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CD-Besprechung

Giuseppe Verdi: Messa da Requiem für Soli, Chor und Orchester

hänssler CLASSIC 2 CD 98.606

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 23.08.10

hänssler CLASSIC 98.606

2 CD • 1h 27min • 2009

Helmut Rilling, Gächinger Kantorei – woran denkt man da als erstes? Sicher nicht an Verdi, wohl eher an Schütz, Bach, Buxtehude. Doch das ist eine ziemlich anfechtbare, vor allem aber ungerechte Einschätzung. Jedes Spezialistentum führt zur Einseitigkeit, darüber wissen die Künstler meistens selbst am besten Bescheid. Und Einseitigkeit kann man Helmut Rilling, der seit über einem halben Jahrhundert seinen Platz als eine der großen musikalischen Autoritäten Deutschlands innehat, gewiss nicht vorwerfen. Sein Wirkungs- und Schaffenskreis ist umfassend, enthält Altes und Neues. Der Griff nach Verdis Requiem mag vielleicht überraschen, doch vom Betreten eines fremden Territoriums sollte hier keine Rede sein.

Verdis Totenmesse hat sich durch zahllose Wiedergaben dem weltweiten Auditorium als etwas Gefestigtes und Unabänderliches eingeprägt. Auch Helmut Rilling unternimmt keine Anstrengungen, durch so genannte neue Lesarten oder sonstige Extravaganzen dem Werk ein neuartiges und verändertes Gefüge zu verleihen. Das beste, was man über seine Wiedergabe sagen kann: sie ist wie aus einem Guss, sie lässt das Zarte, Innerliche ebenso zu Wort und Ton gelangen wie das Wuchtige und Bedrohliche. Ohne die Leistung des Stuttgarter Radio-Sinfonieorchesters zu schmälern, muss doch dem Chor eine besondere Laudatio gespendet werden. Höchste Präzision vereinigt sich hier mit überwältigender Ausdruckskraft. Hell und prangend erstrahlt der Chorsopran und auch die Männerstimmen dringen mit Mark und Tonfülle durch. Eine wahre Meisterleistung der Gächinger Kantorei.

Ohne Tadel ist auch das Solistenquartett. Luba Organásovas blühende, flutende Sopranstimme vereinigt sich bei Recordare und Agnus Dei in schöner Vollkommenheit mit dem edlen Mezzo von Anke Vondung. Alfred Kims silbrig flirrende Tenorstimme bringt einen aparten exotischen Hauch ins Spiel, der Baßsolist Carlo Colombara imponiert mit seinem metallischen, weit ausladenden Organ. In der Summe: Die Neuaufnahme kann sich ohne weiteres mit vielen bekannten und geschätzten Einspielungen aus alter und neuer Zeit messen.

Im Begleitheft wird das Bonmot Eduard Hanslicks zitiert, der Komponist spreche in diesem Werk mit dem lieben Gott italienisch. Auch Helmuth Rilling spricht italienisch mit dem lieben Gott und verwendet – völlig legitim – die italienische Aussprache des lateinischen Texts.

Nota bene zu Hanslick: Der Verfasser des Kommentars, Jürgen Hartmann, bezeichnet den scharfzüngigen Zeitgenossen Wagners und Verdis als einen nicht eben für seinen Humor berühmten Kritiker. Einspruch, denn gerade der brillante Humor ist es, der Hanslicks Kritiken auch heute noch so lesenswert macht – auch wenn man nicht immer mit seinen Urteilen übereinstimmen mag.

Clemens Höslinger [23.08.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Verdi Messa da Requiem für Soli, Chor und Orchester

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Luba Orgonasova Sopran
Anke Vondung Mezzosopran
Alfred Kim Tenor
Carlo Colombara Bass
Gächinger Kantorei Stuttgart Chor
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR Orchester
Helmuth Rilling Dirigent
 
98.606;4010276023364

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