Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

Cello Effect

Cello Effect

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 16.12.15

Genuin GEN 15364

1 CD • 54min • 2014

Dreizehn Jahre ist es her, dass sich Kira Kraftztoff, Kirill Timofeev, Misha Degtjareff und Sergio Drabkin zusammen fanden, um als Rastrelli Cello Quartet nicht nur Klassik- und Cello-Liebhaber, sondern auch ein breites Publikum zu erreichen. Nun haben die vier russischen Cello-Virtuosen auf ihrer neuen CD ein aus unverwüstlichen Dauerbrennern bestehendes Programm vorgelegt, das Klassik-, Jazz- und Latin-Freunde ansprechen sollte, das aber auch unter Beweis stellt, wie sicher und selbstverständlich sich die Künstler durch die unterschiedlichen Stile bewegen. Und mit Sergio Drabkin haben sie einen begnadeten Arrangeur in ihren Reihen, dessen transparente Bearbeitungen Prokofjew, Antonio Carlos Jobim oder Dave Brubeck nichts schuldig bleiben. Ebenso überzeugend stellt sich die Spiel- und Klangkultur des Cello-Vierers dar. Gestaltungsfreude, feine Charakterzeichnungen, ein jederzeit beseelter Ton und rhythmische Akkuratesse lassen gleich zu Beginn in vier Sätzen aus Prokofjews Ballett Romeo und Julia keine Wünsche offen – es ist einfach hörenswert, wie leidenschaftlich, mitunter auch gewitzt sich die Vier gegenseitig die Bälle zuspielen und wieder abnehmen.

Doch springt der bei Prokofjew gezündete Funke leider nicht ganz auf das restliche Programm über. Schon den sich anschließenden Klassik-Hits, Puccinis E lucevan le stelle und Rachmaninows Vocalise mangelt es an Spannung – ein Verlust, der bis zum Ende der CD nicht mehr wettgemacht werden kann. Zu glatt und ohne das gewisse Etwas auch die Wiedergaben von Antonio Carlos Jobims‘ Desafinado und One Note Samba, selbst von Dave Brubecks so energiegeladenem Blue Rondo à la Turk, dem es an dem entscheidenden Biss fehlt. Aufhorchen lassen dann das plötzlich so intensitätsgeladene Spiel in dem blueslastigen Moanin‘ von Bobby Timmons und die mit großer improvisatorischer Lust gepaarte spannungsvolle und ungebändigt wirkende Spiellaune in Paul Desmonds Take Five, in das sogar Filmmusik-Schnipsel aus dem Kassenschlager Mission Impossible eingearbeitet sind. Mehr von diesen sowohl interpretatorischen als auch programmatischen Zutaten hätten dieser Veröffentlichung nur zu gut getan; und sie hätten auch die Zielsetzung des Rastrelli Cello Quartets – nämlich ein breites Publikum zu erreichen – noch deutlicher unterstrichen.

Christof Jetzschke [16.12.2015]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 S. Prokofjew Romeo und Julia Suite aus dem gleichnamigen Ballett op. 64 00:14:16
6 G. Puccini E lucevan le stelle (aus: ) 00:03:50
7 S. Rachmaninow Vokalise op. 34 Nr. 14 für Orchester 00:04:30
8 A.C. Jobim Desafinado 00:04:41
9 W.C. Handy St. Louis Blues 00:03:07
10 D. Brubeck Blue Rondo à la Turk 00:03:02
11 L. Anderson The Syncopated Clock 00:02:10
12 A.C. Jobim One Note Samba 00:02:47
13 Anon. Bublichki 00:03:09
14 B. Timmons Moanin' 00:05:03
15 P. Desmond Take Five 00:05:09
16 P. Tschaikowsky Valse sentimentale op. 51 Nr. 6 00:01:53

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Rastrelli Cello Quartet Ensemble
 
GEN 15364;4260036253641

Bestellen bei jpc

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc