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CD-Besprechung

Mignon

Aus Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“

Mignon

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 31.01.17

Antes BM319298

1 CD • 41min • 2015

Die vier Lieder der Mignon, die in Goethes Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ eingewoben sind und die eigentliche Substanz dieses rätselhaften Mädchencharakters ausmachen, haben nicht nur die Wissenschaftler zu tiefgründigen Analysen, sondern auch die Musiker zu einfühlsamen Vertonungen angeregt. Das ging schon mit Goethes Zeitgenossen Beethoven und Schubert los, setzte sich über die Romantik bis in die Moderne fort. „Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn“ ist ebenso zum geflügelten Wort geworden wie „Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide!“

Die Idee, die zahlreichen Vertonungen, zumindest die prominentesten von ihnen, in einem Programm zu vereinen, bietet sich beinahe an und verspricht dem Hörer Einsichten in die unterschiedlichen Ansätze der Komponisten, mit diesen Dichtungen umzugehen.

Bei der vorliegenden CD dürften aber solche Einsichten nicht an erster Stelle gestanden haben. Es handelt sich vielmehr um die künstlerische Visitenkarte einer Sängerin, die hierzulande noch kaum bekannt ist. Die kroatische Mezzosopranistin Nataša Antoniazzo, die Meisterklassen bei Sena Jurinac und Grace Bumbry besucht hat, bringt reiche stimmliche Mittel mit, die auch in der Altlage nicht verblassen, und scheint über gestalterisches Temperament zu verfügen. Sie bemüht sich um eine saubere Diktion, aber es wird bald klar, dass Deutsch eine Fremdsprache für sie ist - nicht nur wegen des Akzents, sondern auch hinsichtlich des Textverständnisses. Sie hat kein Gespür für sprachliche Finessen, kann folglich mit den Worten nicht spielen, um spezifische Akzentuierungen in den jeweiligen Vertonungen deutlich zu machen. Auch in vokaler Hinsicht setzt sie nicht allzu viele Farben, um die Reise von Beethoven bis Berg spannend und erkenntnisreich zu gestalten. Am überzeugendsten gelingt Tschaikowskys „Sehnsucht“-Adaption, wo der etwas ins Opernhafte tendierende, gefühlvolle Vortrag der Sängerin das geeignete Objekt gefunden hat. Ich kann sie mir sehr gut als Olga (Eugen Onegin) oder Polina (Pique Dame) vorstellen, möglicherweise auch als Mignon in der Oper von Ambroise Thomas. Deren berühmte Arie hätte gut als Zugabe gepasst. Die Pianistin Mia Elezović ist eine zupackende, damit dem Stil der Sängerin adäquate Begleiterin.

Ekkehard Pluta [31.01.2017]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Schubert Lied der Mignon op. 62 Nr. 2 D 877 Nr. 4 (Nur wer die Sehnsucht kennt) 00:03:47
2 Lied der Mignon op. 62 Nr. 3 D 877 Nr. 2 (Heiß mich nicht reden) 00:03:16
3 Lied der Mignon op. 62 Nr. 4 D 877 Nr. 3 (So laßt mich scheinen, 1826) 00:03:04
4 L.v. Beethoven Mignon op. 75 Nr. 1 00:03:43
5 P. Tschaikowsky Nur wer die Sehnsucht kennt op. 6 Nr. 6 00:03:27
6 R. Schumann Kennst du das Land op. 79 Nr. 29 00:04:40
7 H. Wolf Mignon I (Heiß mich nicht reden) 00:03:02
8 Mignon II (Nur wer die Sehnsucht kennt) 00:02:33
9 Mignon III (So laßt mich scheinen) 00:03:41
10 A. Berg MIgnon (Kennst du das Land) 00:01:52
11 F. Liszt Mignons Lied S 275 (Kennst du das Land) 00:08:18

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Nataša Antoniazzo Mezzosopran
Mia Elezović Klavier
 
BM319298;4014513033444

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