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Komponisten mit Lebensdaten insgesamt: 3376

Ferdinand Ries

* 28.11.1784 Bonn
† 13.01.1838 Frankfurt/Main

Vor 180 Jahren, am 13. Januar 1838, ist der der deutsche Pianist, Dirigent und Komponist Ferdinand Ries in Frankfurt/M. gestorben. Er war der älteste Sohn des Geigers und kurkölnischen Musikdirektors Franz Anton Ries. Von ihm erhielt er den ersten Klavierunterricht, Bernhard Romberg unterrichtete ihn in Violoncello. Zu Lebzeiten war Ries berühmt und angesehen, seine Werke wurden vielfach aufgeführt. Nach seinem Tod jedoch sind Ries und seine Werke so gründlich in Vergessenheit geraten, dass er in den einschlägigen Lexika entweder gar nicht oder nur mit wenigen Eckdaten erwähnt ist. Immerhin war Ries von 1801 bis 1805 in Wien – zusammen mit Carl Czerny – der einzige Klavierschüler von Ludwig van Beethoven und ihm verdanken wir durch seine Biographischen Notizen über Ludwig van Beethoven (1838) wertvolle Informationen und Einblicke in die Persönlichkeit Beethovens als Künstler und Mensch, die bis heute eine der wichtigsten Quellen der Beethoven-Forschung darstellen. Über den Status des Klavierschülers hinaus hat Ries für Beethoven Botengänge verrichtet, Noten kopiert und Korrespondenzen mit Verlegern geführt. 1805 musste Ries zur Musterung nach Bonn zurückkehren, wurde jedoch nicht zum Militär eingezogen. In Bonn schrieb er sein erstes Klavierkonzert und dort erschien auch sein op. 1 bei Simrock im Druck: zwei Klaviersonaten, die Beethoven gewidmet waren. Nach einem kurzen, erfolglosen Zwischenaufenthalt in Paris kehrte Ries 1808 nach Wien zurück, floh aber ein Jahr später vor der drohenden Einberufung zum Militär wieder nach Bonn. 1811 begab er sich als Pianist auf Konzertreisen nach Norddeutschland, Skandinavien und Russland. 1812 floh Ries erneut vor dem Militär – diesmal vor den nach Moskau vorrückenden französischen Truppen. Über Stockholm, wo er in die Königlich Schwedische Musikakademie aufgenommen wurde, gelangte er 1813 nach London. Er etablierte sich rasch als Pianist, Dirigent und Komponist und fand als angesehener Klavierlehrer Eingang in die gehobene Gesellschaft. 1814 heiratete er Harriet, eine Tochter aus einer begüterten Familie, 1815 wurde er Mitglied der Philharmonic Society und noch im selben Jahr deren Direktor. 1824 kehrte Ries wieder nach Deutschland zurück und übernahm 1825 erstmals die Leitung des Niederrheinischen Musikfestes. Bis 1837 leitete er dieses jährlich stattfindende Fest insgesamt achtmal. 1834 wurde Ries die Stelle als Städtischer Musikdirektor in Aachen angeboten, die er jedoch ablehnte. Im August 1837 wurde er Dirigent des Cäcilienvereins in Frankfurt/M., doch schon ein halbes Jahr später starb Ries unerwartet. Ferdinand Ries hat ein Œuvre von ca. 300 Werken hinterlassen, darunter die Opern Die Räuberbraut (1828) und Liska (engl. als The Sorceress, 1831), die Oratorien Der Sieg des Glaubens (1831) und Die Könige Israels (1837), die Kantate Der Morgen (1811), ein Requiem (1815, unvollendet), sechs Sinfonien, neun Klavierkonzerte sowie 52 Klaviersonaten und Kammermusik. Erst in neuerer Zeit wurde seinem Werk wieder gebührende Aufmerksamkeit gewidmet, die auch in zahlreichen CD-Einspielungen vor allem durch das Label cpo ihren Niederschlag gefunden hat.

Biographie Diskographie [20] Werke [46]

Biographie

28.11.1784
Als ältester Sohn des Geigers und kurkölnischen Musikdirektors Franz Anton Ries in Bonn geboren.
Erster Klavierunterricht durch den Vater, Violoncellounterricht bei Bernhard Romberg, der ebenfalls der Bonner Hofkapelle angehörte.
Die Auflösung der kurkölnischen Hofkapelle und die Flucht von Kurfürst Maximilian Franz aus Bonn vor den französischen Revolutionstruppen machen die Hoffnungen auf eine spätere Anstellung bei Hofe zunichte
Ende 1798
Umzug zwecks weiterer Ausbildung nach Arnsberg zu einem mit seinem Vater befreundeten Organisten.
1799
Umzug nach München. Dort schlägt er sich mühsam als Notenkopist durch.
März/April 1803
Ferdinand Ries reist mit einem Empfehlungsschreiben des Münchener Komponisten Carl Cannabich nach Wien und wird Schüler von Ludwig van Beethoven, der wiederum in seinen Bonner Jahren bei dessen Vater Unterricht genommen hatte. Zusammen mit Carl Czerny ist Ries damit der einzige Klavierschüler Beethovens in diesen Jahren.
Gleichzeitig gelegentlich Komponsitionsunterricht bei Johann Georg Albrechtsberger.
Ries wird bald eine Art Sekretär Beethovens: Er führt Korrespondenzen mit Verlegern, kopiert Noten, erledigt Botengänge etc.
1.8.1804
Debüt als Pianist im Wiener Augarten mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37, zu dem er eine eigene Kadenz schreiben durfte.
November 1805
Einberufung nach Koblenz zur Musterung. Ries wird für untauglich befunden, bleibt aber über ein Jahr in Bonn bei seiner Familie. Entstehung des ersten Klavierkonzerts C-Dur, später publiziert als Nr. 6 op. 123.
1806
Erste Druckausgabe seines op. 1 (zwei Klaviersonaten mit einer Widmung an Beethoven) im Verlag Nikolaus Simrock, der mit Familie Ries und mit Beethoven befreundet ist. Simrock wird für die nächsten Jahre sein Hauptverleger.
Im gleichen Jahr in Bonn Eintritt in die Freimaurerloge "Les frères courageux".
Anfang 1807
Übersiedlung nach Paris. Dort kann Ries allerdings nicht Fuß fassen und möchte zeitweilig den Musikerberuf aufgeben.
27.8.1808
Erneute Ankunft in Wien.
Juli 1809
Ries verlässt Wien zum zweiten Mal fluchtartig, um der Einberufung zum österreichischen Militär zu entgehen
Rückkehr nach Bonn. In den folgenden eineinhalb Jahren entsteht seine erste Sinfonie, sein zweites Klavierkonzert in c-Moll (später als Nr. 4 op. 115 veröffentlicht) und sein Violinkonzert e-Moll op. 24 (posthum veröffentlicht).
Januar 1811
Aufbruch zu einer ausgedehnten Konzertreise nach Russland. In Sankt Petersburg trifft er auf seinen alten Lehrer Bernhard Romberg, mit dem zusammen er Konzerte in Westrussland bestreitet.
1812
Flucht vor der anrückenden Grande Armée Napoleons über Stockholm nach London. In Stockholm wird er in die Königlich Schwedische Musikakademie aufgenommen.
April 1813
Ries trifft in London ein. Mit Hilfe des früheren Geigenlehrers seines Vaters und Mitbegründers der Philharmonic Society Johann Peter Salomon kann er sich In London als angesehener Klavierlehrer in den wohlhabenden Kreisen der Stadt etablieren.
1814
Heirat mit Harriet, geb. Mangeon, aus begüterter Familie.
1815
Ries wird Mitglied der Philharmonic Society. Noch im selben Jahr wird er zu einem ihrer Direktoren gewählt
Ries pflegt weiterhin Kontakt zu Beethoven und dient als Vermittler zwischen ihm und seinen Londoner Verlegern und der Philharmonic Society.
1817
Ries bestellt im Auftrag der Philharmonic Society bei Beethoven die 9. Symphonie und lädt in nach London ein.
1821
Aufgrund von Zwistigkeiten legt Ries sein Direktorenamt bei der Philharmonic Society nieder und trägt sich mit dem Gedanken, nach Deutschland oder Österreich zurückzukehren.
3.5.1824
Ries gibt mit dem Klavierkonzert a-Moll op. 132 sein Abschiedskonzert in London, das er eigens dafür komponist hatte.
Juli 1824
Ries kehr mit seiner vierköpfigen Familie ins Rheinland zurück und lässt sich in Godesberg nieder.
1825-1837
Ries übernimmt die Leitung des Niederrheinischen Musikfestes und sorgt für die deutsche Erstaufführung von Beethovens 9. Symphonie.
1827
Anfang April siedelt die Familie Ries nach Frankfurt/Main um.
15.10.1828
Uraufführung seiner ersten Oper Die Räuberbraut in Frankfurt mit großem Erfolg.
1832/33
Mehrmonatige Reise durch Italien nach Venedig, Mailand, Rom und Neapel. Während der Reise entsteht das letzte Klavierkonzert g-Moll op. 177, die letzte Klaviersonate As-Dur op. 176 und das letzte Streichquartett (posthum veröffentlicht).
183671837
Winter-Aufenthalt in Paris. Hier komponiert Ries sein letztes Orchesterwerk, die Ouverture dramatique L'Apparition WoO 61.
1837
Rückkehr nach Frankfurt. Im August tritt Ries die Nachfolge Johann Nepomuk Schelbles an, den Frankfurter Cäcilienverein zu leiten.
13.1.1838
Ferdinand Ries stirbt unerwartet in Frankfurt und wird in der Gruft (Nr. 45) der Familie Klotz auf dem Frankfurter Hauptfriedhof beigesetzt. Er hat ein Œuvre von ca. 300 Werken hinterlassen

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Klangkultur

Diyang Mei

Gestern fand das letzte Finale beim diesjährigen Musikwettbewerb der ARD statt, bei dem drei Finalisten um die begehrten Preise spielten. Zur Auswahl standen die Viola-Konzerte von Walton, Bartók und Hindemith, Glanzstücke des Repertoires, von denen jedoch nur die beiden letzten aufgeführt wurden, und die Solisten vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der animierten Leitung von Joseph Bastian begleitet wurden.

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Um Vergleichbarkeit bemüht, hatte die Jury beim gestrigen Finale im Fach Klaviertrio wieder einen engen Parcours aufgestellt. Diesmal war neben der Kammersonate von Hans Werner Henze, die in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag feiert – eine Revision erfolgte 1963 – eines der beiden großen Trios von Franz Schubert gefordert.

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