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CD-Besprechung

Richard Strauss

Symphony op. 12

cpo 555 290-2

1 CD • 56min • 2017

11.12.2019

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Johannes Brahms fand sie „ganz hübsch“, bemängelte jedoch „zuviel thematische Spielereien“. Hans von Bülow lobte sie dagegen als „bedeutend, originell“. Gemeint ist die Sinfonie f-Moll op. 12 (1884) des 19-jährigen Richard Strauss, die kaum etwas zu tun hat mit den späteren großen Tondichtungen. Hier wird noch nichts außer Kraft gesetzt. Die Musik aber als etwas nur Leichtgewichtiges zu bezeichnen, damit täte man der Sinfonie mehr als unrecht. Aus der meisterlichen Beherrschung der Form und des Strauss zur Verfügung stehenden Instrumentariums spricht bereits eine große Reife, die mehr ist, als eine große und überaus gekonnte Verbeugung vor der Vergangenheit.

Freilich mag man an Brahms, Schumann und Bruckner denken, oder im fast schon gespenstisch-elfenhaften Presto-Scherzo an Mendelssohn. Auch an Beethoven – in der durch eine große Fuge im späteren Verlauf mehr als nur schulbuchmäßig gearbeiteten Konzertouvertüre c-Moll (1884). Aber Strauss drückt besonders der f-Moll-Sinfonie schon einen erkennbaren persönlichen und ganz und gar nicht nur rückwärtsgewandten Stempel auf: mit herrlichen Farbmischungen sowie zwar noch maßvollen aber doch intensitätsgeladenen Spannungsverläufen und Stimmungsmalereien. Ob im kraftvollen Kopfsatz, in der luftigen Noblesse des Andante cantabile oder dem so leidenschaftlichen Finale mit seinen Rückgriffen auf Themen der vorangegangenen Sätze: Hermann Bäumer und die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern legen sorgfältig auch unscheinbare Details frei; Details, die unterstreichen, wie Strauss bereits in jungen Jahren alle Orchesterstimmen gleichberechtigt am Geschehen teilhaben zu lassen gedachte. In erster Linie sind es aber Bäumers Gespür für Klangbalance und Klangfarbe sowie seine in keine Richtung überzogene Tempogestaltung, die besonders einen, für mich überhaupt den wichtigsten Umstand fest im Blick haben: Man spürt nämlich in diesem Werk und in seiner vorbildlichen Interpretation einen immensen Ausdruckswillen des Komponisten, eine enorme Energie, etwas, das jenseits alt hergebrachter Formen und Techniken mit Macht an die Oberfläche strebt, aber noch im Zaum gehalten wird. Insofern kommt der Sinfonie f-Moll eine Scharnierfunktion in Strauss‘ gesamtem Schaffen zu, was auch Jahre später ein Brief von Richard Strauss an seinen Mentor Hans von Bülow andeutet: „Ich habe mich von der f-Moll-Sinfonie weg in einem allmählich immer größer werdenden Widerspruch zwischen dem musikalisch-poetischen Inhalt, den ich mitteilen wollte und der uns von den Klassikern überkommenen Form des dreiteiligen Sonatensatzes befunden.“

Christof Jetzschke [11.12.2019]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Richard Strauss
1Konzertouvertüre c-Moll 00:12:09
2Sinfonie f-Moll op. 12 00:44:01

Interpreten der Einspielung

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