Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

Ludwig van Beethoven: Christus am Ölberge op. 85

hänssler CLASSIC 1 CD 98.422

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 29.07.04

hänssler CLASSIC 98.422

1 CD • 54min • 1994

Beethovens „kleinere“ geistliche Werke wie die Messe C-Dur oder das Oratorium Christus am Ölberge, sein einziger Beitrag zur Gattung Oratorium, stehen deutlich im Schatten der großartigen späten Missa solemnis. 1803 in Wien uraufgeführt in einem Monsterkonzert, in dem außerdem die beiden ersten Sinfonien sowie das Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll erklangen, ist Christus am Ölberge im Konzertsaal nur selten zu hören. Zu Unrecht, möchte man sagen, wenn man diese lebendige Darstellung hört – dramaturgisch klug angelegt, sehr gut ausgehört und an keiner Stelle schwerfällig.

Helmuth Rilling versammelt allerdings auch fast ideale Interpreten um sich. Mit Keith Lewis steht ihm ein Tenor zur Verfügung, der die Jesus-Rolle sehr präsent und ausdrucksvoll erfüllt, nur gelegentlich ein wenig eng in der Stimme wirkt. Michel Brodard hat nur in einem Rezitativ und dem Terzett In meinen Adern wühlen Gelegenheit, als profunder Petrus aufzutreten, Maria Venuti singt die Partie des Seraph klar und suggestiv. Insgesamt passen die Vokalsolisten sehr gut zusammen. Große Homogenität ist auch der Gächinger Kantorei zu attestieren, die den Chorpart mit Brillanz meistert: Gesungen wird sehr präzise und präsent, mit einem weiten Spektrum des Ausdrucks und – was leider gar nicht selbstverständlich ist – mit großer Textverständlichkeit. Das Bach-Collegium bildet den bewährten instrumentalen Partner der Aufnahme: klanglich sehr differenziert und präsent, zurückhaltend und auftrumpfend, ganz wie es der Part verlangt, sehr zupackend in den heftigen Passagen (vgl. Chor der Jünger).

Insgesamt eine runde und höchst überzeugende Leistung. Man fragt sich nur, wieso diese hervorragende Aufnahme des vernachlässigten Werkes erst 2004 auf den Markt kommt. Entstanden ist sie nämlich schon vor 10 Jahren. Technisch wie klanglich ist sie nach wie vor auf der Höhe der Zeit: sehr präsent, differenziert und transparent.

Peter Heissler [29.07.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Christus am Ölberge op. 85

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Maria Venuti Sopran
Keith Lewis Tenor
Michel Brodard Baß
Gächinger Kantorei Stuttgart Chor
Bach Collegium Stuttgart Orchester
Helmuth Rilling Dirigent
 
98.422;4010276012917

Bestellen bei jpc

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

Impressum Kontakt AGBs Datenschutz Haftungsausschluss Mediadaten Sitemap

© Klassik Heute GbR

jpc