Vor 30 Jahren starb der französische Komponist Eugène Bozza. Als Sohn eines italienischen Musikers und einer Französin wurde er am 4. April 1905 in Nizza geboren. Sein Vater war Geiger und bestritt seinen Lebensunterhalt durch Engagements in französischen Casinos entlang der Mittelmeerküste. Mit fünf Jahren erhielt Bozza den ersten Geigenunterricht durch seinen Vater. Später nahm ihn der Vater gelegentlich zu Auftritten mit. 1915 zog der Vater mit seinem Sohn wieder nach Italien, um den Unruhen des Ersten Weltkriegs zu entkommen. In Rom studierte Bozza Violine und Klavier an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia und machte sein Abschlussdiplom als Violinprofessor 1919. Er kehrte nach Frankreich zurück und schrieb sich 1922 am Pariser Konservatorium ein, wo er weiter Violine bei Edouard Nadaud studierte. Nach zwei Jahren Studium errang er den Ersten Preis für Violine am Konservatorium und sicherte sich so 1925 eine Stellung als erster Konzertmeister beim Orchestre Paseloup. 1924 heiratete er Juliette Arnaud. Fünf Jahre tourte er mit dem Orchester durch Europa, dann zog er sich zurück, um erneut am Konservatorium Dirigieren bei Henri Rabaud zu studieren. Erneut gewann er 1931 den Ersten Preis am Konservatorium, diesmal im Fach Dirigieren. Er wurde als Dirigent für die Ballets Russes in Monte Carlo engagiert. Dort blieb er jedoch nur ein Jahr, um erneut ans Konservatorium zurückzukehren. Diesmal studierte er Komposition bei Henri Büsser, und wieder gewann er den Ersten Preis des Konservatoriums im Fach Komposition. 1934 gewann er den Prix de Rome für seine Kantate La Légende de Roukmani. Die folgenden viereinhalb Jahre verbrachte er als Preisträger in der Villa de Medici in Rom. Hier komponierte er mehrere groß angelegte Werke wie seine Oper Leonidas, seine Psalmen sowie seine Introduction und Toccata für Klavier und Orchester. Anschließend kehrte er nach Paris zurück, wo er von 1938-1948 die Opéra Comique leitete. 1950 wurde er zum Direktor der École Nationale de Musique in Valenciennes ernannt. Diese Stellung behielt er bis zu seiner Pensionierung 1975 inne. 1956 wurde er außerdem Ritter der Ehrenlegion. An der École Nationale war Bozzar äußerst produktiv tätig. Er komponierte mindestens 18 Etüdensammlungen und Solowerke für viele verschiedene Instrumente für die Studierenden und die Lehrenden an seinem Institut, die heute noch geschätzt und weit verbreitet sind. Obwohl er selbst Geiger war, ist ein Großteil seiner Werke für Bläser gesetzt. Eugène Bozza starb am 29. September 1991 in Valenciennes.
»Eugène Bozza: Biographie und Einspielungen«
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