tuba mirum, e-Moll – Quid sum miserRecordare, Jesu pie, D-Dur – Confutatis maledictis, g-Moll – LacrimosaOffertorium, F-Dur – Hostias, f-Moll – Sanctus, B-Dur – Pie Jesu, g-Moll – Agnus Dei, b-Moll), wobei lediglich Recordare, Jesu pie ohne Chorbeteiligung ist. Ein durchgängiges Motiv, das dem zweiten Kyrie aus Bachs h-Moll-Messe Messe entlehnt ist, verleiht dem Werk eine thematische Geschlossenheit und Struktur. Seine besondere Wirkung erzielt es mit betont dunklen Klangfarben durch den Einsatz von Bassklarinette, Englischhorn und vierstimmigen Männerchor und umschließt eine reiche emotionale Bandbreite, die von andächtiger Komtemplation bis hin zu religiöser Ekstase reicht. Das Werk endet wie es beginnt: in düsterem b-Moll.

»Antonín Dvořák: Biographie und Einspielungen«

Alle Porträts im Oktober

Uraufführungen im Oktober

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